Perspektive

Krieg gegen den Iran führt zu massiver Preistreiberei und Gewinnwucher

Während Arbeiter weltweit unter den sich ständig verschärfenden Folgen des US-Kriegs gegen den Iran leiden – durch verheerende Preissprünge bei Benzin, Gas und Lebensmitteln und die wachsende Gefahr von Nahrungsmittelknappheit in ärmeren Ländern –, scheffeln große Konzerne und Banken Gewinne in Höhe von Hunderten Milliarden Dollar.

Wie zu erwarten war, profitieren die Ölkonzerne als Erste von dieser Gewinnschwemme. Doch der verstärkte Geldfluss erstreckt sich quer durch die Bank.

Der Dieselpreis an einer Tankstelle in Hyattsville (Maryland) am 19. März 2026. [AP Photo/Stephanie Scarbrough]

Laut einer Untersuchung des Guardian, deren Ergebnisse am Mittwoch veröffentlicht wurden, werden die großen Ölkonzerne in Saudi-Arabien, Russland, den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Europa bei einem Ölpreis von rund 100 Dollar pro Barrel im Jahr 2026 zusätzliche Gewinne in Höhe von 234 Milliarden Dollar einfahren – ein zusätzlicher Zufluss von 30 Millionen Dollar pro Stunde für den Rest des Jahres.

Der größte Gewinner ist der saudische Ölkonzern Aramco, der voraussichtlich einen Kriegsgewinn von 25,5 Milliarden Dollar erzielen wird, während die russischen Ölgiganten zusätzliche 23,9 Milliarden Dollar einnehmen dürften.

Das US-Unternehmen ExxonMobil wird zusätzliche 11 Milliarden Dollar einnehmen. Der Umsatz von Shell wird um 6,8 Milliarden Dollar steigen, und Chevron dürfte zusätzliche 9,2 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Diese zusätzlichen Gewinne kommen zu der Billion Dollar hinzu, die die Ölindustrie jedes Jahr einnimmt, während sie gleichzeitig direkte Subventionen erhält, die sich nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds im Jahr 2022 auf insgesamt 1,3 Billionen Dollar beliefen.

Aus dem Anstieg der Aktienkurse ergeben sich für die Konzerne auch weitere Vorteile. Der Marktwert von ExxonMobil ist um 118 Milliarden Dollar gestiegen, während der von Shell um 34 Milliarden Dollar zulegte.

Abgesehen von den Ölproduzenten profitieren auch Handelsunternehmen, die mit Öl, Lebensmitteln, Metallen und anderen lebenswichtigen Rohstoffen handeln und die globalen Märkte weitgehend dominieren. Das Wall Street Journal berichtete, dass der Schweizer Rohstoffhändler Gunvor angab, im ersten Quartal dieses Jahres bereits so viel Geld verdient zu haben wie im gesamten Jahr 2025, als er einen Gewinn von 1,6 Milliarden Dollar erzielte. Andere werden einen ähnlichen Aufschwung erleben.

Es überrascht auch nicht, dass amerikanische Waffenhersteller davon profitieren. Am ersten Tag des US-Angriffs auf den Iran verzeichneten große Unternehmen einen Anstieg ihres Gesamtmarktwerts um bis zu 30 Milliarden Dollar.

Die Gewinne und die Preistreiberei erstrecken sich über die gesamte amerikanische Wirtschaft unter Bedingungen, unter denen die Unternehmensgewinne „einen Rekordanteil an der US-Wirtschaft erreicht haben“, wie die New York Times kürzlich schrieb. In den amerikanischen Großkonzernen beabsichtigt man, dies auch weiterhin so beizubehalten.

Sonu Varghese, globaler Makrostratege beim Finanzunternehmen Carson Group, erklärte gegenüber der Times, dass viele Unternehmen die Inflation aufgrund von „externen Schocks“ wie Krieg „als Gelegenheit betrachten, Preise anzuheben und Margen zu steigern“, und dass es zu einer gewissen „Margenausweitung“ kommen werde.

Dies deutet auf eine Wiederholung der Erfahrungen mit dem Inflationsschub von 2022 hin, als, wie die Times berichtete, Daten des US-Erzeugerpreisindex „zeigten, dass Groß- und Einzelhändler im Allgemeinen die Marge zwischen ihren Verkaufspreisen und ihren Wareneinkaufskosten ausweiteten.“

Auch große US-Banken haben von den durch den Krieg geschaffenen Möglichkeiten profitiert. Die sechs großen US-Banken meldeten für das erste Quartal einen Gesamtgewinn von 47,6 Milliarden US-Dollar, der zum Großteil dadurch erzielt wurde, dass die Marktvolatilität Bedingungen für äußerst profitablen Handel geschaffen hat.

In ihrer Berichterstattung über den Gewinnanstieg stellte die Financial Times fest, dass das erste Quartal von geopolitischen Schocks geprägt war – der Militäroperation in Venezuela und dem Iran-Krieg –, die Volatilität auslösten, was „gut für Investmentbanken ist, die mit der Finanzierung und Abwicklung von Kundengeschäften Geld verdienen.“

JPMorgan lag in absoluten Zahlen vorn: der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar, wobei die Marktunsicherheit als „Geschenk für die Handelsabteilungen“ bezeichnet wurde. Goldman Sachs meldete einen Gewinnanstieg von 19 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar. Citigroup verzeichnete einen Gewinnsprung von 42 Prozent, und die Gewinne von Morgan Stanley stiegen um 29 Prozent.

Der kombinierte Gewinnanstieg der Handelsabteilungen der Großbanken wird auf den höchsten Stand seit zwölf Jahren geschätzt.

Ein Großteil dieses Geldes wird zur Finanzierung von Aktienrückkäufen verwendet, um die Portfolios der Führungskräfte der Banken und der Großinvestoren aufzubessern. Die größten US-Banken gaben im ersten Quartal die Rekordsumme von 33 Milliarden US-Dollar für Rückkäufe aus, wobei JPMorgan, Goldman Sachs und Citigroup ihre bisher größten Rückkäufe tätigten.

Die Banken haben von der Lockerung der Vorschriften unter Trump profitiert. Alastair Borthwick, Finanzvorstand der Bank of America, sagte, die Bank zeige sich „ermutigt durch die Arbeit der Regierung.“ Zugleich kaufte die Bank im Quartal eigene Aktien im Wert von 7,2 Milliarden Dollar zurück – der höchste Stand seit vier Jahren. Die Trump-Regierung treibt die Senkung der Kapitalreserven voran, die die Banken vorhalten müssen, und setzt so Geld für den Handel und Rückkäufe frei.

Die allgemeine Stimmung an der Wall Street ist, dass die Gewinnflut zumindest vorerst anhalten wird, nachdem der S&P 500 am Mittwoch erstmals die 7.000er-Marke überschritten hat. Ein Faktor ist die durch den Krieg angeheizte Inflationsspekulation. Ein weiterer ist die Welle von Massenentlassungen, von der in vielen Fällen Zehntausende von Arbeitern betroffen sind, insbesondere in den Hightech-Branchen.

In einem Kommentar zu einer neuen Ära der Massenentlassungen – so das Wall Street Journal – hieß es: „Arbeitgeber schöpfen die möglichen finanziellen Vorteile daraus ab, große Teile ihrer Belegschaft auf einmal zu entlassen.“

Früher hätten Massenentlassungen durch ein Unternehmen möglicherweise auf Schwierigkeiten oder Misswirtschaft hingedeutet. „Heute ist es wahrscheinlicher, dass ein solches Unternehmen einen großen Kurssprung verzeichnet und von Investoren für sein mutiges Handeln gelobt wird.“

Riesenkonzerne und Banken nähren sich von Tod, Zerstörung und der Verarmung der Arbeiterklasse auf der ganzen Welt. Das macht es für Arbeiter und Jugendliche dringend notwendig, die schärfsten politischen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Der Krieg gegen den Iran selbst ist nicht das Produkt des Individuums Donald Trump, sondern wird von der historischen Krise des Imperialismus angetrieben, dessen groteskeste Verkörperung er ist.

Ebenso ist die Obszönität, die sich im heutigen Wirtschafts- und Finanzsystem äußert, nicht das Produkt der individuellen Gier der herrschenden Oligarchen, wenngleich diese im Überfluss vorhanden ist. Sie ist ein Produkt des kapitalistischen Systems selbst, dessen objektive Logik, wie Marx vor 150 Jahren erklärte, die Schaffung sagenhaften Reichtums an einem Pol der Gesellschaft und Armut, Elend und Entwürdigung am anderen Pol ist.

Heute beschränkt sich die Notwendigkeit, den Kapitalismus zu stürzen und den Sozialismus zu errichten, nicht auf die Seiten des Kapital, sondern wird in der Sprache des täglichen Lebens groß geschrieben.

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