Vermögen der reichsten 0,1 Prozent der US-Bevölkerung seit 2019 verdoppelt – Gewinne erreichen Rekordanteil am Gesamteinkommen

US-Präsident Donald Trump, Nvidia-Vorstandschef Jensen Huang (links) und Elon Musk (rechts) bei einer Rede im East Room des Weißen Hauses am Dienstag, dem 29 September 2026, umgeben von Spitzenmanagern der KI-Firmen, von links: Microsoft-Vorstandschef Satya Nadella, OpenAI-Präsident Greg Brockman, Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson, AMD-Vorstandschefin Lisa Su, der Vorstandschef von Palo Alto Networks, Nikesh Arora, und David Sacks [AP Photo/Jacquelyn Martin]

Laut Zahlen der Federal Reserve, die im September veröffentlicht wurden, haben die reichsten 0,1 Prozent der amerikanischen Haushalte ihr Vermögen zwischen Ende 2019 und dem 30. Juni 2026 mehr als verdoppelt.

Die Zahlen zeigen die Umverteilung von Vermögen von unten nach oben, die sich unter der Trump-Regierung massiv beschleunigt hat. Sie hat Sozialausgaben drastisch gekürzt, gleichzeitig Regulierungen abgeschafft und die Steuern für die Finanzelite gesenkt. Doch insgesamt nimmt die soziale Ungleichheit bereits seit Jahrzehnten massiv zu – unter demokratischen wie unter republikanischen Präsidenten.

Seit Ende 2024 ist der Anteil der obersten 0,1 Prozent am nationalen Haushaltsvermögen von 14,0 auf 15,0 Prozent angestiegen – schneller als unter jeder anderen Regierung, seit die Fed 1989 mit der Erfassung der Daten begann.

Laut den Daten des Bureau of Economic Analysis (BEA), die am Mittwoch veröffentlicht wurden, stiegen die Unternehmensgewinne nach Steuern im zweiten Quartal auf 11,8 Prozent des Bruttoinlandseinkommens (das in der US-Wirtschaft erwirtschaftete Gesamteinkommen), und damit auf den höchsten jemals verzeichneten Anteil. Der Anteil von Löhnen, Gehältern und Sonderleistungen an diesem Einkommen fiel erstmals seit 1929, dem Jahr des Crashs an der Wall Street, auf unter die Hälfte.

Innerhalb von sechseinhalb Jahren wuchs das Vermögen der rund 137.000 Haushalte, die zu den obersten 0,1 Prozent gehören, von 13,4 Billionen auf 27,9 Billionen US-Dollar – ein Anstieg von mehr als 60 Prozent selbst nach Berücksichtigung der Inflation. Das durchschnittliche Haushaltsvermögen stieg von 101,9 Millionen auf 203,7 Millionen Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von 42.923 US-Dollar pro Tag seit Ende 2019. Ein Arbeiter, der den mittleren Vollzeitlohn von 1.251 US-Dollar pro Woche verdient, bräuchte etwa acht Monate, um diesen Betrag zu verdienen.

Insgesamt verzeichneten die obersten 0,1 Prozent einen Vermögenszuwachs von 14,5 Billionen US-Dollar; das entspricht fast einem Fünftel der 74,7 Billionen US-Dollar, die Arbeiter laut Daten des BEA seit 2020 an Löhnen und Gehältern erhalten haben.

Der massive Anstieg der Ungleichheit ist so extrem, dass sich sogar das Wall Street Journal, das Sprachrohr des amerikanischen Finanzkapitals, zu einem Kommentar veranlasst sah. In einem Artikel mit dem Titel „Die Kluft zwischen den Reichen und den sehr, sehr Reichen wird größer“, wies das Journal am Dienstag auf die zunehmende Ungleichheit hin, allerdings vor allem aus Sorge um die Vermögensverteilung innerhalb der obersten zehn Prozent. Es stellt fest: „Die Super-Reichen entfernen sich aufgrund des Börsenbooms, der ihre Nettovermögen um Billionen Dollar vergrößert hat, selbst von den übrigen reichen Amerikanern.“

Die 400 Personen auf der diesjährigen Forbes-Liste der reichsten Amerikaner, die am 15. September veröffentlicht wurde, besitzen zusammen 8,04 Billionen US-Dollar; im Jahr 2019 waren es noch 2,96 Billionen Dollar für die 400 Personen auf der Liste. Die zehn reichsten Amerikaner auf dem Bloomberg-Milliardärsindex besaßen am Mittwoch zusammen 2,97 Billionen US-Dollar – angeführt von Elon Musk mit 920 Milliarden US-Dollar. Das entspricht 69 Prozent des Vermögens, das die Fed im Juni für die untere Hälfte der Haushalte veranschlagt hat.

Die untere Hälfte der Haushalte, insgesamt 67,6 Millionen, besitzen nur 2,3 Prozent des nationalen Vermögens, d.h. 63.269 Dollar pro Haushalt. Ihr Vermögen hat sich zwar prozentual mehr als verdoppelt, ging jedoch von einem Ausgangswert von lediglich 28.933 Dollar pro Haushalt aus. Damit stieg das Vermögen des durchschnittlichen Haushalts um nur 14,47 Dollar pro Tag.

Die durchschnittlichen Stundenlöhne in der Privatwirtschaft stiegen laut Arbeitsministerium von 28,38 Dollar im Dezember 2019 auf 37,59 Dollar im Juni 2026, allerdings legten die Verbraucherpreise mit einem Anstieg von 28,6 Prozent fast ebenso stark zu. Inflationsbereinigt stieg der durchschnittliche Stundenlohn um drei Prozent in sechseinhalb Jahren – weniger als ein halbes Prozent pro Jahr.

Von den 14,5 Billionen Dollar, welche die obersten 0,1 Prozent dazugewonnen haben, entfallen 9,9 Billionen auf Aktien von Unternehmen und Investmentfonds. Das reichste Prozent besitzt die Hälfte aller derartigen Anteile, die sich im Besitz privater Haushalte befinden – abgesehen von Vorsorgekonten –, während die untere Hälfte nur 0,6 Prozent hält.

Die Aktienkurse wiederum beruhen auf Gewinnen, die aus der unbezahlten Arbeit der Arbeiterklasse stammen. Die Unternehmensgewinne nach Steuern sind seit Ende 2019 um 76 Prozent gestiegen, während die Gesamtsumme der Löhne und Gehälter – begünstigt durch den Beschäftigungszuwachs – um 42 Prozent zunahm.

Karl Marx schrieb 1867 im ersten Band von Das Kapital: „Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend... auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.“

Das Census Bureau berichtete am 15. September, dass laut dem Supplemental Poverty Measure im Jahr 2025 13,1 Prozent der Bevölkerung oder 44,4 Millionen Menschen in Armut lebten; im Jahr 2019 waren es noch 11,7 Prozent.

Im Jahr 2020, in dem die Federal Reserve und der Kongress die Finanzmärkte retteten, wuchs das Vermögen der obersten 0,1 Prozent um 18,5 Prozent, d.h. fast doppelt so schnell wie beim Rest der reichsten zehn Prozent.

Die Rettungsaktion, die als Notfallmaßnahme dargestellt wurde, stützte in Wirklichkeit die Vermögen der Finanzoligarchie. Als sich die Corona-Pandemie im März 2020 ausbreitete, senkte die Fed ihren Leitzins auf fast null. Am 23. März kündigte sie an, Wertpapiere „in erforderlichem Umfang“ aufzukaufen, kündigte Programme zum Kauf von Unternehmensanleihen an und erklärte ihre Bereitschaft, die „volle Bandbreite ihrer Werkzeuge“ zu nutzen, um „Haushalte, Unternehmen und die US-Wirtschaft insgesamt zu unterstützen.“

In den nächsten zwei Jahren verdoppelten sich die Gesamtaktiva der Fed auf neun Billionen Dollar. Der Kongress sicherte seine Kreditvergabe mit 454 Milliarden Dollar im Rahmen des CARES Act ab. Das Gesetz wurde am 25. März vom Senat einstimmig mit 96 zu 0 Stimmen und zwei Tage später vom Repräsentantenhaus durch mündliche Abstimmung verabschiedet. Das billige Geld trieb die Aktienkurse in die Höhe; Aktien sowie Investmentfonds machen mehr als die Hälfte des Vermögens des obersten 0,1 Prozent aus.

Der Aktienindex S&P 500 hat sich seit seinem Tiefststand von 2.237 Punkten aufgrund der Ankündigung der Fed vom 23. März mehr als verdreifacht.

Das Haushaltsgesetz der Trump-Regierung, das am 4. Juli 2025 unterzeichnet wurde, führte zu einer weiteren Umverteilung der Vermögen von unten nach oben. Im August stellte das Congressional Budget Office (CBO) fest, dass sich die Mittel der Haushalte im untersten Zehntel der Einkommensverteilung „um etwa 1.200 Dollar pro Jahr verringern werden“, hauptsächlich wegen „Rückgängen bei Sachleistungen wie Medicaid und SNAP“, dem staatlichen Lebensmittelmarkenprogramm.

Die Mittel für das oberste Zehntel werden „um etwa 13.600 Dollar pro Jahr steigen“, hauptsächlich wegen Steuersenkungen. Das Gesetz sieht Kürzungen bei den staatlichen Ausgaben für Medicaid in Höhe von 914,6 Milliarden Dollar über zehn Jahre vor; die CBO rechnet damit, dass deshalb im Jahr 2034 zehn Millionen Menschen keinen Versicherungsschutz mehr haben werden.

Laut der World Inequality Database, die das Vermögen anders erfasst als die Fed, besaßen im Jahr 1978 die obersten 0,1 Prozent noch 6,8 Prozent des Vermögens amerikanischer Haushalte, was der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen 1913 war. Seither hat sich dieser Anteil fast verdreifacht, auf 18,5 Prozent im Jahr 2022.

Laut dem World Inequality Report 2026, der am 10. Dezember 2025 veröffentlicht wurde, besitzen die reichsten 0,001 Prozent der Weltbevölkerung (weniger als 60.000 Menschen) dreimal so viel Vermögen wie die ärmste Hälfte der Menschheit.

US-Präsident Donald Trump, der mit sieben Milliarden Dollar auf Platz 245 der Forbes-400-Liste steht, zehn Plätze hinter seinem Handelsminister Howard Lutnick, ist selbst ein Mitglied dieser Oligarchie und führt die Regierung in ihrem Auftrag. Eine Gesellschaft, in der 137.000 Haushalte sechseinhalbmal so viel besitzen wie die unteren 67,7 Millionen Haushalte, ist mit Demokratie unvereinbar.

Gallup berichtete am 23. September, dass 43 Prozent der Amerikaner inzwischen den Sozialismus für etwas Positives halten – „das erste Mal, dass dieser Wert über 39 Prozent lag“ seit Beginn der Befragungen im Jahr 2010. Bei den 18- bis 34-Jährigen schneidet der Sozialismus mit 57 Prozent gegenüber 43 Prozent besser ab als der Kapitalismus. Die zunehmende Unterstützung für den Sozialismus ging einher mit einem Erstarken des Klassenkampfs. Das Bureau of Labor Statistics berichtete am 20. Februar, dass sich im Jahr 2025 insgesamt 306.800 Arbeiter an 30 großen Arbeitsniederlegungen beteiligt haben, d.h. 13 Prozent mehr als im Jahr 2024.

Die Arbeiterklasse, die den Reichtum produziert hat, der sich an der Spitze konzentriert, muss ihn durch die Enteignung dieser großen Vermögen und die Umgestaltung der riesigen Konzerne und Banken in öffentliches Eigentum unter demokratischer Kontrolle zurückerobern. Dies muss Teil der sozialistischen Umgestaltung der Wirtschaft in den USA und international sein.

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