Die radikale Linke in Frankreich

Teil 7 - Lutte Ouvrière und die Vierte Internationale

Lutte Ouvrière beruft sich zwar auf den Trotzkismus, hat sich aber niemals der Vierten Internationale angeschlossen, der von Trotzki begründeten Weltpartei der sozialistischen Revolution.

In einer Broschüre, die sie 1988 zum 50. Jahrestag der Gründung der Vierten Internationale veröffentlichte, rechtfertigt sie dies folgendermaßen: "Um eine Politik, die jeden Kompromiss in der grundlegenden Frage der politischen und organisatorischen Unabhängigkeit des revolutionären Proletariats ablehnt, frei durchführen und verteidigen zu können, wurde Lutte Ouvrière unabhängig von den verschiedenen Organisationen aufgebaut, die sich auf die Vierte Internationale berufen." (1)

In einer Konferenzresolution vom vergangenen Jahr erklärt LO ihre Zurückweisung der Vierten Internationale mit den Worten: "Die verschiedenen trotzkistischen Strömungen, die einen auf Internationale machen, verschleiern damit, abgesehen vom lächerlichen Charakter derartiger Spielchen, dass sie keine Anstrengungen unternehmen, sich in der Arbeiterklasse ihres Landes zu verankern, d.h. dass sie sich nicht um den Aufbau revolutionärer kommunistischer Parteien bemühen." (2)

Diese Aussagen fassen in konzentrierter Form die ganze Weltanschauung von LO zusammen - ihren tief verwurzelten Nationalismus und Opportunismus.

Marxisten verstehen unter der " Unabhängigkeit des Proletariats" dessen Unabhängigkeit von der Ideologie, der Politik und den Parteien der Bourgeoisie und ihrer kleinbürgerlichen Ableger. Diese Unabhängigkeit ist das Ergebnis eines ständigen Kampfs gegen alle Formen von Opportunismus, wie sie im Milieu der nationalen Arbeiterbewegung vorherrschen. Ein solcher Kampf kann nur mit Hilfe eines internationalen Programms und einer internationalen Organisation geführt werden. Der Aufbau der Vierten Internationale ist die Grundlage und Voraussetzung für die politische und organisatorische Unabhängigkeit des Proletariats.

LO ersetzt das politische Kriterium durch ein soziologisches. Für sie bedeutet "politische Unabhängigkeit" die physische Verankerung im nationalen Arbeitermilieu. Der "Kampf gegen das Eindringen kleinbürgerlicher Ideologie" stellt sie als rein organisatorische, "physische" Aufgabe dar. So erklärte sie 1966 gegenüber dem Internationalen Komitee: "Unsere Organisation wurde gerade aus der Notwendigkeit geboren, uns physisch von der kleinbürgerlichen Umgebung mit ihren sozialdemokratischen Praktiken zu trennen, die die trotzkistischen Organisationen in Frankreich zu Beginn des Krieges ausmachten, um rekrutieren, erziehen und Kader bilden zu können, die leninistische und trotzkistische Organisationsprinzipien in der Praxis umsetzen können und sich nicht mit,bolschewistischen’ Phrasen zufrieden geben, die eine opportunistische Praxis abdecken." (3)

Die Internationale betrachtet LO dagegen als "lächerliches Spielchen", das politische Strömungen davon abhält, "sich in der Arbeiterklasse ihres Landes zu verankern", wobei sie unter "Arbeiterklasse" das Milieu der Gewerkschaften und der unteren Ränge der Kommunistischen Partei versteht. Im Namen der "politischen Unabhängigkeit des Proletariats" rechtfertigt sie so eine nationalistische Orientierung, die den politischen Auffassungen des Stalinismus wesentlich näher steht als denjenigen Trotzkis.

Trotzki hatte gegenüber den Lutte Ouvrières seiner Zeit kategorisch auf der Notwendigkeit einer internationalen Orientierung und einer internationalen Partei bestanden. Das war eine der wichtigsten Lehren, die er aus der Auseinandersetzung mit dem Stalinismus und seinem national-sozialistischen Programm gezogen hatte. "Der Internationalismus ist kein abstraktes Prinzip, sondern ein theoretisches und politisches Abbild des Charakters der Weltwirtschaft, der Weltentwicklung der Produktivkräfte und des Weltmaßstabes des Klassenkampfs", betonte er in "Die permanente Revolution". (4) Dieser Internationalismus findet seine organisatorische Entsprechung in der Vierten Internationale. Keine nationale Organisation kann eine revolutionäre Perspektive entwickeln und aufrecht erhalten, wenn sie nicht im Rahmen und unter der Disziplin einer internationalen Organisation arbeitet, auch wenn sie noch so lautstark den Internationalismus beschwört, betonte Trotzki immer wieder.

In einem Artikel über die britische Independent Labour Party, eine zentristische Partei, die ähnlich wie LO internationale Prinzipienfragen den taktischen Erfordernissen der nationalen Arbeit unterordnete, schrieb er: "Die Internationale ist zuallererst ein Programm, und ein System von strategischen, taktischen und organisatorischen Methoden, die daraus folgen [...] Ohne eine marxistische Internationale sind selbst die fortgeschrittensten nationalen Organisationen zu Beschränktheit, Schwankungen und Hilflosigkeit verdammt." (5)

Dasselbe unterstrich er später in einer Stellungnahme zur sogenannten Lee-Gruppe, die sich aus fraktionellen Gründen weigerte, ihre unabhängige Existenz aufzugeben und gemeinsam mit den anderen trotzkistischen Tendenzen in England der Vierten Internationale beizutreten: "Eine revolutionäre politische Gruppierung von ernstzunehmender Bedeutung kann nur auf der Grundlage großer Prinzipien erhalten und entwickelt werden. Nur die Vierte Internationale verkörpert und repräsentiert diese Prinzipien. Eine nationale Gruppe kann nur dann einen beständigen revolutionären Kurs einhalten, wenn sie mit ihren Gesinnungsgenossen auf der ganzen Welt fest in einer Organisation verbunden ist und ständig politisch und theoretisch mit ihnen zusammenarbeitet. Nur die Vierte Internationale ist eine solche Organisation. Alle rein nationalen Gruppierungen, all diejenigen, die internationale Organisation, Kontrolle und Disziplin ablehnen, sind ihrem Wesen nach reaktionär." (6)

Der Ursprung von Lutte Ouvrière

Die Lee-Gruppe rechtfertigte ihr Fernbleiben von der Vierten Internationale und ihr Festhalten an der organisatorischen Selbständigkeit unter anderem mit ihrer proletarischen Zusammensetzung und der Effektivität ihrer organisatorische Arbeit - Begründungen, die an die heutigen Argumente von LO erinnern. Bei LO sind aber selbst diese Gründe nachgeschoben. Als ihre Vorgängerorganisation 1939 mit den französischen Trotzkisten brach, spielten sie noch keine Rolle. Sie spaltete aufgrund rein subjektiver, engstirniger Cliqueninteressen.

LO führt ihren Ursprung auf einen Rumänen namens David Korner (alias Barta) zurück, der sich 1933 in Frankreich der Linken Opposition angeschlossen hatte und in den folgenden Jahren sowohl in Rumänien als auch in Frankreich aktiv war. 1939 verbot die Daladier-Regierung alle trotzkistischen Organisationen und kurz danach trennte sich Barta zusammen mit drei engen Freunden von der Parti Ouvrier Internationaliste, einer der beiden trotzkistischen Parteien, die damals in Frankreich existierten. Er tat dies "aus vollkommen unpolitischen Gründen", wie der langjährige LO-Führer Robert Barcia (alias Hardy) in seiner kürzlich erschienen Autobiografie bestätigt. (7) Er war fälschlicherweise beschuldigt worden, die Herausgabe eines Flugblatts verhindert zu haben, verließ darauf wutentbrannt eine Parteiversammlung und brach mit der Partei.

Erst ein Jahr später begann Barta den französischen Trotzkisten nationalistische Standpunkte vorzuwerfen. Angesichts der enorm schwierigen Bedingungen, unter denen diese arbeiteten - sie wurden von den Nazi-Besatzern und den Stalinisten verfolgt und waren trotzdem in der Résistance und unter deutschen Soldaten aktiv - können diese Vorwürfe kaum ernstgenommen werden. Sie erinnern stark an die ultralinken Argumente, mit denen der spanische Trotzkist Grandizio Munis 1942 das Verhalten von James P. Cannon und anderen Führern der Socialist Workers Party angriff, die in den USA wegen ihrer Opposition gegen den imperialistischen Krieg vor Gericht standen. (8)

Bartas Gruppe selbst entfaltete während dem Krieg kaum politische Aktivitäten. Eine ihrer Haupttätigkeiten bestand in der Durchführung von Lesezirkeln, in denen die Werke von Marx und Lenin studiert wurden. Hardy, der gegen Kriegsende mit der Gruppe Kontakt aufnahm, merkte anfangs gar nicht, dass er es mit Trotzkisten zu tun hatte, und hielt sie für Mitglieder der Kommunistischen Partei. Das bewahrte die Gruppe allerdings nicht vor stalinistischer Verfolgung. Kurz nach der Befreiung wurde ein Mitglied, Mathieu Bucholz, von Stalinisten entführt und ermordet.

Als sich die französischen Trotzkisten 1944 auf dem ersten europäischen Kongress der Vierten Internationale, der noch in der Illegalität stattfand, zu einer einheitlichen Organisation zusammenschlossen, verweigerte Barta die Teilnahme mit der Begründung, dass erst die nationalistischen Fehler aus der Zeit des Kriegsbeginns analysiert werden müssten, und gründete seine eigene Partei, die Union Communiste.

LO und das Internationale Komitee

Der immer wiederkehrende Einwand von LO gegen die Vierte Internationale lautet, diese sei von ihrer sozialen Zusammensetzung her kleinbürgerlich und stehe ihrer eigenen Verankerung in der Arbeiterklasse im Wege.

So erklärt LO in ihrer Broschüre zum 50. Jahrestag der Vierten Internationale: "Aber nicht die geringe Zahl war die hauptsächliche Schwäche der neuen Internationale, sondern das politische Profil der Mitglieder, die sie anzog, d.h. ihr sozialer und politischer Ursprung, ihre vergangenen Aktivitäten, ihre Beziehungen zur Arbeiterklasse und zur Arbeiterbewegung. [...] Die überwiegende Mehrheit waren ehemalige Intellektuelle, die eine politische Vergangenheit in den Reihen der Sozialdemokratie hatten, nicht aber in den Kommunistischen Parteien der Dritten Internationale." (9)

Diese Behauptungen sind inhaltlich falsch und politisch zynisch. Ähnliche Argumente ließen sich auch gegen Marx, Engels, Rosa Luxemburg, Lenin, Trotzki und viele andere Marxisten anführen, die ebenfalls ehemalige Intellektuelle waren. Die Vierte Internationale bestand vor allem aus Kadern, die ihren Zielen treu ergeben waren. Unter ihnen befanden sich - gerade in Frankreich, aber auch in den USA, in Ceylon und in vielen andern Länder - auch zahlreiche herausragende Mitglieder der Arbeiterklasse. Sie verfügte über keine Massenmitgliedschaft - ein Ergebnis der verheerenden Niederlagen, die der Stalinismus der Arbeiterklasse beigebracht hatte, einschließlich der Ermordung einer ganzen Generation von Revolutionären in den Moskauer Prozessen.

In Wirklichkeit gilt die Feindschaft von LO nicht der sozialen Zusammensetzung der Vierten Internationale, sondern dem unversöhnlichen Kampf gegen den Revisionismus, den diese und ihre heutige Verkörperung, das Internationale Komitee, geführt hat und weiterhin führt. Im Namen der physischen Abgrenzung vom Kleinbürgertum weigert sie sich, den ideologischen und politischen Druck zu bekämpfen, den der Imperialismus mittels kleinbürgerlicher Tendenzen auf die revolutionäre Partei ausübte. Das trat klar zutage, als sie 1966 als Beobachterin an der dritten Weltkonferenz des Internationalen Komitees der Vierten Internationale in London teilnahm.

Die Gruppe von Barta war 1949 auseinandergebrochen und 1956 als Voix Ouvrière neu entstanden. (Den Namen Lutte Ouvrière nahm sie 1968 an, nachdem Voix Ouvrière - wie auch alle anderen trotzkistischen Organisationen - von der Regierung verboten worden war.) Die Arbeit von VO konzentrierte sich auf das Verteilung von Betriebszeitungen im Raum Paris. 1959 begann sie eine Zusammenarbeit mit der Parti Communiste Internationaliste, der französischen Sektion des Internationalen Komitees, die sich vorwiegend auf praktische Fragen beschränkte. Man stellte gemeinsame Betriebszeitungen her und verbreitete sie zusammen. Hardy, der die Gruppe nach dem Ausscheiden Bartas führte, berichtet in seiner Autobiografie, wie er Pierre Lambert, den Führer der PCI, regelmäßig in seinem Auto zu politischen Aktivitäten mitnahm. Man lieferte sich auch gemeinsame Abwehrschlachten gegen die Stalinisten, die für ihre Gewalttätigkeit berüchtigt waren.

1966 reiste dann eine Delegation von Voix Ouvrière zur Konferenz des Internationalen Komitees in London. Sie hatte sich zur Teilnahme entschlossen, weil sie fälschlicherweise annahm, das Internationale Komitee habe seiner eigenen Geschichte abgeschworen. "Wir glauben," erklärte die Delegation auf dem Kongress, "dass das Wichtigste und Positivste an der IK-Erklärung die Anerkennung der Tatsache ist, dass die Vierte Internationale nicht mehr existiert und neu aufgebaut werden muss. In letzter Analyse hat uns diese Anerkennung dazu gebracht, uns am Kongress zu beteiligen." (10)

Lamberts PCI war an diesem Irrglauben nicht unschuldig. Sie neigte im Laufe der sechziger Jahre in wachsendem Maße dazu, die Bedeutung des Kampfs gegen den Pablismus in Frage zu stellen. In der Auseinandersetzung mit der amerikanischen SWP, die sich 1963 mit den Pablisten vereinigte, hatte sie nur eine passive Rolle gespielt, und auch der Kampf gegen den Verrat in Ceylon führte in erster Linie die britische Sektion, die Socialist Labour League unter der Führung von Gerry Healy.

Von der PCI stammte auch die Formulierung " Wieder aufbau der Vierten Internationale", die VO derart attraktiv fand. Die tiefere Bedeutung dieser Formulierung besteht darin, dass sie eine allgemeine politische Amnestie verkündet. Wenn die Vierte Internationale gescheitert ist, dann sind auch die politischen Auseinandersetzungen, die sie geführt hat, belanglos und der Kampf gegen den Pablismus hat keine wirkliche Bedeutung. Alle haben Fehler gemacht, vergessen wir die vergangenen Differenzen und beginnen wir wieder bei Null!

VO vertrat auf dem Kongress explizit einen derartigen Standpunkt. "Der Pablismus in Form des Liquidatorentums war lediglich der vollendete Ausdruck des kleinbürgerlichen Opportunismus aller Sektionen der Internationale", erklärte sie. "Der Pablismus war nicht die Ursache des Scheiterns und Verschwindens der Vierten Internationale, sondern ihr Ergebnis." (11) Nur drei Jahre, nachdem sich die amerikanische SWP auf der Grundlage einer unkritischen Unterstützung Fidel Castros mit den Pablisten vereinigt hatte und zwei Jahre nach dem historischen Verrat in Ceylon (12) behauptete VO: "Die Bedeutung, die dem Pablismus beigemessen wird, ist reiner Bluff und keine ernsthafte Analyse." (13)

Hätte das Internationale Komitee diese Auffassung akzeptiert, wäre die unausweichliche Folge seine politische Entwaffnung und Liquidation gewesen. Der Kongress trat ihr entschieden entgegen. Auf Antrag der britischen Delegation bekannte er sich ausdrücklich zur Kontinuität der Vierten Internationale. Die zu diesem Zweck einberufene Kommission erklärte: "Die Konferenz bestätigt, dass die Vierte Internationale nicht degeneriert ist. Die historische Kontinuität der Vierten Internationale, die 1938 von Leo Trotzki gegründet, in den Jahren 1943 bis 1946 neu gebildet und 1950 bis 1953 durch einen Zerstörungsversuch des Pablismus angegriffen wurde, ist seit 1953 durch den Kampf der trotzkistischen Organisationen im Internationalen Komitee aufrecht erhalten worden. Im Ergebnis erklärt die Internationale Konferenz, dass die Kontinuität der Vierten Internationale durch das Handeln des Internationalen Komitees verteidigt und erhalten worden ist." (14)

VO verließ darauf den Kongress. Dem Kampf gegen den pablistischen Revisionismus wollte sie sich unter keinen Umständen anschließen. Hardy, der wegen der Teilnahme am Kongress seinen Arbeitsplatz aufgeben musste, grollt noch 37 Jahre später in seinen Erinnerungen: "Einmal mehr machten die anwesenden Gruppen, die zum Kongress eingeladen hatten, zum zigsten Mal dem Internationalen Sekretariat (von Pierre Frank) den Prozess. Der ‚Pablismus’ wurde für das Scheitern des Beamtenstreiks in Frankreich 1953 verantwortlich gemacht, für das Scheitern der revolutionären Kämpfe in den Ländern des Ostens, ganz zu Schweigen von den Kämpfen in den Kolonialländern. Alles war der Fehler Pablos. Und das Ganze ausgestattet mit angeblich theoretischen Überlegungen. Aber kein Wort zu den wirklichen Ursachen des Scheiterns der Vierten Internationale und der Unfähigkeit all ihrer Sektionen, in die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen einzugreifen." (15)

Der dritte Weltkongress beendete jede Form der Zusammenarbeit zwischen LO und dem Internationalen Komitee. Der frustrierte Hardy warf sich den Pablisten in die Arme, mit denen ihn seither eine, wie er schreibt, "längere und an Mikroereignissen reichere Geschichte verbindet" als mit dem Internationalen Komitee. Diese Geschichte sei voller "Brüche und Versöhnungen", wobei "für alle Versöhnungen wir verantwortlich waren, sie dagegen für fast jeden Bruch". (16)

1968 schlug LO den Pablisten Pierre Frank und Alain Krivine von der LCR erfolglos die Gründung einer Einheitspartei der extremen Linken vor. 1969 nahm sie als Beobachterin an einem Weltkongress des Vereinigten Sekretariats teil, in dessen Mittelpunkt der Vorschlag stand, in Lateinamerika eine ländliche Guerillataktik zu verfolgen. Offenbar lehnte sie diesen Kurs ab, was sie aber nicht daran hinderte, an zwei weiteren Kongressen des Vereinigten Sekretariats teilzunehmen und der LCR weitere Vereinigungsangebote zu unterbreiten sowie gemeinsame Aktivitäten mit ihr durchzuführen. Auch zur argentinischen MAS von Nahuel Moreno, der eine eigene Variante des pablistischen Opportunismus entwickelte, unterhielt LO Beziehungen, die erst mit Morenos Tod im Jahr 1987 endeten.

Die Geschichte von LO hat Trotzkis Warnung bestätigt, dass "all diejenigen, die internationale Organisation, Kontrolle und Disziplin ablehnen, ihrem Wesen nach reaktionär" sind. Ihr Antiinternationalismus, den sie mit der physischen Verankerung im Milieu der nationalen Arbeiterbewegung rechtfertigt, ihre Gleichgültigkeit gegenüber politischen und theoretischen Fragen und ihre Verachtung für den Kampf gegen Revisionismus und Pablismus treiben sie angesichts des Aufbrechens des Klassenkompromisses der Nachkriegszeit unweigerlich nach rechts.

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Anmerkungen

1) Cercle Léon Trotsky, « 50 ans après la fondation de la IVe Internationale », 1988, S. 28

2) « Les fondements programmatiques de notre politique », Lutte de Classe No77, Décembre 2003 - Janvier 2004 (http://www.union-communiste.org/?
FR-archp-show-2003-1-515-2735-x.html)

3) « Trotskyism versus revisionism », vol. 5, p. 70, London 1975

4) Leo Trotzki, « Die permanente Revolution », Essen 1993, S. 59

5) « Trotsky’s writings on Britain », volume 3, p. 112-113

6) « Documents of the Fourth International », New York 1973, p. 270

7) Robert Barcia alias Hardy, "La véritable histoire de Lutte ouvrière », Paris 2003, p84

8) Siehe David North, « Das Erbe, das wir verteidigen », Kapitel 5

9) « 50 ans après la fondation de la IVe Internationale », 1988, S. 19-20

10) « Trotskyism versus revisionism », vol. 5, p. 75, London 1975

11) ebd. p. 71

12) Siehe Teil 4 dieser Serie

13) « Trotskyism versus revisionism », vol. 5, S. 73

14) ebd. S. 30

15) Robert Barcia, op.cit. p200

16) ebd. p280

Siehe auch:
Teil 1 - Das Wahlbündnis von LO und LCR
(6. Mai 2004)
Teil 2 - Die Sammlung der "antikapitalistischen Linken" durch die LCR
( 7. Mai 2004)
Teil 3 - Der 15. Weltkongress der pablistischen Internationale
( 8. Mai 2004)
Teil 4 - Die Wurzeln des Pablismus, ein historischer Rückblick
( 11. Mai 2004)
Teil 5 - Die Pablisten und die Regierung Lula
( 13. Mai 2004)
Teil 6 - Die Demoralisierung von Lutte Ouvrière
( 13. Mai 2004)
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