Alan Thornett denunziert den Trotzkismus

Teil 2

Von Chris Marsden
4. April 2008

Dies ist der zweite und letzte Teil eines zweiteiligen Artikels der die Rolle von Alan Thornetts International Socialist Group im Respect-Renewal-Projekt untersucht, das vom Mitglied des britischen Parlaments, George Galloway, geleitet wird. Teil eins ist am 3. April, erschienen.

Alan Thornetts gehässiger Angriff auf den Trotzkismus bietet die Gelegenheit für eine nochmalige Untersuchung seiner eigenen politischen Entwicklung. Sie ist insofern aufschlussreich, als sie zeigt, wie eine falsche politische Auffassung über die Entwicklung des Sozialismus für eine Schicht von Arbeitern und Kleinbürgern, die sich ehemals zu revolutionärer Politik hingezogen fühlten, zum Ausgangpunkt für einen deutlichen Schwenk nach rechts wurde. Dieser politische Schwenk hing mit tief greifenden Erfahrungen zusammen, welche die Arbeiterklasse in Großbritannien mit Labour gemacht hat.

In seiner Kritik am "Linksradikalismus" "trotzkistischer Gruppen" in Großbritannien, erwähnt Thornett speziell die Socialist Labour League (SLL) und ihre Nachfolgeorganisation, die Workers Revolutionary Party (WRP). Die SLL/WRP war früher die britische Sektion des Internationalen Komitees der Vierten Internationale (IKVI), das die World Socialist Web Site veröffentlicht. Thornetts Gruppe ist eine Abspaltung der WRP von 1974.

Thornett war Teil einer nennenswerten Schicht von militanten Arbeitern, die in den 1960er Jahren als Ergebnis eines politischen Kampfs gegen die Labour- und Gewerkschaftsbürokratie für die Socialist Labour League gewonnen wurde. Thornett war Vertrauensmann in der großen britischen Automobilfabrik British-Leyland in Cowley. Er verließ die Kommunistische Partei und trat der SLL bei. Er führte viele Kämpfe in der Fabrik an, wurde Vorsitzender des Ortsverbands der Transportarbeitergewerkschaft Transport and General Workers Union und des gemeinsamen Vertrauensleute-Ausschusses in Cowley. Er war ebenfalls Führer des Gewerkschaftsarms der SLL, der All Trades Union Alliance.

Thornett trat der SLL zu einer Zeit bei, als man allgemein annahm, dass die Entwicklung der revolutionären Partei notwendigerweise mit einer deutlichen Bewegung nach links innerhalb der Labour Party und der Gewerkschaften einhergehen musste, denen sich Millionen von Arbeitern zugehörig fühlten, weil sie diese Organisationen für sozialistisch hielten. Die Aufgabe bestand darin, eine systematische Arbeit zu leisten, um den sozialistischen Anspruch der Labour- und Gewerkschaftsbürokratie zu entlarven, und die politisch fortgeschrittensten Arbeiter für die revolutionäre Partei zu gewinnen, indem man sie von den Illusionen in Labour brach. In diesem Kampf waren die Gewerkschaften, die mehr als 10 Millionen Mitglieder vertraten und eine sehr aktive Mitgliedschaft hatten, eine wesentliche Arena des politischen Kampfs.

Die Tendenz, die Thornett dann später leitete, kristallisierte sich als opportunistische Richtung heraus, die sich genau auf die bürokratischen Führungen und Organisationen orientierte, welche die SLL bekämpfte. Im Gegensatz zu dem politischen Kampf, Arbeiter von den Führungen der Labour Party und der Gewerkschaften zu brechen, entwickelte er die Idee, dass sich innerhalb der Bürokratie selbst eine linke Tendenz herausbilden würde, die für den Sozialismus gewonnen werden könnte.

In einer Zeit starker politischer Wendungen in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren, die in Großbritannien die Form von großen Kämpfen gegen die konservative (Tory) Party von Edward Heath annahmen, wurde dies zum Ausgangspunkt für Thornetts organisatorischen und politischen Bruch mit dem Trotzkismus.

Von seinen Anschauungen her war Thornett in vieler Hinsicht ein militanter Gewerkschafter geblieben und gelangte zu der Ansicht, dass der Kampf, den die SLL führte, seiner eigenen Arbeit als Vertrauensmann in Cowley zuwiderlief; diese Arbeit als Vertrauensmann konzentrierte sich auf Bemühungen, mit verschiedenen linken Labouranhängern, Stalinisten und linken Radikalen zur Verteidigung von Arbeitsplätzen und Arbeitsbedingungen zusammenzuarbeiten. Thornett schrieb später, "der Trotzkismus - und damals Trotzkist zu sein, bedeutete mehr oder weniger Mitglied der SLL zu sein wegen ihrer Größe und ihres Einflusses - bot uns nicht nur eine Analyse des Kapitalismus, sondern auch der Gewerkschaftsführer, ihrer Rolle in der Gesellschaft und ihrer Beziehung zu den Unternehmern."

Allerdings, fährt er fort, " übertrieb die SLL das bis ins Extreme. Sie sah die Rolle, die die Funktionäre im Allgemeinen spielten, als anwendbar auf alle an. Sie sah nicht die Unterschiede und dass einige auch eine progressive Rolle spielen konnten. Sie war deshalb unfähig, Bündnisse mit denen zu schließen, die Prinzipien vertraten." [Hervorhebung hinzugefügt|

Thornetts Anpassung an die Labour- und Gewerkschaftsbürokratie entwickelte sich unter Bedingungen einer wachsenden politischen Desorientierung der zentralen SLL-Führung von Gerry Healy, Cliff Slaughter and Michael Banda.

Wie in der Broschüre "Wie die Workers Revolutionary Party den Trotzkismus verraten hat" erklärt wird, entwickelte sich die Spaltung von Thornett im Gefolge des ungeklärten Bruchs mit der französischen Organisation Communiste Internationaliste (OCI) im Jahr 1971.

Schon 1966 hatte die OCI erklärt, dass die Vierte Internationale zerstört worden sei und wiederaufgebaut werden müsse. Sie leugnete, dass das IKVI die Kontinuität des Trotzkismus darstellte, und wies die Bedeutung des Kampfs zurück, der gegen das Liquidatorentum der pablistischen Bewegung und gegen deren umfassende Anpassung an die stalinistischen, sozialdemokratischen und bürgerlich-nationalistischen Parteien geführt worden war. - von diesen Parteien behaupteten sie, es seien "stumpfe Instrumente", mit denen der Sozialismus verwirklicht werde.

In den stürmischen sozialen und politischen Kämpfen, die Europa nach dem französischen Generalstreik von 1968 erschütterten, begann die OCI eine bedeutende Jugendbewegung aufzubauen, allerdings auf der Grundlage einer Anpassung an diverse zentristische Tendenzen in Frankreich und international. In der Folgezeit gründete sie das Komitee zum Wiederaufbau der Vierten Internationale und die Arbeiterpartei (PT) in Frankreich als zentristische Instrumente, durch die sie eine führende Position innerhalb der Gewerkschaft Force Ouvriere begründete. Die OCI platzierte Lionel Jospin 1971 in der Sozialistischen Partei. Später wurde Jospin ein wichtiger Verbündeter von Francois Mitterand dem Vorsitzenden der Sozialistischen Partei, der von 1981 bis 1995 das Amt des französischen Präsidenten innehatte. Jospin wurde später Premierminister Frankreichs.

Die SLL führte keinen umfassenden politischen Kampf gegen die OCI, sondern erklärte stattdessen am 24. November 1971 öffentlich die Spaltung, noch bevor ein wirklicher Versuch unternommen worden war, die Kader der damaligen französischen Sektion aufzuklären und sie von der zentristischen Perspektive der Parteiführung loszureißen. Das bedeutete, dass die SLL politisch entwaffnet und geschwächt war, als Thornetts Tendenz sich als Ergebnis einer ähnlichen zentristischen Abweichung entwickelte und zu einem direkten Werkzeug für einen politischen Gegenangriff der OCI wurde.

1973 traf die SLL die Entscheidung, eine Kampagne für die Umwandlung der Partei in die Workers Revolutionary Party zu beginnen. Die Gründungsdokumente der neuen Partei stellten eine deutliche Abwendung von der trotzkistischen Tradition der SLL dar, und das auf dem Höhepunkt einer militanten Anti-Tory-Bewegung. Das erklärte Ziel der neuen Partei war es, die Arbeiterklasse hinter einem sozialistischen Programm zu vereinen, um die Tory-Regierung zu stürzen und durch eine Labour-Regierung zu ersetzen.

Folglich wurde die neue Partei überwiegend im Sinne einer wahltechnischen, taktischen Politik definiert. Das heißt, sie wurde nicht als Werkzeug verstanden, mit dem das strategische Ziel verwirklicht werden sollte, die Arbeiterklasse auf der Grundlage des historischen Erbes und des internationalen sozialistischen Programms des Trotzkismus zu mobilisieren, den Kapitalismus zu stürzen, die Arbeitermacht in Großbritannien zu erreichten und den Sozialismus in Großbritannien und international aufzubauen.

Die Forderung nach der Wahl einer Labour-Regierung verpflichtet auf sozialistische Politik war an und für sich richtig und bot die Gelegenheit, die Arbeiter durch die Erfahrung eines politischen Kampfs gegen die Labour- und Gewerkschaftsbürokratie zu führen. Die SLL/WRP ging davon aus, wenn Labour durch eine Offensive der Arbeiterklasse gegen die Tory-Regierung an die Macht gebracht würde, würden Millionen von arbeitenden Menschen von Harold Wilsons neuer Labour-Regierung die Durchsetzung größerer sozialer Reformen erwarten. Das wiederum würde sie mit Labour in Konflikt bringen und die besten Bedingungen für eine politische Abrechnung mit der Sozialdemokratie und den Aufbau der revolutionären Partei schaffen.

Das Gründungsdokument der WRP erklärte, dass der spätere Kampf "für sozialistische Politik unter einer Labour-Regierung" die Partei in die Lage versetzen werde "Tausende für den Marxismus zu gewinnen und die reformistischen Führer aus den Gewerkschaften und der Arbeiterbewegung zu werfen".

Die SLL/WRP passte sich allerdings auf unzulässige Weise an die reformistischen Illusionen in der Arbeiterklasse an. Die WRP legte im Grunde genommen ein Wahlprogramm vor, das den trotzkistischen Charakter der Partei und die internationale Perspektive sowie die politische Autorität des IKVI nur äußerst dezent andeutete. Die Forderungen, die es umriss, wurden als eine Reihe von "Grundrechten" formuliert - für Arbeitsplätze, einen höheren Lebensstandard, Sozialleistungen und bessere Wohnverhältnisse, außerdem wurde gefordert "das System zu ändern", was nicht näher erläutert wurde. Es folgte eine Massenrekrutierungskampagne, bei der nur Übereinstimmung mit diesem Programm gefordert wurde. Das bedeutete, dass Arbeiter in die Partei strömen konnten, die politisch nicht vom Reformismus gebrochen hatten und deren politische Erziehung als Marxisten noch nicht einmal begonnen hatte.

Die nachfolgenden Ereignisse entwickelten sich komplexer und langwieriger, als die WRP angenommen hatte. Die Partei lag nicht falsch mit ihrer Vorhersage, dass die Arbeiterklasse in Konflikt mit der Labour-Regierung geraten würde. (Streiks im gesamten öffentlichen und privaten Sektor gegen die von Labour erzwungene Lohnzurückhaltung führten im "Winter der Unzufriedenheit" 1978-1979 zu einem Verlust von 30 Millionen Arbeitstagen.) Aber es war falsch anzunehmen, dass die Bewegung gegen Labour sich als eine ununterbrochene Ausweitung der militanten Bewegung gegen die Tories entwickeln würde.

Heath rief für den 3. Mai 1974 Neuwahlen aus und zog mit der Parole in den Wahlkampf: "Wer regiert das Land, die Regierung oder die Gewerkschaften?" Die Labour Party kehrte nur vier Monate nach der Gründung der WRP als Minderheitsregierung an die Macht zurück. Ihr Sieg hatte anfänglich eine Verstärkung der Illusionen in die Labour Party und den Reformismus zur Folge und keine Schwächung, auch bei Arbeitern, die für die WRP rekrutiert worden waren.

Die Arbeiterklasse war politisch nicht darauf vorbereitet, sofort einen Kampf gegen die Wilson-Regierung zu führen, die sie an die Macht gebracht hatte, speziell nachdem Wilson beträchtliche Lohnzugeständnisse an die Bergarbeiter machte. Zu dem Zögern, die Regierung anzugreifen, trugen auch der Minderheitsstatus der Regierung und die Befürchtung bei, die Tories könnten an die Macht zurückkehren. Wilson war gezwungen für den 11. Oktober desselben Jahres eine zweite Wahl anzusetzen, bei der Labour tatsächlich mehr Stimmen erhielt und sich eine parlamentarische Mehrheit sichern konnte.

Die WRP hatte eindeutig die Stärke der Illusionen der Arbeiterklasse in Labour unterschätzt. Sie wurde durch diese Entwicklungen gezwungen, verstärktes Gewicht auf ihre trotzkistische Identität und ihre historische Gegnerschaft gegen die Labour- und Gewerkschaftsbürokratie und zu legen. Dies rief allerdings den heftigen Widerstand von Thornett hervor, der eine rechte Reaktion auf die Bemühungen der WRP zum Ausdruck brachte, ihren Kampf gegen die Labour- und Gewerkschaftsbürokratie zu vertiefen.

Wie das IKVI später erklärte, hatte Thornett "auf der Grundlage der zentristischen Politik zur Verteidigung der ‚Grundrechte’ eine enge Beziehung mit Arbeiterschichten aufgebaut und wandte sich nun dagegen, dass die WRP-Führung zu scharfen Angriffen auf die Labour-Regierung zurückkehrte, besonders unter Bedingungen, wo die Grundlage ihrer Regierungsmacht sehr wackelig war und sie vor der Notwendigkeit stand, Neuwahlen auszuschreiben."

Ein zusätzlicher Faktor, der dazu beitrug, dass Thornet zu der Überzeugung gelangte, die WRP-Führung verhalte sich "sektiererisch" gegenüber Labour, war die Tatsache, dass die Zukunft von British-Leyland gefährdet war und von der Unterstützung der Wilson-Regierung abhing. 1974 verkündete Leyland prognostizierte Verluste von 16,6 Millionen Pfund. Es suchte um einen Überziehungskredit von 150 Millionen Pfund nach und nahm Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium auf. Im Dezember hielt Tony Benn von der Labour Party eine Rede im Parlament und drängte darauf, Regierungsgelder zur Stützung von British-Leyland bereitzustellen, weil die Firma ein "führender Exporteur" und großer Arbeitgeber sei. Und darauf einigte man sich dann auch.

Die Rolle der OCI

Thornetts allgemeine Unzufriedenheit mit der Partei und seine Feindseligkeit gegen deren Linkswende machte ihn für politische Annäherungsversuche empfänglich, die OCI-Anhänger in Großbritannien ihm gegenüber machten, die in der Marxist Bulletin Group organisiert waren und von zwei kleinbürgerlichen SLL-Renegaten, Robin Blick und Mark Jenkins, angeführt wurden. Die beiden, die später ins Lager des offenen Antikommunismus wechselten, hatten anfänglich das Ziel, innerhalb der WRP eine Fraktion zu schaffen, um Gerry Healy aus der Führung zu entfernen. Das wurde wiederum nur als der erste Schritt angesehen, die WRP für die Position der OCI zu gewinnen, das IKVI zu liquidieren.

Blick schrieb 1980, wie die Bulletin Group Thornett über das Mitglied des Zentralkomitees für die westliche Region, Kate Blakeney, kontaktierte, mit der man sich im August getroffen hatte. Blakeney hatte ihnen erzählt, "es existiere eine inoffizielle und eigentlich geheime Opposition", die sich um Thornett gruppiert, und die auch "keine klare Plattform oder ein Verständnis darüber hat, was in der WRP falsch läuft, sondern eher ein Zusammentreffen von Leuten ist, die aus den verschiedensten Gründen mit dem nationalen Auftreten der WRP unzufrieden sind ".[Hervorhebung hinzugefügt]

Blick erklärt, dass er "beträchtliche Teile" des ersten oppositionellen Dokuments von Alan Thornett geschrieben hat, einschließlich "dem Abschnitt über das Übergangsprogramm, dem Abschnitt über Arbeiterkontrolle, dem Abschnitt über Korporatismus und über die Sozialdemokratie". Er arbeitete auch fast täglich mit Thornett zusammen und bereitete seine Berichte vor "bis zu und während dem Ausschluss der Opposition".

Die zitierten Abschnitte konzentrieren sich größtenteils darauf, die WRP wegen ihrer Haltung anzugreifen, "die gesamte Führung der Gewerkschaften und der Labour Party als,korporatistisch’ zu bezeichnen". Thornetts Fraktionsplattform erklärte, das sei vergleichbar damit, sie sozialfaschistisch zu nennen, so wie die Stalinisten die Sozialdemokraten in der Dritten Periode genannt hatten.

Die politische Kritik der WRP an Thornetts rechts-zentristischer Position war richtig, aber Healy wiederholte und verschlimmerte dadurch den Fehler, der bei der Spaltung mit der OCI gemacht worden war, nämlich eine organisatorische Entscheidung anzustreben, bevor die politischen Fragen, um die es ging, in der Partei und der Arbeiterklasse geklärt waren.

Thornetts provokatives und illoyales Verhalten haben sicherlich eine Rolle bei Healys Entscheidungen gespielt und es stellte sich sehr schnell heraus, dass seine Annahme richtig war, dass Thornett mit der OCI zusammenarbeitete. Aber dieser begründete Verdacht machte es nicht unnötig, die grundlegenden theoretischen Fragen eingehend zu untersuchen, die Thornetts Plattform aufwarf. Das hätte bedeutet, den Konflikt mit der OCI wieder aufzugreifen und so den Kampf des IKVIs gegen den Revisionismus auf eine höhere Stufe zu heben.

In Folge der Verwirrung, welche die Spaltung auslöste, war Thornett zunächst in der Lage, bei seinem Ausschluss mehrere Hundert Mitglieder mitzunehmen, und die Partei verlor ihre wichtigste Basis in den Betrieben.

Die Spaltung von der WRP verschaffte Thornett und seinen Anhängern die Freiheit, "Entrismus" in die Labour Party zu betreiben, während er gleichzeitig seine Gewerkschaftskarriere auf Betriebs- und nationaler Ebene bis in die späten 1980er Jahre fortsetzte. Jetzt im Alter von über 70 Jahren, hat Thornett mehr als drei Jahrzehnte lang Nutzen aus der politischen Konfusion gezogen, die die WRP geschaffen hatte, und sich selbst eine Nische als Berater von reformistischen und stalinistischen Bürokraten organisiert - wer auch immer seine Dienste wünscht.

Seine Gruppe war besonders in der Chesterfield Socialist Movement aktiv, die sich um Tony Benn scharte. Mehrere Jahre lang spezialisierte er sich darauf, diverse Dissidenten und Abspaltungen vom Internationalen Komitee neu zu gruppieren. Aber das war nur der erste Schritt auf dem Weg, sich des Anspruchs auf trotzkistische Orthodoxie zu entledigen und sich auf den Weg in seine natürliche Heimat im pablistischen Vereinigten Sekretariat zu machen. Seine International Socialist Group wurde 1991 vom Vereinigten Sekretariat als sympathisierende Sektion aufgenommen und auf dem Weltkongress 1995 als seine britische Sektion anerkannt.

In seinen jüngsten Artikeln macht Thornett deutlich, dass sein Beitritt bei den Pablisten nur ein Schritt in der Zurückweisung des Trotzkismus war, die er jetzt vollendet hat. Diese Entwicklung hat auch eine beträchtliche Anzahl früherer Kleinbürgerlich-Radikaler gemacht, die ihre ramponierten Referenzen gegen gut bezahlte Positionen in den höheren Rängen der Labour- und Gewerkschaftsbürokratie eingetauscht haben.

In einer weiteren Polemik gegen die britische SWP, schreibt Thornett einen politischen Lobgesang auf Galloway, und beschreibt ihn als "immer noch einzigen linken Labour-Abgeordneten, der mit Labour gebrochen hat", als "den besten öffentlichen Redner auf der Linken" und "einen wichtigen Führer der Antikriegsbewegung" mit "der größten Anhängerschaft unter den Wählern auf der Linken außerhalb der Labour Party". Er fügt hinzu, dass Galloway "linken Reformismus vertritt... Aber genau das hat er von Anfang an bei Respect eingebracht - ein authentisches Element linker Labour-Politik".

Darin sieht Thornett letztendlich seine Aufgabe: Er will sicherstellen, dass jede neue Partei eine Werkzeug für diverse Abspaltungen von Labour und den Stalinisten wird und unerbittlich gegen den wirklichen Sozialismus kämpft. "Die Stärke von Respect-Renewal", erklärt er, "liegt darin, dass diese Organisation ernsthaft an andere Teile der Linken herantritt, wie z.B. an die Gewerkschaftslinken und die [Kommunistische Partei Großbritanniens], und eine breitere Neugruppierung von Kräften anstrebt, um die Krise der Vertretung der Arbeiterklasse zu lösen."

Ende

Siehe auch:
Labours Neo-Konservative und die linken Verteidiger von Ken Livingstone
(28. März 2008)
Spaltung des britischen Bündnisses "Respect-Unity": Ein opportunistischer Block bricht auseinander
( 23. November 2007)

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