Arbeiter von Maruti-Suzuki unterstützen amerikanischen GM-Streik

Von unseren Reportern
28. September 2019

Im Folgenden veröffentlichen wir eine Grußadresse an den General Motors-Streik in den USA. Das Statement hat uns Jitender Dhankhar im Namen des Provisorischen Komitees der Maruti Suzuki Workers Union (MSWU) aus Nordindien zugeschickt.

Jitender wurde zusammen mit mehreren anderen Arbeitern Opfer einer Verschwörung, die den erbitterten, jahrelangen Kampf der Arbeiter im Maruti-Suzuki Werk Manesar beenden sollte. Er ist Mitglied des Provisorischen Komitees der MSWU, das die Arbeiter gründeten, nachdem die MSWU-Führung im Juli und August 2012 verhaftet wurde, und als das Unternehmen mit staatlicher Unterstützung alle 2.400 Arbeiter im Werk Manesar im nordindischen Bundesstaat Haryana entlassen hatte.

Sitzstreik im Juni 2011 im Werk Manesar von Maruti-Suzuki (Credit: GurgaonWorkersNews)

Am 18. Juli beging das Provisorische Komitee der MSWU den 7. Jahrestag der Auseinandersetzung, welche die Unternehmensleitung im Werk Manesar provoziert hatte. Sie diente als Vorwand für eine Verschwörung gegen die Führung der neu gegründeten unabhängigen Gewerkschaft und zur Säuberung der Belegschaft. Während eines Gerangels brach damals in der Fabrik auf mysteriöse Weise ein Feuer aus, das zum Tod des Personalchefs Awanish Dev durch Rauchvergiftung führte. Er war das einzige Direktionsmitglied, welches den Arbeitern wohl gesonnen war.

Konzernleitung, Polizei und Regierung nutzten die Ereignisse von 2012, um an den Arbeitern von Maruti-Suzuki in Manesar ein Exempel zu statuieren. Die Arbeiter hatten den Kampf gegen Armutslöhne und brutale Arbeitsbedingungen aufgenommen, womit sie für den Widerstand tausender Arbeiter im riesigen Industriegürtel Gurgaon-Manesar, am Rande der indischen Hauptstadt Delhi, zum Vorbild wurden.

Im März 2017 wurden 13 Arbeiter von Maruti Suzuki, darunter alle 12 Mitglieder des MSWU-Vorstands, unter fingierten Anklagen des Mordes schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die WSWS führt eine weltweite Kampagne, um die Maruti-Suzuki-Arbeiter aus der Haft zu befreien.

Die Erklärung zur Unterstützung der streikenden GM-Arbeiter wurde in einer Situation verfasst, in der heute Hunderttausende indischer Auto- und Autoteilearbeiter (auch bei Maruti Suzuki) im schlimmsten wirtschaftlichen Abschwung seit Jahren ihre Arbeitsplätze verloren haben. Damit ist das Statement auch ein Ausdruck des wachsenden Widerstands der Autoarbeiter. Im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu befinden sich 500 Arbeiter von Motherson Automotive Technologies and Engineering seit mehreren Monaten im Streik.

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Im Namen der Maruti Suzuki Workers Union (MSWU) möchte ich allen Autoarbeitern von General Motors revolutionäre Grüße senden.

Brüder, die Arbeiter in Indien sind in diesem Kampf an eurer Seite. Sie unterstützen euren Kampf gegen das kapitalistische System und eure Ausbeutung, und wir wünschen euch den Sieg. Die kapitalistischen herrschenden Eliten, die tief diskreditiert sind und sich in einer Finanzkrise befinden, entlassen tausende Arbeiter, um ihre Weltordnung zu verteidigen, die auf dem gnadenlosen Streben nach höherem Gewinn beruht. Aus diesem Grund sind Arbeiter auf der ganzen Welt mit Angriffen auf ihre Arbeitsplätze konfrontiert.

Die 13 verurteilten Arbeiter von Maruti-Suzuki

Der Kampf, den ihr führt, muss als politischer Kampf geführt werden. Das ist nur möglich, wenn uns die richtige politische Perspektive den Weg weist. Heute wird unser Schicksal durch die aktuelle Politik der Bourgeoisie jedes Landes bestimmt. Wenn wir den Kapitalismus besiegen wollen, müssen wir diesen Kampf in einen politischen Kampf verwandeln, damit sich die Arbeiter auf der ganzen Welt uns anschließen und die wahre Natur des kapitalistischen Systems erkennen können. Das ist der erste Schritt in Richtung Sozialismus. In jedem Land der Welt verteidigen Regierungen entschieden die Interessen der Unternehmer und des Großkapitals. Deshalb müssen wir die politische Macht in unsere eigenen Hände nehmen, damit wir dem Kapitalismus ein für alle Mal ein Ende setzen können.

Dies ist nur möglich, wenn wir die Arbeiterklasse vereinen und weltweit gemeinsam den Kampf gegen die herrschende Klasse führen, anstatt zuzulassen, dass man uns innerhalb der Grenzen einer bestimmten Nation gefangen hält. Auf diese Weise werden wir die Kapitalisten aus allen Richtungen belagern, und sie werden nicht in der Lage sein, in ein anderes Land zu entkommen. Wenn die Arbeiter einer einzigen Nation heute einen Kampf gegen die herrschende Klasse führen, dann können die herrschenden Klassen anderer Nationen damit drohen, einzugreifen und den Klassenkampf zu besiegen. Wenn aber die Arbeiter anderer Nationen dies zurückweisen und einen gemeinsamen Kampf der Arbeiter aller Nationen aufnehmen, dann wird dies das Ende des Kapitalismus bedeuten.