Das Ende von Manroland in Offenbach und die Rolle der IG Metall

Die Manroland Sheetfed GmbH, einst drittgrößter Druckmaschinenhersteller der Welt und größter Arbeitgeber Offenbachs, stellt zum 1. Juni 2026 den Betrieb in Offenbach ein. Die letzten 744 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit, 660 schon zum 1. Juni, die restlichen 84 zum Jahresende, wenn die Fabrik abgewickelt ist. Am 6. März hat die Langley Holdings zunächst ein Schutzschirmverfahren eingeleitet und den Konkursverwalter bestellt. Am 20. April wurde den Beschäftigten dann das endgültige Aus auf einer Betriebsversammlung mitgeteilt. Betriebsrat und IG Metall fordern für die Entlassenen eine „Transfergesellschaft“.

Roland Bogenoffsetdruckmaschine auf der Drupa 2012 [Photo by Ra Boe / Wikipedia / CC BY-SA 3.0]

Es ist unmöglich, über das Ende von Manroland in Offenbach zu sprechen, ohne auf die Zerschlagung des Konzerns vor 14 Jahren zurückzublicken. Und wer über die damalige Insolvenz spricht, muss auch die Rolle ansprechen, die die IG Metall an jenem Jahreswechsel 2011–2012 spielte. Ihr ist es zu „verdanken“, dass eine Belegschaft von mehr als 6.600 gut ausgebildeten und kampfbereiten Arbeitern an drei Standorten – Offenbach, Augsburg und Plauen – damals zwei Monate lang ohne Gegenwehr in die Irre geführt, gespalten, betrogen und massiv angegriffen werden konnte. Damals wurden die Weichen für das heutige schmähliche Ende in Offenbach gestellt.

Als der britische Mischkonzern Langley Holdings im Februar 2012 Manroland Offenbach übernahm, war der Konzern bereits in seine Bestandteile zerschlagen. Die Standorte Augsburg und Plauen waren abgetrennt und ebenfalls verkauft. Mehr als 2.000 Arbeitsplätze waren vernichtet, die restliche Belegschaft ihrer Pensionsrechte und jahrzehntelang erkämpfter Ansprüche beraubt.

Damals lobten die Frankfurter Rundschau, die Offenbach Post und die IG Metall die Übernahme und Neugründung als Manroland Sheetfed GmbH unter der Regie von Langley Holdings als „die beste Lösung für Offenbach“, und der neue Eigentümer Anthony Langley wurde als „weißer Ritter“ und „Robin Hood“ gepriesen. Die World Socialist Web Site dagegen warnte (am 7. Februar 2012):

In Wirklichkeit geht es den neuen Besitzern nicht um die Produktion von Druckmaschinen, und schon gar nicht um die Zukunft der Arbeiter und ihrer Familien (…) Realistischerweise muss man davon ausgehen, dass die neuen Eigentümer die günstige Gelegenheit genutzt haben, um sich die besten „Filetstücke“ für wenig Geld anzueignen. Sie sind in erster Linie daran interessiert, Finanzgeschäfte in Millionenhöhe zu tätigen.

Das hat sich vollauf bestätigt. Zu keinem Zeitpunkt hat Anthony Langley, Chairman und CEO der Langley Holdings, eine Garantie für die Arbeitsplätze bei Manroland abgegeben. Mit der Bemerkung: „Die Situation ist nicht nachhaltig“, hat er jetzt entschieden, dass der hochmoderne Produktionsbetrieb Manroland, der auf über 155 Jahre Erfahrung im Bereich der Druckmaschinentechnik zurückblickt, am 1. Juni geschlossen wird.

Die Manroland-Arbeiter, viele von ihnen seit 30 Jahren oder noch länger im Betrieb, die als professionelle Facharbeiter die Offenbacher Fabrik aufgebaut haben, verlieren jetzt alles. Das Vermögen von Langley dagegen, das im Jahr 2011 bei 270 Millionen Pfund (368 Mio. US-Dollar) lag, wird heute auf etwa 3,6 Milliarden US-Dollar geschätzt – er hat sein Vermögen verzehnfacht. Er besitzt zwei Großyachten, einen siebensitzigen Hubschrauber und einen Privatjet sowie einen Segelclub.

Sein Vermögen sei „ab 2005 richtig steil bergauf“ gegangen, prahlte Langley gegenüber Forbes. Er bezog sich damit auf die Aufnahme seiner Tätigkeit als sogenannte „Heuschrecke“, die Betriebe mit Schwierigkeiten aufkauft, zerfleddert, lukrative Teile gewinnbringend weiterveräußert und den Rest ausbluten lässt.

Diese Entwicklung war abzusehen: Milliarden für die Kapitalisten, Arbeits- und Perspektivlosigkeit für die Arbeiter, die alles aufgebaut haben. Sie ist das Ergebnis der damaligen Weigerung der IG Metall, um die Arbeitsplätze zu kämpfen. Deshalb ist ein Blick auf die Geschichte Manrolands gerade heute für alle Metallarbeiter – ob bei VW, Thyssen, Bosch oder in anderen von Stellenstreichungen und Schließung bedrohten Betrieben – von größter Bedeutung. Sie beinhaltet lebenswichtige Lehren.

Die wichtigste Lehre lautet: Wer sich auf die IG Metall verlässt, ist verlassen. Notwendig ist der Aufbau von Aktionskomitees, die unabhängig von der IG Metall und allen DGB-Gewerkschaften auf der Grundlage eines sozialistischen und internationalen Programms handeln können.

Wie die IG Metall half, Manroland zu zerschlagen

Die IG Metall spielte von Anfang an eine Schlüsselrolle dabei, die Zerschlagung, den massiven Arbeitsplatzabbau und die Turbo-Insolvenz vorzubereiten, durchzusetzen und keinen Widerstand dagegen aufkommen zu lassen.

Als Manroland am 30. November 2011 Insolvenz anmeldete, galt der Konzern nach Heidelberg Druckmaschinen und König&Bauer als drittgrößter Druckmaschinenhersteller der Welt. Er hatte 6.600 Beschäftigte, 1.900 allein in Offenbach, daneben 2.500 in Augsburg, 750 in Plauen und weitere in Mainhausen und an anderen Standorten. Nur neun Wochen später, Mitte Februar 2012, war der Konzern in seine Bestandteile zerschlagen und praktisch halbiert – ohne jeden wirklichen Arbeitskampf. „Wir hätten kämpfen können – aber die IG Metall hat es verhindert“, so das bittere Fazit eines Arbeiters gegenüber der WSWS.

Schon am 15. November 2011, zwei Wochen vor der offiziellen Bekanntgabe, als eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung von Manroland die Insolvenz beschloss, waren sechs Gewerkschaftsfunktionäre als Arbeitnehmervertreter dabei. Weit davon entfernt, die Belegschaft sofort zu warnen, zu mobilisieren und den Kampf aufzunehmen, stimmten sie an diesem Tag einem Stillhalteabkommen zu, das sie gegenüber den Arbeiterinnen und Arbeitern von Manroland an allen Standorten eisern durchhielten.

Jürgen Kerner, damals Vorstandsmitglied der IG-Metall und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von Manroland, heute zweiter IG Metall-Vorsitzender, kam mit dem Vorstandschef Gerd Finkbeiner und dem Insolvenzverwalter Werner Schneider überein, Verkaufsverhandlungen mit dem Chef des Lübecker Unternehmens Possehl & Co. aufzunehmen. Alle vier kannten sich gut und hatten im Vorjahr bereits das insolvente Augsburger Kuvertierunternehmen Böwe Systec an Possehl verschachert.

Zehn Tage später, am 25. November 2011, stellte die damalige Manroland AG beim Amtsgericht Augsburg – nicht in Offenbach, wo ihre Zentrale stand – den Antrag auf Insolvenz. Die Wahl des Gerichts in Augsburg war ein bewusster Schritt in einem Manöver, das die Übernahme des Augsburger Standorts durch Possehl erleichtern sollte.

Wie stark die IG Metall an diesem Manöver beteiligt war, zeigte sich schon daran, dass sie lange bevor der Gläubigerausschuss offiziell für Possehl stimmte, schon einer entsprechenden Sanierungsvertragsvereinbarung zugestimmt hatte. Die F.A.Z. wies damals darauf hin, „dass es zwischen Possehl und der IG Metall schon zu intensiven Gesprächen kam, bevor der Gläubigerbeirat (…) seine Entscheidung über die Aufspaltung des Konzerns überhaupt getroffen hatte“ – ein „zumindest ungewöhnlicher Vorgang“, wie sogar diese Wirtschaftszeitung fand.

Als am 18. Januar dann der Gläubigerausschuss tagte, fiel die Entscheidung, dass Manroland Augsburg an Possehl gehen sollte, einstimmig. Das bedeutet, dass alle anwesenden Gewerkschaftsvertreter dafür gestimmt und damit der Zerschlagung von Manroland und dem damit einhergehenden massiven Stellenabbau ihren Segen gegeben hatten. Heute sind in Augsburg von einst mehreren tausend Beschäftigten keine 600 mehr in dem Konzern übrig, der seither mit Goss International fusioniert hat.

Um die Verhandlungen mit dem Käufer Possehl nicht zu gefährden, sagte die IG Metall sogar eine für den 13. Januar geplante gemeinsame Großdemonstration der Manroland-Arbeiter aller drei Standorte in München wieder ab. Stattdessen gab es getrennte, zahnlose Kundgebungen und Proteste an den drei Standorten mit roten Luftballons und Trillerpfeifen, auf denen die IG Metall-Funktionäre in markigen Worten von den Regierungspolitikern Steuergelder für die Insolvenzabwicklung forderten.

Offenbach: „Ein abgekartetes Spiel“

Auch den Offenbacher Manroland-Arbeitern wurde übel mitgespielt. Die Betriebsräte und der Vertrauenskörperleiter hielten gegenüber der Belegschaft monatelang Stillschweigen über die wahren Verkaufspläne. Sie übernahmen schließlich die Aufgabe, die Liste derjenigen zusammenzustellen, die entlassen werden sollten.

Auch noch als die Übernahme durch Langley Holdings hinter den Kulissen schon feststand, drängten die Gewerkschaftsfunktionäre die Arbeiter, rasch Aufhebungsverträge zu unterzeichnen, die für sie nachteilig waren. Normalerweise hätten sie bei vorzeitigem Ausscheiden Anspruch auf hohe Abfindungen gehabt. Doch im Interesse des Verkaufs an Langley hatten die Funktionäre das Ziel, die Zustimmung von 95 Prozent der Betroffenen zu erreichen. So wurden die Arbeiter überrumpelt, sie verloren ihre Ansprüche und landeten erst in der Transfergesellschaft und nach sechs Monaten in der Arbeitslosigkeit und in Hartz IV.

Genau dies bestätigte ein halbes Jahr später ein Prozess vor dem Arbeitsgericht Offenbach. Mehrere Dutzende ehemalige Manroland-Arbeiter klagten dort wegen „arglistiger Täuschung“. Die Klage richtete sich gegen das Unternehmen und den Insolvenzverwalter Werner Schneider, aber im Lauf des Prozesses wurde deutlich, dass es vor allem die IG Metall und der Betriebsrat waren, die die Arbeiter hinters Licht geführt und unter Druck gesetzt hatten. Dies machte der Anwalt der Kläger, Volkmar Spielmann aus Hanau, im Gerichtssaal deutlich:

Aus unserer Sicht gehören die Betriebsräte ins Lager der Insolvenz von Manroland. Sie haben in dieser Situation mit Wissen und Wollen der Manroland AG das Lager der Insolvenz vertreten. Betriebsratsmitglieder haben den Arbeitern gesagt: „Wenn du nicht unterschreibst, erhältst du die fristlose Kündigung des Insolvenzvertreters.“ Das war eine Täuschung. (…) Mehrere Betriebsräte haben die – mit Verlaub gesagt – Drecksarbeit übernommen, die Hälfte der Mitarbeiter zu „entsorgen“, und die Bedingungen für eine Übernahme zu erfüllen.

Von noch 1.750 Beschäftigten verloren damals rund 900 ihre Arbeit, und nur 850 wurden in der neu gegründeten Manroland Sheetfed weiterbeschäftigt. Um für die Langley Holdings „die Braut aufzuhübschen“, setzte die IG Metall auch durch, dass die Manroland-Arbeiter viele Ansprüche verloren und eine achtprozentige Lohnsenkung und gesteigerten Arbeitsstress akzeptieren mussten.

Nur die WSWS warnte die Arbeiter von Anfang an vor diesem Ausverkauf und ermutigte sie, entschlossen um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen und die ganze Arbeiterklasse zu mobilisieren. Unermüdlich kämpfte die WSWS für dieses Programm. In den entscheidenden drei Monaten verfasste sie 15 Artikel, davon drei Statements, die an den Toren verteilt wurden, und organisierte in Offenbach zwei Diskussionstreffen zum Thema: „Manroland: Verteidigt jeden Arbeitsplatz!“

Schon am 24. November 2011 schrieb die WSWS:

Die Verteidigung der Arbeitsplätze erfordert einen Bruch mit den Gewerkschaften und den Aufbau unabhängiger Aktionskomitees. Die Betroffenen müssen sich international zusammenschließen und für ein sozialistisches Programm kämpfen, das die gesellschaftlichen Bedürfnisse über die Profitinteressen der Finanzinvestoren und Konzerne stellt.

In einem Statement vom 3. Dezember, das auf den Demonstrationen in Offenbach, Augsburg und Plauen verteilt wurde, hieß es:

Wenn der Kampf gegen die drohende Werksschließung unter der Kontrolle der IG Metall bleibt, ist er zum Scheitern verurteilt. Das hätte katastrophale Folgen, nicht nur für die Betroffenen, sondern für die Arbeiterklasse insgesamt. Die Insolvenz von Manroland ist Bestandteil eines umfassenden Angriffs auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der gesamten europäischen Arbeiterklasse. (…)

Das Recht auf Arbeit und einen angemessenen Lohn ist ein elementares Grundrecht. Ohne einen dauerhaften, gut bezahlten Arbeitsplatz können auch keine anderen Bedürfnisse befriedigt werden. (…) Wenn die Unternehmensführung und ihre Co-Manager in der IG Metall behaupten, der Erhalt der Arbeitsplätze und der Löhne sei unter den gegebenen Bedingungen nicht möglich, dann sagen sie damit nur, dass die kapitalistische Profitwirtschaft nicht mit den Lebensinteressen und den Bedürfnissen der Bevölkerung in Einklang gebracht werden kann.

Schonungslos und beinahe in Echtzeit deckte die WSWS den Verrat und Ausverkauf der IG Metall auf. Ihre Statements gingen im Werk von Hand zu Hand und führten zu großer Unruhe, weil die Arbeiter wussten, dass stimmte, was die WSWS schrieb. Der Ausverkauf durch die IG Metall war derart offensichtlich, dass selbst die Offenbach Post das Thema aufgriff.

Am 21. Januar schrieb ihr damaliger Chefredakteur Frank Pröse zu dem WSWS-Artikel „Manroland wird zerschlagen – ein abgekartetes Spiel“, der am Vortag erschienen war, unter der Überschrift: „Ungute Gefühle“: „Ja, wir bewegen uns auf dünnem Eis, wenn wir Ulrich Rippert von World Socialist Web Site zitieren, der in der Zerschlagung von ‚manroland‘ ein abgekartetes Spiel sieht. Aber für diese Einschätzung gibt es auch gute Gründe.“

Rippert greife ein „heißes Thema“ auf, wenn er der IG Metall vorwerfe, sie habe „die Interessen der Belegschaft verraten“, schrieb Pröse. Es sei aber nicht von der Hand zu weisen, „dass die Arbeitnehmervertreter mit ihrer Zustimmung zur Zerschlagung des renommierten Druckmaschinenherstellers durch den Lübecker Mischkonzern Possehl nicht nur die Belegschaft irritieren“.

Kampf gegen die soziale Konterrevolution

Die Gewerkschaftsfunktionäre der Betriebsrats- und Vertrauenskörperleitung und der IG Metall-Zentrale reagierten auf das Eingreifen der Trotzkisten mit Wut und Abwehr. Als ein Team der WSWS am 7. Dezember 2011 ihre Versammlung besuchen wollte, auf der es um die Zukunft des Werks ging, wurden sie als „Spalter“ beschimpft und des Saales verwiesen.

Ein Gewerkschafter schimpfte: „Ihr treibt einen Keil zwischen die Arbeiter und die IG Metall“, und ein Vertrauensmann klagte, er komme direkt aus einer Manroland-Werkstatt, wo das WSWS-Flugblatt großen Wirbel ausgelöst habe, so dass es ihm schwergefallen sei, den Arbeitern gegenüber den Standpunkt der IG Metall klarzumachen.

Auf einer Versammlung der Sozialistischen Gleichheitspartei betonte Ulrich Rippert, dass das Recht auf Arbeit und einen angemessenen Lohn als elementares Grundrecht höher stehe als die Profitinteressen der Geschäftsleitung und Aktionäre, und dass es notwendig sei, Aktionskomitees aufzubauen und eine Betriebsbesetzung vorzubereiten.

Rippert sagte: „Ich spreche nicht von einer symbolischen Aktion, ein paar roten Fahnen am Haupttor und befristeten Protestaktionen mit radikalen Reden, sondern von einem ernsthaften Besetzungsstreik, der darauf ausgerichtet ist, die anderen Standorte und andere, von Entlassung bedrohte Betriebe in einen breiten Widerstand einzubeziehen.“ Die Insolvenz müsse als das verstanden werden, was sie tatsächlich war: Bestandteil einer sozialen Konterrevolution.

Heute ist diese soziale Konterrevolution weit fortgeschritten. Viele Manroland-Arbeiter, die jetzt entlassen werden, werden in Arbeitslosigkeit und Altersarmut getrieben, und wenn sie jung sind vielleicht in die Bundeswehr und in den drohenden Krieg gegen Russland. Die aktuelle Schließung von Manroland ist Teil einer Welle der Deindustrialisierung, die sich seit mehreren Jahren entwickelt und sich vor allem mit der Kriegseskalation gegen Russland dramatisch beschleunigt.

Um nur Hessen als Beispiel zu nehmen: In Wetzlar kam vor kurzem die 300-jährige Stahlproduktion Buderus ans Ende, Goodyear in Fulda, die Continental-Werke Wetzlar und Schwalbach und andere Traditionsbetriebe werden geschlossen. Bei VW in Baunatal, Daimler in Kassel und Bayer in Frankfurt-Höchst stehen Stellenstreichungen an. Die Produktion floriert hauptsächlich noch für die Rüstung.

Dies macht es zur dringenden Notwendigkeit, dass Arbeiter den Kampf für die Arbeitsplätze in die eigenen Hände nehmen: Es ist ein Kampf um ihre Zukunft und die ihrer Familien, zu dem es keine Alternative gibt. Das Ziel – die entschädigungslose Enteignung der Konzerne und Banken und Neuorganisation der Wirtschaft im Interesse der Arbeitenden, nicht der Aktionäre – kann nur international und gemeinsam erreicht werden. Allein Manroland verfügt heute noch über Vertriebs- und Serviceniederlassungen in über 40 Ländern.

Die IG Metall hat es nicht für notwendig gefunden, die Arbeiter über die Standortgrenzen hinaus zusammenzubringen, im Gegenteil. Um ihre Rolle als Juniorpartner der Kapitalisten durchzusetzen, spaltet sie die Belegschaften bewusst und systematisch nach Standorten und Ländern auf.

Noch im Dezember 2025 hat Manuel Schmidt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Offenbach, einen sogenannten Ergänzungstarifvertrag für Manroland abgeschlossen, der mit zahlreichen finanziellen Einbußen verbunden ist. Die aktuell offizielle IG Metall-Forderung nach einer neuen Transfergesellschaft ist nicht einmal ernst gemeint. Viele Arbeiter sind mittlerweile schon gar nicht mehr im Betrieb, da sie noch Urlaubstage abfeiern.

Geradezu erbärmlich ist der Appell des IGM-Bevollmächtigten Manuel Schmidt an die „Heuschrecke“ Langley. Er forderte laut OP-online, dieser müsse „den Anstand haben, dafür zu sorgen, dass die Leute am 1. Juni nicht zur Arbeitsagentur gehen müssen“.

Die World Socialist Web Site und die SGP laden alle Beschäftigten von Manroland, alle Metall-Arbeitenden und all ihre Unterstützer ein, Kontakt zu uns aufzunehmen, um selbst aktiv zu werden. Schreibt uns eine Nachricht über WhatsApp an die +491633378340 und registriert euch über das untenstehende Formular!

Loading