Im Mehring Verlag ist der hochaktuelle Band »Der Ukrainekrieg und der Kampf für Sozialismus. Der Fall Bogdan Syrotjuk« erschienen und ab sofort für 12,00 Euro erhältlich. Er wird von Johannes Stern, dem Chefredakteur der deutschsprachigen Ausgabe der WSWS, herausgegeben. Das Vorwort ist hier veröffentlicht.
Bogdan Syrotjuk, ein junger ukrainischer Sozialist, wird seit April 2024 im Gefängnis festgehalten. Die ukrainische Regierung wirft ihm »Hochverrat« vor – ihm droht lebenslange Haft. Als »Beweise« dienen Artikel, die Syrotjuk für die »World Socialist Web Site« verfasst hat. Sein tatsächliches »Vergehen«: Er lehnt den Ukrainekrieg vom Standpunkt des sozialistischen Internationalismus ab und kämpft für die Einheit der ukrainischen und russischen Arbeiterklasse – gegen die Kriegspolitik der Regime in Kiew und Moskau ebenso wie gegen die NATO.
Dieses Buch dokumentiert erstmals umfassend Bogdans Fall, versammelt seine eigenen Texte und analysiert die historischen und politischen Ursachen des Ukrainekriegs. Die Verfolgung der Kriegsgegner offenbart den Charakter des Kriegs: Es geht nicht um Demokratie, sondern um geopolitische und wirtschaftliche Interessen. Gerade in Deutschland, wo 85 Jahre nach dem Vernichtungskrieg der Nazis wieder ein Krieg gegen Russland befeuert wird, gibt dieses Buch eine Orientierung im Kampf gegen Militarismus und Nationalismus – und für eine sozialistische Zukunft.
Johannes Stern erklärt im Vorwort zu dem Buch:
Bogdan wird nicht aufgrund einer Straftat verfolgt, sondern wegen seiner politischen Überzeugungen. Sein Prozess ist ein politischer Schauprozess. Er richtet sich nicht nur gegen einen einzelnen jungen Kriegsgegner. Er richtet sich gegen die World Socialist Web Site, gegen das Internationale Komitee der Vierten Internationale und gegen die gesamte sozialistische Opposition gegen Krieg, Imperialismus und Faschismus.
Stern weist die Lüge, Bogdan sei ein Agent des Kremls, zurück und schreibt:
»Keine andere politische Strömung hat den reaktionären Charakter des Putin-Regimes so konsequent aufgedeckt wie der Trotzkismus. Das Internationale Komitee der Vierten Internationale hat die russische Invasion in der Ukraine am 24. Februar 2022 vom ersten Tag an verurteilt. Es erklärte, dass Putins Krieg keine fortschrittliche Abwehr der imperialistischen Bedrohung durch die NATO sei, sondern eine reaktionäre Antwort der russischen Oligarchie, die aus der Zerstörung der Sowjetunion durch die Stalinisten und der Wiedereinführung des Kapitalismus hervorgegangen ist. Die Invasion dient nicht der Verteidigung der russischen oder ukrainischen Arbeiter, sondern spaltet sie und spielt den imperialistischen Mächten in die Hände.
Aber die Ablehnung des russischen Einmarsches bedeutet nicht die Unterstützung der NATO. Der Ukrainekrieg ist kein Krieg für Demokratie und nationale Selbstbestimmung. Er ist ein imperialistischer Krieg, der von den USA, der NATO und den europäischen Mächten über Jahrzehnte vorbereitet wurde. Seit der Auflösung der Sowjetunion 1991 verfolgen die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten eine Politik der schrittweisen militärischen und geopolitischen Expansion nach Osten. Der von Washington und Berlin unterstützte rechtsextreme Putsch in Kiew 2014, die systematische Aufrüstung der Ukraine und die Integration des Landes in die NATO-Strategie gegen Russland waren entscheidende Stationen auf dem Weg zum Krieg. …
Hunderttausende ukrainische und russische Arbeiter und Jugendliche sind bereits in einem Krieg gestorben oder verstümmelt worden, der nicht in ihrem Interesse geführt wird, sondern im Interesse der NATO-Mächte und der Oligarchien auf beiden Seiten der Front.
Seit dem ersten Golfkrieg 1990–1991 führen die Vereinigten Staaten ununterbrochen Krieg. Gestützt auf ein marxistisches Verständnis der Widersprüche des US- und des Weltimperialismus analysiert David North die Militärinterventionen und geopolitischen Krisen der letzten 30 Jahre.
Die Verhaftung Bogdans ist untrennbar mit dieser Entwicklung verbunden. Je stärker der Widerstand gegen den Krieg wächst, je offener der Charakter des Selenskyj-Regimes als Werkzeug der NATO und der ukrainischen Oligarchie zutage tritt, desto brutaler geht der Staat gegen jede Opposition vor. Bogdan wurde verhaftet, weil seine Stimme, seine Schriften und die Arbeit der Jungen Garde der Bolschewiki-Leninisten für eine politische Perspektive stehen, die den Krieg an seiner Wurzel angreift, indem sie die Arbeiterklasse gegen sämtliche kapitalistischen Regierungen und für den Sozialismus mobilisiert.
Diese Perspektive ist der rote Faden des vorliegenden Bandes.«
Wir rufen unsere Leser auf, das Buch zu bestellen, genau zu studieren und möglichst weit zu verbreiten. Unterzeichnet die Petition für Bogdans Freilassung und unterstützt die internationale Kampagne. Zur weiteren politischen Lektüre empfehlen wir außerdem folgende Bücher von David North »Wohin geht Amerika? Faschismus oder Sozialismus«, »Ein Warnruf: Sozialismus gegen Krieg« und »30 Jahre Krieg: Amerikas Griff nach der Weltherrschaft 1990–2020«.
Johannes Stern (Hrsg.)
»Der Ukrainekrieg und der Kampf für Sozialismus. Der Fall Bogdan Syrotjuk«
Erschienen im Juli 2026
138 Seiten
ISBN 978-3-88634-153-5
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