„Das Ende der DDR“ und „Rückblende“ von Nadeschda Joffe als E-Book erhältlich

Von dem Mehring Verlag
15. August 2020

Zwei Bücher aus dem Mehring Verlag, die sich mit dem Ende der DDR und der Verfolgung linker Oppositioneller durch Stalins Regime in der Sowjetunion befassen, sind nun auch in allen Formaten als E-Book erhältlich.

„Das Ende der DDR“

„Das Ende der DDR“, herausgegeben 1992 vom Bund Sozialistischer Arbeiter (BSA), ist eine umfassende Darstellung und Analyse der letzten Monate der DDR, der deutschen Wiedervereinigung und der kapitalistischen Restauration. Der BSA ist die Vorgängerorganisation der Sozialistischen Gleichheitspartei, der deutschen Sektion des Internationalen Komitees der Vierten Internationale.

Die umfangreiche Einleitung „Die Rolle des Stalinismus in Deutschland“ von Peter Schwarz gibt einen Überblick über die stalinistische Degeneration der KPD in den 1920er und 30er Jahren, die Ereignisse, die zur Gründung der DDR führten, die politische und ökonomische Geschichte der DDR und deren Zusammenbruch.

Sie gelangt zum Schluss: „Der Zusammenbruch der DDR, dem 1991 die Auflösung der Sowjetunion folgte, hat keine neue Blütezeit des Kapitalismus eingeleitet, wie die Prediger vom ‚Scheitern des Sozialismus‘ gerne weismachen möchten. Stattdessen sind weltweit alle ökonomischen, sozialen und politischen Gegensätze des Imperialismus, die bereits die erste Hälfte dieses Jahrhunderts zur gewalttätigsten Periode der menschlichen Geschichte gemacht haben, wieder aufgebrochen.“

Der Rest des Bandes besteht aus Artikeln, Analysen und politischen Erklärungen, die im Lauf der Ereignisse in der Neuen Arbeiterpresse, der Zeitung des BSA erschienen. Sie geben ein detailliertes Bild der Massenproteste vom Herbst 1989 und zeichnen nach, wie die Bewegung gegen das DDR-Regime in enger Zusammenarbeit von kleinbürgerlichen Demokraten und stalinistischer SED (dem „Runden Tisch“) abgewürgt und ins Fahrwasser der kapitalistischen Restauration geleitet wurde – mit verheerenden Folgen für die sozialen Rechte und Errungenschaften der Arbeiterklasse.

Der BSA griff damals aktiv in die Entwicklung ein, agitierte für eine Arbeiterregierung und beteiligte sich im Frühjahr 1990 an der Volkskammerwahl.

Jedem Kapitel geht eine gesonderte Einleitung voraus, die eine Zusammenfassung und eine Einschätzung der wichtigsten Ereignisse gibt.

Zum 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung, der am 3. Oktober ansteht, ist dieses Buch eine äußerst lesenswerte Lektüre. Es zeigt, dass es damals inmitten der allgemeinen Konfusion, der kapitalistischen Propaganda und den großangelegten Täuschungsmanövern eine politische Partei gab, die eine klare Einschätzung und Perspektive hatte. Diese ist heute, angesichts der tiefsten Krise des Weltkapitalismus seit den 1930er Jahren, von brennender Aktualität.

„Rückblende. Mein Leben, mein Schicksal, meine Epoche“ von Nadeschda Joffe

Nadeschda Joffe wurde 1906 als Tochter des engen Freundes und Mitstreiters Leo Trotzkis und späteren Sowjetdiplomaten Adolf Joffe geboren und lernte als Kind die führenden Marxisten Russlands und Deutschlands kennen. Ihre Jugend war von der Aufbruchstimmung der frühen Sowjetunion geprägt.

Im November 1927 beging ihr schwerkranker Vater aus Protest gegen Trotzkis Ausschluss aus der Kommunistischen Partei Russlands Selbstmord. Selbst in der Linken Opposition aktiv, wurde Nadeschda bald ein Opfer des stalinistischen Apparats, verfolgt, verhaftet und für viele Jahre in Gefangenenlager gesteckt. Sie starb 1999 in New York.

Ihre Memoiren schrieb sie in den siebziger Jahren in der Sowjetunion nieder, ohne sie damals veröffentlichen zu können. Sie unterscheiden sich von den Erinnerungen anderer Opfer des Stalinismus durch die politische Perspektive der Autorin.

Russische Delegation bei den Friedensverhandlungen von Brest Litowsk mit Adolf Joffe (sitzend Mitte) und Leo Trotzki (stehend Zweiter von rechts)

Nadeschda Joffe war schon vor ihrer ersten Verhaftung eine bewusste und politisch aktive Gegnerin des Stalinismus gewesen. Als ihr Vater starb verfügte die 21-Jährige über beachtliche politische Erfahrung in dem Kampf, den die Linke Opposition zu dieser Zeit gegen die Sowjetbürokratie führte. Im Gegensatz zu vielen anderen, die der Terror erfasste, sah sich Nadeschda nicht als Opfer eines unergründlichen Schicksals. Sie wusste, dass sie eine politische Gegnerin des Regimes war, und sie verstand die politischen Motive hinter Stalins Verbrechen.

Ihre Memoiren sind eine faktische und moralische Wiederlegung der stalinistischen und poststalinistischen Geschichtsfälschungen, die den Stalinismus als direkte Folge und Kontinuität des Bolschewismus darstellen. Es spricht für die vielen Tausend linken Oppositionellen, die im Kampf gegen Stalin ihr Leben ließen, weil sie verstanden, „dass der Sozialismus, der in der Sowjetunion aufgebaut wurde, nicht der Sozialismus war, von dem die besten Denker der Menschheit geträumt hatten“.

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Das Ende der DDR

Print 978-3-88634-054-5

PDF 978-3-88634-654-7

Epub/Kindle 978-3-88634-754-4

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Nadeschda Joffe, Rückblende

Print: 978-3-88634-063-7

PDF: 978-3-88634-863-3

Epub/Kindle: 978-3-88634-763-6

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