War die US-Regierung vor dem 11. September vorgewarnt?

Teil 1: Vorwarnungen

Von Patrick Martin
23. Januar 2002

Die amerikanischen Öffentlichkeit sind im Zusammenhang mit dem 11. September noch längst nicht alle verfügbaren Informationen zugänglich gemacht worden. Um das zu erkennen, muss man keiner Verschwörungstheorie anhängen, die vom Weißen Haus bis hin zum Flughafen-Sicherheitspersonal reicht, das die bewaffneten Entführer in die Flugzeuge einsteigen ließ. Die unwahrscheinlichste und am wenigsten glaubhafte Erklärung für die Ereignisse jenes Tages besteht jedenfalls darin, dass der gesamte amerikanische Sicherheitsapparat keine Ahnung von den Aktionen der Entführer gehabt habe, bevor die Flugzeuge das World Trade Center und das Pentagon trafen.

Laut dieser offiziellen Version, die in ihrer plumpsten Form vom FBI-Direktor Robert Mueller unmittelbar nach dem Ereignis vertreten wurde, wusste kein einziger Angehöriger der gesamten US-Regierung auch nur das Mindeste über die bloße Existenz, geschweige denn über die Methoden oder Ziele der Attentäter vom 11. September. Eine genaue Begutachtung der Informationen, die seit dem 11. September bruchstückhaft ans Licht gekommen sind, beweist, dass diese Behauptungen nicht nur zweifelhaft, sondern bewusst falsch sind.

Der Fall Zacharias Moussaoui ist nur der hervorstechendste Beweis dafür, dass die terroristischen Angriffe vom 11. September nicht nur ein kolossales Versagen auf Seiten des FBI und CIA darstellen, sondern eine Verweigerung notwendiger Maßnahmen beinhalten, für die es keine legitime Erklärung gibt. [Siehe dazu: WSWS, 5. Januar 2002, "The strange case of Zacarias Moussaoui"] Es gab nicht nur Warnungen allgemeiner Art über wahrscheinliche Selbstmordanschläge, sondern mehrere der Attentäter, darunter auch der mutmaßliche Kopf der Aktion, Mohammed Atta, wurden von US-Agenten überwacht. Es ist nicht zu viel gesagt, dass die Terroristen ihre mörderische und verheerende Mission nur erfüllen konnten, weil der amerikanische Geheimdienst wiederholte Warnungen ignorierte, sich weigerte, die elementarsten Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, und anscheinend eine völlige Gleichgültigkeit gegenüber einem bevorstehenden großen Terrorangriff auf amerikanischem Boden an den Tag legte.

Hinzu kommt die Weigerung sämtlicher Abteilungen der US-Regierung, irgendwelche Untersuchungen über die Umstände des Angriffs anzustellen, der an einem einzigen Tag mehr amerikanische Todesopfer als jeder andere Gewaltakt in der amerikanischen Geschichte forderte. In den vier Monaten seit dem 11. September gab es kein ernsthaftes Bemühen, die Umstände zu untersuchen, die Lehren daraus zu ziehen und die Verantwortlichkeiten festzustellen. Dies ist an sich schon ein Hinweis darauf, dass es hochrangige Personen in Washington gibt, die eine Menge zu verbergen haben.

Warnungen ausländischer Regierungen

Die Regierungen von mindestens vier Ländern - Deutschland, Ägypten, Russland und Israel - warnten in den Monaten vor dem 11. September die USA ausdrücklich vor einem bevorstehenden Terrorangriff. Diese Warnungen gaben im Voraus, wenn auch in fragmentarischer Form, ein Bild über das Ausmaß des Angriffs und sein wichtigstes Ziel. Außerdem enthielten sie den Hinweis, dass entführte Passagierflugzeuge als Waffe dienen würden.

Laut einem Artikel einer großen deutschen Tageszeitung, veröffentlicht kurz nach der Zerstörung des World Trade Center, hatte der deutsche Geheimdienst BND sowohl dem amerikanischen als auch dem israelischen Geheimdienst im Juni mitgeteilt, dass Terroristen aus dem Nahen Osten sich darauf vorbereiteten, ein Passagierflugzeug zu entführen und es als Waffe zu benutzen, um wichtige Symbole der amerikanischen und israelischen Kultur anzugreifen.

Die Zeitung zitierte ungenannte deutsche Geheimdienstquellen, nach denen die Information über Echelon gewonnen wurden, das von den USA kontrollierte System von 120 Satelliten, die sämtliche weltweiten elektronischen Kommunikationen überwachen. Echelon wird gemeinsam von den USA, Kanada, Großbritannien, Australien und Neuseeland betrieben, obwohl seine Existenz gar nicht offiziell zugegeben wird. (Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. September 2001).

Die Regierung Ägyptens schickte am 13. Juni eine dringende Warnung an die USA, die sich auf ein Video stützte, das von Osama bin Laden stammt. Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak sagte der französischen Zeitung Le Figaro, dass die Warnung zum ersten Mal kurz vor dem G-8-Gipfel in Genua übermittelt worden sei. Sie wurde so ernst genommen, dass man rund um den Christoph-Columbus-Flughafen von Genua Luftabwehr-Geschütze in Stellung brachte. Laut Mubarak habe bin Laden "davon gesprochen, Präsident Bush und andere Staatsoberhäupter in Genua zu ermorden. Dabei sollte ein mit Sprengstoff gefülltes Flugzeug zum Einsatz kommen. Diese Vorkehrungen wurden damals getroffen." (Quelle: New York Times, 26. September 2001, "2 Leaders Tell of Plot to Kill Bush in Genoa", von David Sanger)

Laut russischen Presseberichten informierte der russische Geheimdienst die CIA darüber, dass in diesem Sommer 25 terroristische Piloten eigens auf Selbstmordeinsätze vorbereitet worden seien. In einem Interview vom 15. September mit MSNBC bestätigte der russische Präsident Wladimir Putin, dass er im August den russischen Geheimdienst beauftragt habe, die US-Regierung "so eindringlich wie möglich" zu warnen, dass Anschläge auf Flughäfen und Regierungsgebäude unmittelbar bevorstünden. (Quelle: Website From The Wilderness; MSNBC).

Der Londoner Sunday Telegraph - eine erzkonservative Zeitung, die normalerweise die Bush-Regierung energisch unterstützt - berichtete, dass der israelische Geheimdienst Mossad im August eine Warnung an FBI und CIA übermittelt habe, wonach nicht weniger als 200 Sympathisanten Osama bin Ladens in das Land eingeschleust würden, um "einen schweren Anschlag auf die Vereinigten Staaten" auszuführen. Der Berater sprach über ein "sehr großes Zielobjekt", bei dem die Amerikaner "äußerst verwundbar" seien. Die Los Angeles Times zitierte ungenannte US-Sprecher, die bestätigten, dass Warnungen vom Mossad eingegangen seien. (Quelle: Sunday Telegraph, 16. September 2001, "Israeli security issued urgent warning to CIA of large-scale terror attacks", von David Wastell und Philip Jacobson; Los Angeles Times, 20. September 2001, "Officials Told of ‚Major Assault‘ Plans", von Richard A. Serrano und John-Thor Dahlburg)

Der Independent, eine liberale Tageszeitung in Großbritannien, publizierte einen Artikel, der bestätigte, dass die US-Regierung "wiederholt vor einem verheerenden Anschlag auf die Vereinigten Staaten gewarnt wurde". Der Independent zitierte aus einem Interview, das Osama bin Laden Ende August einer arabisch-sprachigen, in London erscheinenden Zeitung gab, der al-Quds al-Arabi. Etwa gleichzeitig wurden straffere Sicherheitsmaßnahmen für das World Trade Center angeordnet, ohne dass dafür Gründe angegeben wurden. (Quelle: Independent, 17. September 2001, "Bush did not heed several warnings of attack", von Andrew Gumbel)

Trotz dieser zahlreichen Vorwarnungen gab kein einziger US-Geheimdienst vor dem 11. September irgendeine Warnung vor einem möglichen Angriff auf ein Ziel auf US-Territorium heraus. Die CIA und das FBI hatten Warnungen über mögliche Attentate auf amerikanische Militärsstützpunkte oder Botschaften im Nahen Osten, Europa und Asien herausgegeben. Am 7. September gab das US-Außenministerium weltweit Alarm wegen eines bevorstehenden Angriffs durch bin Ladens Anhänger, doch bezog es sich dabei nur auf amerikanische Objekte in Ostasien, besonders in Japan, aber nicht innerhalb der USA selbst. Der führende Republikaner im Geheimdienstkomitee des Senats, Senator Richard Shelby, gab zu: "Dies war offensichtlich ein Versagen von großem Ausmaß. Wir hatten keine besondere Warnung, dass die USA angegriffen werden könnten."

Darüber hinaus muss die Entscheidung des FBI, keine Maßnahmen bezüglich Zacarias Moussaoui zu treffen, im Licht dieses nicht abreißenden Stroms von Vorwarnungen aus dem Ausland betrachtet werden. Die US-Regierung wurde wiederholt davor gewarnt, dass verheerende Angriffe mit entführten Zivilflugzeugen drohten. Dennoch entschied das FBI, keine intensiven Ermittlungen gegen einen Mann zu führen, der nach Angaben des französischen Geheimdiensts wahrscheinlich mit Osama bin Laden in Verbindung stand und lernen wollte, wie man eine Boeing 747 steuert, ohne sich für das Starten und Landen zu interessieren. Moussaoui wurde von der Einwanderungs- und Einbürgerungsbehörde erst nach dem 11. September an das FBI überstellt.

Amerikanische Untersuchungen und Befürchtungen

Ungeachtet der Behauptung, dass die US-Geheimdienste die Möglichkeit von Selbstmordangriffen mit Zivilflugzeugen vor dem 11. September gar nicht ins Auge gefasst hätten, gab es schon seit acht Jahren Hinweise darauf, dass die amerikanische Regierung sehr wohl solche Befürchtungen hegte.

Eine 1993 vom Pentagon beauftragte Expertenkommission diskutierte, wie ein Flugzeug dazu eingesetzt werden könnte, nationale Wahrzeichen zu bombardieren. "Man betrachtete das als eine extreme Vorstellung, ein bisschen zu gruselig für die Zeit", sagte der Luftwaffenoberst a.D., Doug Menarchik, Leiter der 150.000-Dollar-Studie für die Abteilung des Verteidigungsministerium, die für Spezialoperationen und kleinere Konflikte zuständig ist. "Nachdem ich gegangen war, entschlief sie eines ruhigen Todes." Die Entscheidung, detaillierte Szenarien nicht zu veröffentlichen, wurde teilweise aus der Befürchtung heraus getroffen, dadurch könnten Terroristen auf neue Ideen gebracht werden, wie Teilnehmer sagten. Ein Entwurf wurde im Pentagon, dem Justizministerium und im Bundesamt für Notfallmanagement zirkuliert, aber führende Politiker entschieden sich letztlich gegen eine Veröffentlichung. (Quelle: Washington Post, 2. Oktober 2001, "Before Attack, U.S. Expected Different Hit, Chemical, Germ Agents Focus of Preparations", von Jo Warrick und Joe Stephens).

1994 gab es drei Fälle von versuchten Attentaten auf Gebäude, bei denen Flugzeuge zum Einsatz kamen. Der erste, im April 1994, betraf einen Flugingenieur von Federal Express, der entlassen werden sollte. Er bestieg als Passagier eine DC-10 und drang ins Cockpit vor, um das Flugzeug in eine Konzernzentrale in Memphis zu steuern, doch wurde er von der Crew überwältigt. Der zweite Fall erfolgte im September, als ein einzelner Pilot eine gestohlene einmotorige Cessna in einen Baum vor dem Weißen Haus steuerte, unmittelbar vor dem Schlafzimmer des Präsidenten. Der dritte Fall war die Entführung einer Air-France-Maschine im Dezember in Algier durch die GIA (Groupes islamiques armés). Die Entführer landeten die Maschine in Marseilles und ordneten an, sie mit 27 Tonnen Benzin zu füllen, dreimal mehr, als für einen Flug nach Paris nötig war. Ihr Ziel war es, das Flugzeug in den Eiffelturm zu steuern. Französische Spezialtruppen stürmten die Maschine noch am Boden. (Quelle: New York Times, 3. Oktober 2001, "Earlier Hijackings Offered Signals That Were Missed", von Matthew Wald)

Im Januar 1995 verhaftete die philippinische Polizei Abdul Hakim Murad in einer Wohnung in Manila, wo eine Ausrüstung zur Herstellung von Bomben gefunden wurde, und verhörte ihn unter Folter. Er sagte aus, es habe Pläne gegeben, in elf amerikanischen Flugzeugen Zeitbomben zu hinterlegen, sowie ein Flugzeug in das CIA-Hauptquartier in Langley, Virginia stürzen zu lassen. Die Vorbereitungen waren so weit fortgeschritten, dass Murad die einzelnen Flugobjekte beschreiben konnte, die meisten von ihnen mit trans-pazifischer Flugroute, die über dem Ozean explodieren sollten. Murad hatte Flugschulen in den Vereinigten Staaten besucht und einen Flugschein für Zivilflugzeuge erworben. Er sagte den Ermittlern, er hätte das Flugzeug ins CIA-Hauptquartier steuern sollen. Ein anderer islamischer Fundamentalist sollte ein zweites Flugzeug in das Pentagon fliegen (Quelle: Washington Post, 23. September, "Borderless Network of Terror, Bin Laden Followers Reach Across Globe", von Doug Struck, Howard Schneider, Karl Vick und Peter Baker).

Kurze Zeit später im gleichen Jahr wurde der mutmaßliche Organisator des ersten Bombenanschlags auf das World Trade Center, Ramzi Ahmed Yousef, in Pakistan verhaftet, an den US-Geheimdienst ausgeliefert und in die Vereinigten Staaten geflogen, um vor Gericht gestellt zu werden. Auf dem Flug prahlte Yousef Berichten zufolge vor dem FBI-Agenten Brian Parr und weiteren Beamten seiner Eskorte damit, dass er mehrere Möglichkeiten nur knapp verpasst habe, bei denen er ein Dutzend Flugzeuge an einem einzigen Tag über dem Pazifik hätte in die Luft jagen und einen kamikaze-artigen Selbstmordanschlag auf das CIA-Hauptquartier in Langley, Virginia, hätte ausführen können. Man brachte Yousef mit dem gleichen Plan in Verbindung, für den Abdul Hakim Murad auf den Philippinen inhaftiert worden war. Murad wurde ebenfalls an die Vereinigten Staaten ausgeliefert, wo seine Zeugenaussage eine wichtige Rolle im Prozess gegen Yousef und bei dessen Verurteilung spielte. (Quelle: John Cooley, Unholy Wars, New York, 2000, S. 247)

Anfang 1996 waren US-Politiker zur Erkenntnis gekommen, dass möglicherweise auch landwirtschaftliche Sprühflugzeuge von Terroristen als Waffen bei Selbstmordflügen genutzt werden könnten, und sie begannen Schritte einzuleiten, um während der olympischen Sommerspiele in Atlanta einem Attentat aus der Luft vorzubeugen. Black-Hawk-Hubschrauber und Flugzeuge der US-Grenzpolizei wurden eingesetzt, um verdächtige Maschinen im Luftraum über den olympischen Spielen abzufangen. Geheimdienstmitarbeiter kontrollierten Sprühflugzeuge noch in einer Entfernung von Hunderten Meilen vom Zentrum von Atlanta. Polizeibeamte durchkämmten alle regionalen Flughäfen im gesamten Norden von Georgia, "um sicherzustellen, dass niemand ein kleines Flugzeug entführen konnte, um damit die Spiele anzugreifen", wie Woody Johnson sagte, der FBI-Agent, der damals für die Zweigstelle in Atlanta verantwortlich war. Vom 6. Juli bis zum Ende der Spiele am 11. August verbot die FAA (Federal Aviation Administration, Bundesamt für Luftverkehr) alle Flüge im Umkreis von einer Meile um das olympische Dorf, wo die Athleten wohnten. Es ordnete außerdem an, an allen Orten, wo gespielt wurde, jeweils drei Stunden vor Beginn bis drei Stunden nach Ende der Spiele kein Flugzeug näher als drei Meilen herankommen zu lassen. (Quelle: Los Angeles Time, 17. November 2001, "Suicide Flights and Crop Dusters Considered Threats at '96 Olympics", von Mark Fineman und Judy Pasternak)

Schon im Jahre 1996 begann das FBI damit, die Tätigkeit arabischer Studenten in amerikanischen Flugschulen genauer unter die Lupe zu nehmen. Regierungspolitiker gaben zu, dass Polizeibeamte davon ausgingen, fast ein Dutzend Menschen mit Verbindungen zu bin Laden hätten US Flugschulen besucht." FBI-Agenten suchten 1996 zwei Flugschulen auf, um Informationen über verschiedene arabische Piloten zu erhalten, die hier ausgebildet worden waren. Die beiden Schulen waren auch von Abdul Hakim Murad besucht worden, der der philippinischen und amerikanischen Polizei die Pläne gestanden hatte, ein entführtes Flugzeug ins CIA-Hauptquartier zu fliegen. 1998 fragten FBI-Agenten die Leiter der Airman Flight School in Norman, Oklahoma, über einen Absolventen ihrer Schule aus, der von Zeugen vor Gericht als einer von Osama bin Ladens Piloten identifiziert worden war. Dies war die gleiche Schule, die Zacarias Moussaoui später besuchen sollte. Ein Artikel der Washington Post kommt zum Schluss: "Seit 1996 hatte das FBI Beweise erhalten, dass internationale Terroristen US-Flugschulen benutzten, um zu lernen, wie man einen Jumbojet fliegt. Ein gescheitertes Vorhaben in Manila, US-Linienflugzeuge in die Luft zu sprengen, und später eine Zeugenaussage vor Gericht von einem Verbündeten von bin Laden war nach Expertenberichten Anlass für Untersuchungen des FBI an verschiedenen Schulen." (Quelle: Washington Post, 23. September 2001, "FBI Knew Terrorists Were Using Flight Schools", von Steve Fainaru und James V. Grimaldi)

Kurz vor den olympischen Spielen in Sydney 2000 wurde ernsthaft die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass "ein voll besetztes Passagierflugzeug mit gefülltem Tank vor einem weltweiten Fernsehpublikum in die Eröffnungszeremonie stürzen" könnte, wie der damalige Superintendent der Polizei von Sydney, Paul McKinnon, berichtete. Er sagte, Osama bin Laden sei als Gefahr ersten Ranges betrachtet worden. IOC-Funktionäre erklärten, schon seit 1972 würden Katastrophen mit abstürzenden Flugzeugen in den Sicherheitserwägungen für Olympische Spiele berücksichtigt. "Das war unser Alptraum-Szenario", sagte ein IOC-Funktionär. Im Jahr 2001 führte das IOC ausführliche Diskussionen mit dem FBI anlässlich der Sicherheitsplanung für die Winterspiele 2002 in Salt Lake City. (Quelle: Sydney Morning Herald, 20. September 2001, "Jet crash on stadium was Olympics nightmare", von Jacquelin Magnay)

Der Jahresbericht der Federal Aviation Administration (FAA) über kriminelle Handlungen gegen Flugzeuge, der Anfang 2001 erschien, vermerkt, dass bisher von bin Laden zwar kein Angriff auf zivile Flugzeuge ausgegangen sei, doch habe er "sowohl die Motivation als auch die nötigen Mittel dazu". Weiter heißt es da: "Bin Ladens anti-westliche und anti-amerikanische Haltung macht aus ihm und seinen Sympathisanten eine bedeutende Gefahr für das zivile Flugwesen, besonders für US-Passagierflüge." (Quelle: FAA)

Anfang 2001 begann in New York City ein Prozess, bei dem vier Angeklagte beschuldigt wurden, die Bombenangriffe gegen US-Botschaften in Kenia und Tansania im Jahre 1998 durchgeführt zu haben. Der Prozess enthüllte, dass zwei von bin Ladens Männern eine Pilotenausbildung in Texas und Oklahoma erhalten hatten und ein dritter beauftragt worden war, solche Stunden zu nehmen. L'Houssaine Kherchtou, ein Verbündeter von bin Laden, wurde zum Kronzeugen der Anklage und erzählte dem Gericht, dass man 1993 von ihm verlangt habe, Flugunterricht zu nehmen, Ein weiterer Mann von bin Laden, Essam al-Ridi, bestätigte, dass er für bin Laden ein Militärflugzeug gekauft und es in den Sudan geflogen habe. Al-Ridi wurde 1998 Kronzeuge und gab dem FBI schon drei Jahre vor dem Attentat vom 11. September Insider-Informationen über ein Pilotenausbildungsprogramm. Obwohl dieser Prozess von Februar bis Juli 2001 dauerte, führte er nicht dazu, dass bezüglich des amerikanischen Passagierflugverkehrs erhöhte Wachsamkeit geherrscht hätte.

Siehe auch:
Teil 1: Vorwarnungen
(23. Januar 2002)

Teil 2: Die Attentäter im Visier
(24. Januar 2002)

Teil 3: Die Vereinigten Staaten und der Terrorismus in Nahost
(26. Januar 2002)

Teil 4: Die Verweigerung einer Untersuchung
(29. Januar 2002)

Terrorangriff auf New York und Washington
(5. Januar 2002)

The strange case of Zacarias Moussaoui: FBI refused to investigate man charged in September 11 attacks

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