BBC Daily Politics interviewte den nationalen Sekretär der britischen SEP

Von unseren Korrespondenten
10. Juni 2014

Der nationale Sekretär der britischen Socialist Equality Party (SEP) wurde vergangen Montag in der Daily Politics Sendung von BBC 2 interviewt.

Das Interview mit der Journalistin Jo Coburn folgte auf die öffentliche Beschwerde der SEP, welche ein vorheriges Interview der Sendung mit Mardsen vom 21. Mai betraf, das damit endete, dass Interviewer Gilsen Dilnot, "so tat, als ob die SEP eine gewalttätige Organisation sei, die Journalisten töten würde". (Siehe “SEP European election candidate Chris Marsden interviewed on BBC 2’s Daily Politics”)

Am Ende des Interviews sagte Dilnot, "Bitte sagen Sie mir, dass ich nicht der erste bin, der an die Wand gestellt wird, wenn es soweit ist ". Daraufhin wendete er sich von Marsden ab, der vor der Kameraausblendung antwortete "Natürlich nicht".

Der nationale Sekretär der britischen SEP Chris Marsden in der Daily Politics Sendung

 

Am 23. Mai veröffentlichte die BBC im Rahmen ihrer Sendung "Europawahlen: Die Parteien" eine bearbeitete Version des Interviews ohne Dilnots Bemerkung über "den ersten der an die Wand gestellt wird".

In seiner Beschwerde forderte Marsden von der BBC einen Widerruf "und das Recht sich zu dieser verabscheuungswürdigen Unterstellung zu äußern".

Bei der Vorstellung Marsdens im Daily Politics Studio zeigte Jo Coburn den Clip von Dilnots Interview mit Marsden, das den verunglimpfenden Kommentar beinhaltete.

Coburn fragte Marsden: "Sagen Sie uns, warum Sie sich über das Interview aufregen.“

Marsden antwortete, "Ich finde, die spitze Bemerkung am Ende war unangebracht und bewies Befangenheit und trivialisierte etwas sehr ernst zu nehmendes. Wenn Sie berücksichtigen, dass wir uns im Moment in einer Situation befinden in der die Regierung und wichtige Personen in der Regierung dazu aufrufen, Alan Rusbridger [Guardian Herausgeber] strafrechtlich zu verfolgen, weil er Material von Edward Snowden veröffentlicht hat, und dann wird darauf hingedeutet, dass Sozialisten die Verfolgung von Journalisten befürworten, was offensichtlich falsch ist".

Coburn warf ein, "Aber das war ein Scherz, war es nicht am Ende? Es war das Ende des Interviews".

Marsden antwortete, "Natürlich ist es ein Witz. Das Interview beinhaltete eine Menge Schulbubenhumor, aber der Punkt hierbei ist, dass ich glaube, ihre Zuschauer verdienen Besseres. Letzen Endes sind dies wichtige Wahlen unter Bedingungen in denen sehr viele Millionen von Menschen darum ringen durchzukommen. Sie sehen einen 12-prozentigen Rückgang des Lebensstandards. Sie sehen Sparmaßnahmen, die in ganz Europa auferlegt werden ... Sie haben eine Situation ...“.

Coburn unterbrach Marsden und sagte, "Sicher. Aber wie viele andere TV-Interviews hatten Sie?".

Marsden teilte ihr mit, dass dies sein einziges TV-Interview im Wahlkampf war und dass er einige Radio-Interviews gegeben habe.

Coburn antwortete, "Also nimmt der Sender es ernst und wir interviewen die kleineren Parteien. Ich versuche nur herauszufinden ob sie sich in dem Moment wirklich angegriffen gefühlt haben oder ob dies etwas war, das später aufkam, dass sie dachten es setzte die Partei in irgendeiner Weise herab?".

Marsden antwortete, "Ich dachte sofort, dass es herabsetzend war" und erklärte, dass ihm bewusst war, dass die Anspielung von der BBC Sitcom Citizen Smith der 1970er stammte.

Er erklärte, "Es geht darum, dass Sozialismus, der Sozialismus, an den wir glauben, eine demokratische, egalitäre Massenbewegung der Arbeiterklasse ist. Das beinhaltet nicht die Unterdrückung von Journalisten oder die ganzen Verbrechen der stalinistischen Bürokratie in der Sowjetunion. Wir haben Jahrzehnte um Jahrzehnte damit verbracht gegen all das zu kämpfen und ich bin nicht damit einverstanden, dass wir damit in Zusammenhang gebracht werden".

"Es ist eine Sache, kleine Parteien zu befragen" sagte Marsden, aber "zu welchem Zweck? Wir kämpfen, um die Arbeiterklasse unter Bedingungen zu vertreten, in denen niemand die Arbeiterklasse vertritt. Alle Parteien kuscheln sich aneinander und unterstützen Großunternehmen und Sparmaßnahmen ".

Coburn antwortete, "Nun, viele Parteien behaupten die Arbeiterklasse zu vertreten. Behaupten dies viele andere Parteien nicht auch? Sie können in ihren Augen Unrecht haben, aber sie behaupten die Arbeiterklasse zu vertreten".

Marsden weiter, "Definitiv keine der Massenparteien, einschließlich der Labour Party, behauptet die Arbeiterklasse zu vertreten. Die Labour Party ist die Partei der Großunternehmen. Sie hat sich den Sparmaßnahmen verschrieben, sie hat sich Kostenkürzungen verpflichtet. Sie steht hinter dem Militarismus, wie dem Konflikt der sich in der Ukraine entwickelt, welcher extrem gefährlich für die Arbeiterklasse Europas ist. Letzten Endes bedrängen sie Russland unter Bedingungen, in denen sich leicht ein Krieg in Europa entwickeln könnte".

Coburn wies dann darauf hin, dass die SEP sich als zehnte von 15 Parteien bei den Europawahlen in Großbritannien einreihte und fragte, "Denken Sie immer noch, es ist die Mühe wert?".

Marsden antwortete, "Ja. Zunächst einmal haben wir sehr begrenzte Mittel. Wären wir zu einer Massenverteilung unserer Materialien in der Lage gewesen, hätten wir einen besseren Wahlausgang verzeichnet. Doch wir sind keine parlamentarische Partei. Wir stützen uns auf den Klassenkampf. Unsere Idee hinter dem Eingreifen bei diesen Wahlen ist es, der Arbeiterklasse eine Stimme und eine Perspektive zu geben. Das Wachstum unserer Partei wird von dem Ausmaß bestimmt sein, in dem die Arbeiterklasse in den politischen Kampf geht. Und wenn Sie nicht glauben, dass dies passieren wird, dann sind sie blind, denn diese Situation kann nicht so weitergehen. Es kann nicht sein, dass Reiche unendlich reicher werden und Arme ad infinitum immer ärmer werden ohne dass es eine ernsthafte Veränderung im politischen Bewusstsein breiter Schichten der Arbeiterklasse gibt".

Die BBC hat einen Artikelüber Marsdens Interview mit Coburn im Politikbereich ihrer Hauptwebsite unter der Überschrift "Chris Marsden von der Socialist Equality Party über die Befangenheit der BBC" veröffentlicht. Seite an Seite mit dem Artikel ist auch das Video des Interviews zu finden. Der Artikel erwähnt: "Ein Europawahlkandidat behauptete, sein einziges BBC Fernsehinterview vor den Wahlen am 22. Mai 'zeigte Befangenheit' und es sah so aus, als ob Sozialisten die Strafverfolgung von Journalisten befürworten würden ". Und weiter: „Marsden sprach später mit Jo Coburn über die Politik seiner Partei und ihren Anspruch, die Arbeiterklasse zu vertreten. Er sagte über sein letztes Interview: ‘Ihre Zuschauer haben etwas Besseres verdient‘".

Die Daily Politics Sendung vom Montag inklusive des Teils über die Beschwerde der SEP und Marsdens Interview mit Jo Coburn kann hier ab 19:13 angeschaut werden. Es ist bis zum 10. Juni auf der Website der BBC zugänglich. Die vollständige Daily Politics Folge kann von der selbigen Seite heruntergeladen werden. Heruntergeladene BBC-Programme können bis zu 30 Tage gespeichert werden. Sobald Sie beginnen ein Programm abzuspielen, haben Sie bis zu 7 Tage bis der Download gelöscht wird.

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