Stalinismus in Griechenland

Von Christoph Dreier
1. September 2015

Als Reaktion auf den Artikel „Griechenland: Arbeiter haben bei Neuwahlen keine Stimme“ vom 28. August forderte ein Leserkommentar die WSWS auf, ihre Differenzen zur Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) zu erklären. Hiermit antworten wir darauf. Der ursprüngliche Kommentar ist hier zufinden.

Sie möchten wissen, worin wir uns von der KKE unterscheiden? Die Unterschiede umfassen die ganze Geschichte des Kampfes der Vierten Internationale gegen den stalinistischen Verrat der Oktoberrevolution und für den internationalen Sozialismus.

Die KKE ist eine nationale stalinistische Partei, deren Geschichte geprägt ist von den konterrevolutionären Verbrechen der Sowjetbürokratie. Sie unterstützte die Ausrottung von Revolutionären durch das stalinistische Regime und organisierte die Ermordung von Trotzkisten in Griechenland. Ihre loyale Umsetzung der Richtlinien der Sowjetbürokratie führte zur Niederlage der Arbeiterklasse im griechischen Bürgerkrieg.

In der Nachkriegszeit ordnete die Kommunistische Partei ihr Handeln der Außenpolitik der Kremlbürokratie unter. Damit trug sie entscheidend zu den politischen Voraussetzungen bei, die 1967 den Erfolg des rechten Putsches und nach dem Zusammenbruch der Militärjunta die erneute Stabilisierung der politischen Herrschaft der Bourgeoisie in Griechenland ermöglichten. Die KKE befürwortete und beteiligte sich an bürgerlichen Regierungen, sowohl mit Nea Dimokratia als auch mit der Pasok.

Mit der Auflösung der Sowjetunion und der Wiedereinführung des Kapitalismus in der Sowjetunion und Osteuropa verlor die KKE, genau wie andere nationale stalinistische Organisationen, die materiellen Ressourcen, von denen sie bis dahin abhängig war. Ohne die Unterstützung der Sowjetunion war sie außerdem weniger attraktiv für einen Teil der kleinbürgerlichen Intellektuellen. Ihre Streitigkeiten mit Syriza und anderen pseudolinken Gruppierungen haben keinen prinzipiellen Inhalt. Sie sind Ausdruck ihrer Bemühungen, ihre organisatorische Kontrolle über Teile der Arbeiterklasse, vor allem innerhalb der Gewerkschaften, zu wahren.

Die KKE singt weiterhin das Hohelied auf Stalin und seine Handlanger. Für kleinbürgerliche Linksliberale mag das nebensächlich sein. Aber Marxisten bewerten eine Partei auf der Grundlage ihrer Geschichte. Eine politische Organisation, die sich mit den bestialischen Verbrechen des Stalinismus identifiziert, ist ein Feind der griechischen und internationalen Arbeiterklasse.

Um das Wesen der Kommunistischen Partei Griechenlands zu verstehen, ist die heuchlerische Kritik der KKE an Tsipras weit weniger wichtig als ihre schmutzigen Lobgesänge auf Stalin.

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