Kundgebung der SEP in Sri Lanka zur Verteidigung von Assange und Manning

Von unseren Korrespondenten
9. März 2020

Die Socialist Equality Party (SEP) und die International Youth and Students for Social Equality (IYSSE) in Sri Lanka hielten am 3. März eine Kundgebung für die Freilassung von Julian Assange und Chelsea Manning ab.

Etwa 60 Teilnehmer versammelten sich vor dem Bahnhof Fort, dem Hauptbahnhof von Colombo. Eine Delegation war aus dem knapp 400 Kilometer entfernten Jaffna angereist, der Hauptstadt der vom Krieg verwüsteten Nordprovinz. Auch eine Gruppe von Plantagenarbeitern aus Hatton in der Zentralprovinz nahm teil. Die Kundgebung zog die Aufmerksamkeit von Tausenden auf sich, die sich nach der Arbeit auf dem Weg nach Hause befanden oder anderweitig unterwegs waren.

Ein Teil der Kundgebung am 3. März

Die Demonstranten skandierten Parolen auf Singhalesisch und Tamilisch: „Freiheit für Julian Assange“, „Freiheit für Chelsea Manning“, „Verteidigt das Recht auf freie Meinungsäußerung“, „Schluss mit Internetzensur“, „Nein zum imperialistischen Weltkrieg“, „Kämpft für den internationalen Sozialismus“ und „Baut die SEP auf“. Mitglieder der SEP und der IYSSE verteilten Flugblätter mit einem WSWS-Artikel vom 20. Februar: „Wachsende Unterstützung für Julian Assange am Vorabend der Auslieferungsverhandlung“.

Mehrere Medien, darunter die größte tamilische Tageszeitung des Landes, Veerakesari, der internationale Nachrichtensender i24 News mit Sitz in Israel, die European Pressphoto Agency und Sunday Morning berichteten über die Veranstaltung.

K. Ratnayake

Hauptredner war der Herausgeber der WSWS für Sri Lanka, K. Ratnayake. Nach Beginn des Prozesses um Assanges Auslieferung an die USA, so Ratnayake, haben das Internationale Komitee der Vierten Internationale und die WSWS ihre Kampagne zur Verteidigung von Assange und Manning verstärkt. Gegen Assange liegt in den USA eine Anklage wegen Verstößen gegen den Espionage Act vor. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

„Assange und Manning werden verfolgt, weil sie die Kriegsverbrechen der imperialistischen Mächte, allen voran der USA, im Irak und in Afghanistan aufgedeckt haben“, erklärte der Redner. „Der Kampf zu ihrer Verteidigung ist deshalb ein wichtiger Teil des Kampfs gegen imperialistischen Krieg und für die Verteidigung demokratischer Rechte, der Meinungsfreiheit und der Redefreiheit.“

Ratnayake schilderte, wie die USA und ihre Verbündeten –Großbritannien, Australien und Schweden – Assange seit den Enthüllungen von WikiLeaks verfolgen, und warnte: „Es ist zwecklos, moralische Appelle an die herrschende Klasse für seine Freilassung zu richten. Arbeiter, Studierende, Schüler und alle, denen demokratische Rechte am Herzen liegen, müssen den Kampf für Assanges Freilassung in die eigenen Hände nehmen. Die Imperialisten wollen Assange und Manning zum Schweigen bringen – nicht nur, um ihre früheren Verbrechen zu vertuschen, sondern auch, weil sie neue Verbrehen und monströse Kriege vorbereiten.“

Auf der Kundgebung am 3. März

Als Grundlage für diese Perspektive verwies Ratnayake auf die zunehmenden Kämpfe der Arbeiterklasse weltweit. Er bezeichnete die Verfolgung Assanges als klarsten Ausdruck eines umfassenderen Angriffs auf demokratische Rechte.

In Sri Lanka führt die Regierung die Polizeistaatsmethoden wieder ein, die man dort mit dem anti-tamilischen Bürgerkrieg in Verbindung bringt, den die Regierungen in Colombo über 30 Jahre geführt haben.

Politische Gegner und Journalisten, die die Regierung kritisierten, wurden brutal misshandelt, einige von ihnen ermordet. Ein bekanntes Opfer ist der Redakteur des Sunday Leader, Lasantha Wickrematunga, der während der Präsidentschaft von Mahinda Rajapakse im Januar 2009 ermordet wurde.

Unter den Regierungen von Sirisena und Wickremesinghe wurden Künstler wie Shakthika Sathkumara und Malaka Devapriya auf Geheiß von Teilen der buddhistischen Hierarchie verfolgt. Angesichts der zunehmenden Krise der herrschenden Klasse wurde schließlich im November 2019 Gotabhaya Rajapakse an die Macht gebracht, der direkt an Kriegsverbrechen beteiligt war. Er soll den Widerstand der Arbeiterklasse unterdrücken.

Kapila Fernando

Ratnayake betonte, dass die SEP die einzige Partei in Sri Lanka ist, die Assange zu Hilfe kommt. Ihre Schwesterparteien weltweit haben das Gleiche getan und damit gezeigt, dass die Verteidigung demokratischer Rechte untrennbar mit dem Kampf für die sozialen Rechte der Arbeiterklasse verbunden ist.

Kapila Fernando von der IYSSE rief in seiner Rede alle Jugendlichen dazu auf, sich am Kampf für die Freilassung von Assange und Manning zu beteiligen. Er warnte, dass die Großmächte einen dritten Weltkrieg vorbereiten, der die Existenz der Menschheit bedroht. Daher muss sich die internationale Arbeiterklasse im Kampf für den Sozialismus zusammenschließen.

Reporter der WSWS sprachen mit einigen der Teilnehmer.

Soaresm

Arjun Ainkaran, ein junger Arbeiter, erklärte: „Kampagnen wie diese sind sehr wichtig. Viele Leute wissen gar nicht, dass diese Art von Angriffen stattfindet. Alle Regierungen haben Angst, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Wenn alle wissen, was Assange enthüllt hat, werden sie den amerikanischen Imperialismus hassen. Ich habe in den Nachrichten gesehen, dass ein wichtiger iranischer Befehlshaber von einer amerikanischen Drohne getötet wurde. Das war ein ernster Zwischenfall.

Ich habe bereits früher über Edward Snowden gelesen [der massive Überwachungsoperationen der US-Geheimdienste enthüllt hat]. Als ich jetzt von Chelsea Manning gehört habe, war mir klar, dass sie etwas genauso Tapferes getan hat wie Snowden. Ich fordere die Freilassung von Assange und Manning, und ich werde weiterhin an Veranstaltungen wie dieser teilnehmen.“

Soaresm, ein junger Besucher aus Frankreich, erklärte: „Es ist wichtig, internationale Solidarität zur Freilassung von Julian Assange herzustellen. Dieser Kampf muss fortgeführt werden, um Freiheit und Meinungsfreiheit zu schützen. Die Franzosen würden ihm in ihrem Land gerne Asyl gewähren, aber die Kapitalistenklasse lässt das nicht zu. Deshalb ist klar, dass eine Bewegung von unten aufgebaut werden muss, um ihn zu befreien.“