Resolutionen des Parteitags der SEP

Baut die International Youth and Students for Social Equality auf

Resolution 4

Von der Socialist Equality Party
25. Oktober 2012

Dies ist die vierte und letzte Resolution, die auf dem 2. Parteitag der Socialist Equality Party (USA) vom 8. bis 12. Juli 2012 einstimmig angenommen wurde.

Außerdem wurde beschlossen, den Namen der Studenten- und Jugendorganisation der Socialist Equality Party von International Students for Social Equality zu International Youth and Students for Social Equality zu ändern.

1. Der Kampf zum Aufbau einer sozialistischen Bewegung der Arbeiterklasse erfordert die Ausbildung einer neuen Generation von Studenten und Arbeiterjugendlichen in der Geschichte und den Prinzipien des Marxismus und der Vierten Internationale.

2. Die Krise, die im Jahr 2008 begonnen hat, hat in den Vereinigten Staaten und weltweit unerträgliche Bedingungen geschaffen und Millionen junger Menschen in den politischen Kampf geworfen. Junge Menschen gehören zu den Bevölkerungsgruppen, die am stärksten von der wachsenden Massenarbeitslosigkeit betroffen sind. Seit dem Jahr 2000 hat die amerikanische Wirtschaft mehr als ein Viertel aller Vollzeitstellen für unter 25-jährige verloren. Nur sechzehn Prozent der Jugendlichen, die von 2009 bis 2011 die Schule abgeschlossen haben, aber nicht aufs College gegangen sind, haben Vollzeitstellen gefunden. Insgesamt haben nur 47,3 Prozent der Amerikaner zwischen sechzehn und vierundzwanzig, die nicht in der Schule sind, Vollzeitstellen.

3. Auf der ganzen Welt hat die Jugend keine Zukunft. Junge Arbeiter verdienen kaum genug, um am Leben zu bleiben. Sie wird von Krieg, Polizeibrutalität und staatlicher Unterdrückung bedroht. Laut der International Labor Organization sind zwölf Prozent der Jugendlichen zwischen fünfzehn und vierundzwanzig arbeitslos. In Griechenland und Spanien sind mehr als die Hälfte aller Jugendlichen arbeitslos, im Nahen Osten und Nordafrika ein Viertel.

4. Die Obama-Regierung war als Erfüllungsorgan der herrschenden Klasse bestrebt, den Lebensstandard junger Arbeiter zu senken, um sie als Rammbock gegen den Lebensstandard der ganzen Arbeiterklasse einzusetzen. Deshalb hat die Regierung die Ausweitung von Zweiklassenlöhnen als Vorbedingung für die Rettung der Autoindustrie durchgesetzt.

5. Auch der Lebensstandard der Studenten hat sich drastisch verschlechtert. Die Möglichkeit einer höheren Bildung zu einem für Arbeiterjugendliche erschwinglichen Preis wird zerstört. Eine anständige staatliche Bildung wird zum exklusiven Vorrecht der Kapitalisten und des oberen Teils der Mittelschicht. Studenten aus weniger privilegierten Verhältnissen, die eine Ausbildung machen wollen, müssen Schulden machen, die sie jahrzehntelang nicht zurückzahlen können, auch wenn sie sich verausgaben, nur um zu überleben.

6. Die schlechten wirtschaftlichen Aussichten, vor denen junge Menschen heute stehen, werden durch beispiellose Kürzungen im Bildungswesen noch weiter verschlechtert. In den letzten vierzehn Monaten wurden in den USA im Bildungswesen 470.000 Angestellte entlassen. Im ganzen Land kürzen städtische und bundesstaatliche Behörden die Ausgaben, was zur Schließung von Schulen, steigenden Klassengrößen und dem Wegfall wichtiger Bestandteile einer angemessenen Ausbildung führt. Jahr für Jahr kürzen die Bundesstaaten die Mittel für höhere Bildung, sodass die Hochschulen Gebühren erhöhen müssen.

7. Die steigenden Studiengebühren erlegen den Jugendlichen eine wachsende Schuldenlast auf. Die Gesamtmenge der Bildungskredite in den USA ist auf mehr als eine Billion Dollar gestiegen, mehr als Schulden für Autos und Kreditkarten zusammen. Im Jahr 2010 beendete ein Student sein Studium mit Schulden in Höhe von 25.250 Dollar, 29 Prozent mehr als im Jahr 2006 (19.646 Dollar). Gleichzeitig sind die Löhne für Collegeabgänger gesunken. Der Stundenlohn für Collegeabgänger von 23 bis 29 Jahren ist seit dem Jahr 2000 um mehr als sechs Prozent gesunken. Das bedeutet, zehntausende junger Menschen können ihre Studiendarlehen nie zurückzahlen.

8. Die Verarmung der jüngeren Generation ist ein weltweites Phänomen, aber auch der Eintritt der Jugend in den politischen Kampf. Bedeutende soziale Bewegungen haben sich unter Jugendlichen gebildet, darunter Massenproteste zur Verteidigung des öffentlichen Bildungswesens in Kanada, Großbritannien, Mexiko, Chile und den USA. Mehr als ein offizieller Kommentator hat die Beobachtung gemacht, dass diese Massen von arbeitslosen jungen Arbeitern und Collegeabsolventen eine soziale Basis für revolutionäre Unruhen seien.

9. Abgesehen von der wirtschaftlichen Katastrophe stehen der Jugend außerdem endlose Kriege bevor, in denen sie als Kanonenfutter dienen soll, damit die imperialistischen Mächte die Welt erobern können; oder sie wird selbst zum Ziel dieser Eroberungskriege. Während die USA Dauerkriege in jeder Region der Welt führen, erheben militärische und politische Entscheidungsträger wieder die Forderung nach der Wehrpflicht.

10. Kein Teil des politischen Establishments in den USA bietet einen Ausweg an. Im Jahr 2008 appellierte Obama mit seinem Ruf nach „Wandel“ besonders an junge Menschen. Aber die letzten dreieinhalb Jahre haben gezeigt, dass die Demokratische Partei genauso wie die Republikaner ein Werkzeug der Wirtschafts- und Finanzelite ist. Das revolutionäre Potenzial der jüngeren Generation kann nur durch eine Hinwendung zur Arbeiterklasse realisiert werden. Studenten und Jugendliche müssen für ein politisches Programm gewonnen werden, das die unabhängigen Interessen der Arbeiterklasse artikuliert und für die Bildung von Arbeiterregierungen kämpft, die die sozialistische Umgestaltung der Weltwirtschaft durchführen werden. Nur die völlige Umgestaltung der Gesellschaft kann das Recht auf kostenlose Bildung bis zur Universität, die Abschaffung von Studiendarlehen und die Garantie für angemessen bezahlte Arbeitsplätze für junge Menschen durchsetzen.

11. Die IYSSE betont, dass die Arbeiterklasse die wichtigste revolutionäre Kraft der Gesellschaft ist. Eine Orientierung zur Arbeiterklasse und ihrer Jugend bedeutet einen unablässigen Kampf gegen die reaktionären subjektiv-idealistischen und irrationalen politischen Philosophien, die die pseudolinke Politik dominieren und an Universitäten weit verbreitet sind. Theoretische Tendenzen, die mit der Frankfurter Schule, den Abwandlungen des Postmodernismus, des Neoanarchismus und der Identitätspolitik verbunden sind, haben ihre Wurzeln allesamt in der Zurückweisung des Marxismus und der revolutionären Rolle der Arbeiterklasse. Der Aufbau der IYSSE erfordert einen Kampf für Marxismus und die Anerkennung des gesamten revolutionären Erbes der internationalen sozialistischen Bewegung. Durch diesen Kampf wird die IYSSE in der Lage sein, die Arbeiterjugend und die besten Teile der Mittelschicht für sich zu gewinnen, die den Standpunkt der Arbeiterklasse im Kampf für den Sozialismus übernehmen.

12. Die Hinwendung der Studenten und Jugendlichen zur Arbeiterklasse kann nur durch einen systematischen Kampf für ein sozialistisches Bewusstsein erfolgen. Die junge Generation ist in einer Jahrzehnte dauernden Periode aufgewachsen, in der der Klassenkampf unterdrückt war. Das macht es noch wichtiger, diese Generation in den Lehren der großen historischen Kämpfe des 20. Jahrhunderts und den Erfahrungen der internationalen Arbeiterklasse auszubilden, und ihr die Bedeutung der Russischen Revolution und den Charakter des Stalinismus nahe zu bringen. Das theoretische Erbe des Marxismus und der Vierten Internationale muss einer neuen Generation von Jugendlichen vermittelt werden.

13. Dieser Parteitag der SEP ruft auf zum Aufbau der International Youth and Students for Social Equality, der Jugendbewegung der Socialist Equality Party und des Internationalen Komitees der Vierten Internationale, um unter jungen Menschen für diese Perspektive zu kämpfen.

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