WikiLeaks-Unterstützer begrüßen Verteidigung Julian Assanges durch australische Lehrer

Von Patrick O’Connor
3. Januar 2020

Am 6. Dezember veröffentlichte die englische Ausgabe der World Socialist Web Site einen Artikel mit dem Titel „Meeting of Australian teachers passes resolutions in defence of Julian Assange“. Darin berichtete sie über die wichtige Entscheidung einer Gruppe von australischen Lehrern und des Personals des Footscray City College, einer öffentlichen High School in Melbourne, den WikiLeaks-Gründer und Journalisten Julian Assange zu verteidigen.

WikiLeaks-Gründer Julian Assange grüßt seine Unterstützer vom Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London [Quelle: AP Photo/Frank Augstein, Datei]

Die Unterstützung der Lehrkräfte für Assange, der wegen seiner Enthüllung von US-Kriegsverbrechen verfolgt wird, und ihre Entscheidung zur Bildung eines Komitees, um die Kampagne für seine Verteidigung zu unterstützen, stieß auf bedeutende Resonanz.

Der bekannte amerikanische Stand-Up-Comedian Jimmy Dore, der seit einiger Zeit auch als linker politischer Kommentator auftritt, diskutierte am 19. Dezember in seinem „Jimmy Dore Show Podcast“ über die Initiative der Lehrer. Dore hat in den USA und auch international ein großes Publikum, sein YouTube-Kanal hat 655.000 Abonnenten.

Dores Ehefrau und Co-Moderatorin Stef Zamorano begann die Diskussion (die nur für zahlende Premiummitglieder des Podcasts erhältlich ist) mit einer Schilderung ihrer eigenen 20-jährigen Erfahrung als Lehrerin, unter anderem an High Schools. Sie erklärte: „Das Allerbeste, was man als Lehrkraft im Klassenzimmer tun kann, ist, einen Zusammenhang zwischen dem Lehrinhalt und den Ereignissen im echten Leben herzustellen.“

Zamorano wies insbesondere auf den WSWS-Artikel über die Initiative der Lehrer vom Footscray City College hin und las ihn den Hörern des Podcasts vollständig vor.

Sie war offensichtlich bewegt von der Entwicklung und betonte mehrere Teile des Artikels, darunter: „[Das SEP-Mitglied und Lehrer Will] Marshall wies darauf hin, dass der Antrag zur Verteidigung von Assange – der erste, der von australischen Lehrkräften verabschiedet wurde – von den Lehrern selbst ausging, nicht von den Gewerkschaften des Bildungswesens.

„Die Gewerkschaften haben über das Schicksal des WikiLeaks-Gründers geschwiegen, so wie sie sich auch geweigert haben, irgendwelche demokratischen Rechte zu verteidigen. Sie haben jahrzehntelang mit den Regierungen gemeinsame Sache bei der Zerschlagung des Bildungswesens und der Zerstörung sozialer Rechte gemacht. Er erklärte, dies verdeutliche die Tatsache, dass eine Bewegung zur Freilassung von Assange von unten kommen muss.“

Nachdem sie den Artikel zu Ende gelesen hatte, einschließlich des Appells an Arbeiter, an ihren Arbeitsplätzen Veranstaltungen abzuhalten, Resolutionen für Assanges Freilassung zu verabschieden und sich an Demonstrationen gegen seine drohende Auslieferung an die USA zu beteiligen, erklärte Zamorano: „Wir wissen, was wir tun können. Aber wenn ich diesen Artikel darüber lese, wie sich Lehrer zusammentun und eine Koalition für die Freilassung von Assange bilden, macht mir das Hoffnung.“

Dore erklärte, er sei regelmäßiger Leser der WSWS, und berichtete: „Ich war vor kurzem in Melbourne, und man weiß ja, dass das ein Teil der Welt ist, wo man solche Dinge wirklich aufmerksam beobachtet. Ich habe sogar ein paar Wandgemälde mit Assange gesehen, als ich durch die Innenstadt von Melbourne ging. Ich habe mich mit Caitlin Johnstone vor einem dieser Bilder fotografieren lassen.“

Er wies darauf hin, dass die Medien so gut wie gar nicht auf die Kampagne der USA gegen Assange eingehen, und fuhr fort: „Was hier passiert, ist ziemlich brutal, und das ist noch ziemlich vorsichtig ausgedrückt. Aber einige Menschen wehren sich dagegen. Ich glaube, wie es in diesem Artikel heißt, die einfachen Leute auf der ganzen Welt fangen an, dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

„Es gibt ja Dinge, die die Leute tun können. Es finden Aktionen für Assange statt, online und auf der ganzen Welt. Ich rufe die Leute dazu auf, sich daran zu beteiligen, vor allem in der Ferienzeit. Wir wissen, dass Chelsea Manning vor kurzem Geburtstag hatte, es war aber wahrscheinlich kein sehr schöner Geburtstag für sie. Julian Assange wird vermutlich auch keine schönen Feiertage haben, genauso wenig wie Chelsea Manning und Edward Snowden. Und das gehört zu den Dingen, auf die wir lautstark hinweisen müssen, weil die großen Medienunternehmen und die herrschenden Mächte mit dafür verantwortlich sind.“

Vor kurzem schickten zwei australische Unterstützergruppen für WikiLeaks und Assange weitere Botschaften, in denen sie sich mit den Lehrern in Footscray City solidarisierten.

Louise Bennett von der Bring Assange Home Campaign schrieb:

"Bitte übermitteln Sie der fabelhaften Gruppe von Lehrern und Beschäftigten des Footscray City College unseren Dank.

Wir könnten nicht stolzer oder dankbarer sein angesichts ihrer Entschlossenheit, sich gegen die Verletzung von Menschenrechten zu stellen – nicht nur der Menschenrechte von Julian Assange, sondern auch all jener, deren Leiden er enthüllt hat.

Bitte kämpft weiterhin für unsere Souveränität und Demokratie. Bringt euren Schülern weiterhin bei, Fragen zu stellen und die Mächtigen zur Verantwortung zu ziehen.

Vielen Dank, von ganzem Herzen."

Raine schrieb im Auftrag der Gruppe Melbourne4WikiLeaks:

„Liebe Angestellte und Lehrer des Footscray College,

wir sind erfreut und begeistert, dass ihr die Initiative zur Bildung eines Komitees ergriffen und Resolutionen zur Verteidigung unseres preisgekrönten australischen Journalisten Julian Assange und der mutigen amerikanischen Whistleblowerin Chelsea Manning verabschiedet habt. Wir wissen, dass das keine leichte Aufgabe ist. Genau wie wir habt ihr vermutlich einige Angriffe ertragen müssen, weil ihr Widerstand gegen die Verfolgung dieser beiden Menschen leistet, vor allem gegen die von Julian.

Als ich den Artikel auf der WSWS gelesen habe, ist mir das Herz aufgegangen. Hier ist noch eine Gruppe besorgter Menschen, die nicht nur für Julian und Chelsea aufstehen, sondern für uns alle. Zu sehen, wie diese Gruppe von Lehrkräften - eine der wichtigsten Berufsgruppen der Welt - sich für diese unglaublich wichtige Sache zusammenschließt, ist ermutigend und inspirierend.

Vor allem dieser Absatz ist hervorzuheben:

,Marshall betonte, dass der Kampf für Assanges Freiheit 'nur erfolgreich sein kann, wenn es eine Bewegung von unten gibt.' Er appellierte besonders an die anwesenden Lehrkräfte: „Als Lehrer wollen wir alle, dass unsere Schüler zu kritischen Denkern werden. Aber wie kann man das schaffen, wenn die Regierungen verbergen, was sie tun? Wie kann man informierte Entscheidungen treffen, wenn alles versteckt wird?“.‘

Als Eltern und Verantwortliche für Kinder haben wir erlebt, dass es im heutigen Bildungssystem an kritischem Denken mangelt. Wir haben Etatkürzungen und überarbeitete Lehrer erlebt, die wie unwichtige Teile der Gesellschaft behandelt werden. Dabei sind Lehrer eigentlich einer der wichtigsten Teile. Sie helfen uns, unsere Kinder auf das Erwachsenenleben vorzubereiten. Sie bilden die wichtigsten Lebewesen dieses Planeten aus – unsere Kinder.

Wir stimmen Marshall zu, dass der Weg nach vorne über eine Bewegung von unten führt.

Melbourne4WikiLeaks ist ebenfalls eine Bewegung von unten. Wir versuchen, auf die Verfolgung von Julian Assange aufmerksam zu machen und sie mit friedlichen Protesten und zivilem Ungehorsam zu beenden. Wir unterstützen das Personal des Footscray City College und danken allen für ihre Haltung gegenüber der Öffentlichkeit und anderen Schulen im ganzen Land. Wir hoffen, dass wir die Bildung weiterer Komitees erleben und unterstützen den Hashtag #Teachers4Assange zur Verbreitung dieser Botschaft. Wir haben den WSWS-Artikel auf unserer Facebook-Seite geteilt. Es gab viele ermutigende Kommentare. Lasst uns wissen, wie wir Sie unterstützen können. Macht weiter so. Zusammen können wir Julian nach Hause bringen.“

Julian Assanges Leben ist weiterhin in großer Gefahr. Die WSWS bekräftigt ihren Appell an die arbeitende Bevölkerung und alle Verteidiger demokratischer Rechte, aktiv am Kampf für seine Freiheit teilzunehmen. Kontaktiert uns, um darüber zu diskutieren, wie Veranstaltungen an Arbeitsplätzen, Schulen und Universitäten organisiert und Aktionskomitees gebildet werden können, um die Kampagne zur Beendigung seiner Verfolgung durch die USA vorwärts zu bringen.