Trump bombardiert Iran den dritten Tag in Folge während Chameneis Begräbnis

Eine riesige Menschenmenge versammelt sich am 7. Juli 2026 in der Dschamkaran-Moschee im iranischen Qom zu Trauergebeten für den verstorbenen Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei und Mitglieder seiner Familie [AP Photo/Ahmadreza Taheri]

Am Donnerstag setzte die Trump-Regierung ihre Luftangriffe auf den Iran den dritten Tag in Folge fort. Dabei wurden die Bahnstrecken nach Maschhad angegriffen, während Trauernde Ali Chamenei beisetzten, den Obersten Führer, der von den US-amerikanischen und israelischen Streitkräften am ersten Tag des Kriegs ermordet worden war.

Der Telegraph berichtete am Donnerstag, die Angriffe hätten die Beisetzung um acht Stunden verzögert. Chamenei wurde am Schrein von Imam Reza in seiner Geburtsstadt bestattet. Zuvor bewegten sich Trauerzüge sechs Tage lang durch den Iran und den Irak. Laut den iranischen Staatsmedien beteiligten sich 43 Millionen Menschen daran. Trauernde trugen rote Flaggen als Symbol für Rache sowie Transparente, auf denen zu lesen war: „Wir werden Trump töten.“

Die hohe Beteiligung verdeutlichte, dass die USA es nicht geschafft haben, die iranische Regierung zu stürzen und das Land mit Gewalt zu unterwerfen.

Chamenei, seit 1989 Oberster Führer des Iran, wurde am 28. Februar im Alter von 86 Jahren durch einen US-amerikanisch-israelischen Angriff auf seinen Wohnkomplex in Teheran getötet. Auch seine Tochter, seine Schwiegertochter, sein Schwiegersohn und seine vierzehn Monate alte Enkelin wurden von den USA und Israel ermordet.

Der Angriff, bei dem Chamenei getötet wurde, erfolgte inmitten von Verhandlungen, zwei Tage nachdem sich amerikanische und iranische Diplomaten in Genf zu Gesprächen über das Atomprogramm getroffen hatten. Einen Gegner unter dem Deckmantel von Verhandlungen zu ermorden, ist ein Akt der Heimtücke und verstößt gegen das Kriegsvölkerrecht.

Laut der iranischen Regierung wurde bei den US-Angriffen am Donnerstag eine Brücke 55 Kilometer entfernt von Maschhad getroffen, wodurch Personenzüge aus Teheran blockiert wurden. Marschflugkörper haben außerdem eine zweite Brücke bei Aqqala in der Provinz Golestan getroffen, über die der Überlandhandel mit Russland und China läuft. Die Financial Times berichtete am Donnerstag, dies seien die „ersten Angriffe auf iranische Infrastruktur seit Monaten“ gewesen.

Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus erklärt: „Wir können ihre Brücken in einer Stunde zerstören, wir können ihre Energieversorgung lahmlegen.“

Den Angriffen auf das Schienennetz gingen zwei Nächte mit schweren Luftangriffen voraus. Die Kämpfe begannen am Montag, als drei Handelsschiffe nahe der Straße von Hormus – ein katarischer Gasfrachter, ein saudischer Öltanker und ein drittes Schiff – von Geschossen getroffen wurden. Das US-Militär machte iranische Streitkräfte dafür verantwortlich; Teheran bekannte sich nicht zu den Angriffen.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch griffen US-Kampfflugzeuge mehr als achtzig Ziele an und am Mittwoch weitere neunzig, darunter die Häfen von Bandar Abbas, Chabahar, Konarak und Sirik. Laut Angaben der iranischen Regierung wurde auch das Gelände des von Russland erbauten Atomkraftwerks in Buschehr getroffen. Donnerstagnacht folgten weitere Angriffe.

Nach Angaben des US-Militärs richteten sich die Angriffe u.a. gegen Luftabwehr- und Küstenradarstellungen, Raketen- und Drohnenlager und mehr als sechzig Boote der Revolutionsgarde. Laut dem iranischen Gesundheitsministerium wurden bei den Angriffen in fünf Provinzen vierzehn Menschen getötet und 78 verwundet, darunter drei Todesopfer im Hafen von Sirik.

Das iranische Militär feuerte daraufhin Raketen und Drohnen auf US-Stützpunkte in Kuwait, Bahrain und Katar ab. Laut der Revolutionsgarde schossen sie außerdem zehn Raketen auf den Luftwaffenstützpunkt Azraq in Jordanien, von denen das jordanische Militär nach eigenen Angaben acht abfing. Der Preis für Brent-Rohöl stieg am Mittwoch um über fünf Prozent auf 78 Dollar pro Barrel, und die Schifffahrtsbehörde der Vereinten Nationen rief Reeder dazu auf, ihre Schiffe aus der Straße fernzuhalten, da für die rund 6.000 Seeleute in der Region Gefahr bestehe.

Bei einer Pressekonferenz während des NATO-Gipfels in Ankara erklärte Trump am Mittwoch den Waffenstillstand für beendet: „Wenn Sie mich fragen, ist das vorbei. Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben.“ Er bezeichnete die iranische Führung als „Abschaum“, „kranke Menschen“ und „böse Menschen“ und erklärte: „Bringen wir die Sache einfach zu Ende.“ Er drohte mit der Eroberung der Insel Charg, dem Zentrum der iranischen Ölexporte, und mit Angriffen auf Kraftwerke und Entsalzungsanlagen: „Wir werden sie ausschalten, wenn wir müssen.“

Der Waffenstillstand, der jetzt von Trump gebrochen wurde, war am 17. Juni in Kraft getreten. Gemäß der Vereinbarung hatten die USA die Seeblockade aufgehoben, die sie im April gegen die Häfen des Iran verhängt hatten. Die iranische Regierung hatte sich ihrerseits bereit erklärt, die Straße von Hormus für sechzig Tage gebührenfrei zu öffnen. Am Dienstag widerrief das US-Finanzministerium die Ausnahmegenehmigung für iranische Ölexporte – den für Teheran zentralen Vorteil des Abkommens.

Der Kongress hatte zweimal für die Beendigung des Kriegs gestimmt – das Repräsentantenhaus am 3. Juni, der Senat am 23. Juni. Damit wurde zum ersten Mal überhaupt eine Resolution zur Kriegsführung von beiden Kammern verabschiedet. Doch die Abstimmungen waren nicht bindend, und Trump nahm die Bombardierungen ohne die geforderte Bewilligung wieder auf. Auf die Frage, was ihn der Krieg über die Grenzen seiner Befugnisse gelehrt habe, erklärte er: „Es gibt keine Grenzen.“

Der Krieg gegen den Iran ist nur eine Front in einem globalen Ausbruch imperialistischer Gewalt. Trump befehligte die Angriffe vom NATO-Gipfel in Ankara aus, welcher der Ausweitung von Kriegen gewidmet war, vor allem gegen Russland.

Auf dem Rüstungsforum des Gipfels am 7. Juli warb die NATO für Waffengeschäfte im Umfang von über fünfzig Milliarden Dollar. Allerdings berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press, dass keine Preise genannt wurden und einige der Verträge bereits vor dem Gipfel geschlossen worden waren. Es bildete sich eine Schlange von Interessenten für GlobalEye-Überwachungsflugzeuge von Saab, Drohnen von Northrop Grumman und Airbus-Tankflugzeuge. Großbritannien organisierte zusammen mit einem Dutzend europäischer Staaten und Kanada, aber ohne die USA, ein 50-Milliarden-Dollar-Programm zum Bau von Raketen, die Moskau erreichen können. Die NATO erklärte, die Finanzinstitute hätten für die Aufrüstung „bereits 217 Milliarden Dollar mobilisiert.“

Die NATO-Führungskräfte bejubelten die Ausweitung des Kriegs gegen Russland. Sie lobten die ukrainischen Drohnenangriffe tief im Inneren des Landes, u.a. den Angriff auf Russlands größte Ölraffinerie in Omsk, 2.500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Laut einem Bericht der Financial Times von dieser Woche hat der Angriff die russische Raffineriekapazität um ein bis zwei Fünftel verringert. Die US-Angriffe auf die iranischen Eisenbahnstrecken sind Teil der gleichen Offensive. In einer einzigen Woche hat Washington die Infrastruktur angegriffen, die den Iran, Russland und China miteinander verbindet.

Gleichzeitig setzt Israel seine Angriffe auf Gaza und den Libanon fort. Am 6. Juli wurden im Libanon mindestens vier Menschen durch eine israelische Drohne getötet, darunter eine Schulleiterin und ihre Mutter. In Gaza haben israelische Truppen mehr als 73.000 Palästinenser ermordet, und der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte am Donnerstag, die israelischen Truppen würden weder Gaza, noch den Libanon oder Syrien verlassen.

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