Die Trump-Regierung hat den Regierungen der arabischen Golfstaaten mitgeteilt, sich auf neue Luftangriffe auf den Iran bereits am 4. November vorzubereiten, dem Tag nach den Zwischenwahlen an diesem Dienstag, berichtete MS NOW (früher als MSNBC bekannt) am Freitag unter Berufung auf drei hochrangige Vertreter der arabischen Golfstaaten. Der Sender schrieb, US-Präsident Donald Trump plane, die Bombardierung des Iran wieder aufzunehmen, sobald die Wahlen vorbei seien.
Es wird erwartet, dass die Wahl am 3. November eine überwältigende Ablehnung des Krieges gegen den Iran und seiner wirtschaftlichen Folgen, einschließlich der Inflation, durch die Bevölkerung widerspiegeln wird. In einer am 8. Oktober veröffentlichten Umfrage des Pew Research Center gaben 65 Prozent der Amerikaner an, dass sie Trumps Umgang mit dem Krieg ablehnten.
Das Wall Street Journal berichtete am vergangenen Dienstag, dass die Vereinigten Staaten mehrere arabische Regierungen am Golf darauf hingewiesen hätten, nach der Wahl mit einer Militäraktion gegen den Iran zu rechnen. Das Journal schrieb, dass Trump zu einem groß angelegten Angriff nach der Wahl neige, dessen Ziele unter anderem die iranischen Nuklearanlagen und die Infrastruktur des Landes umfassen könnten.
MS NOW berichtete, dass der Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt mit seinen Begleitschiffen und etwa 9.000 Marines und Matrosen Ende November als dritter Flugzeugträger in der Region eintreffen werde und dass weitere Patriot-Raketenabwehrbatterien nach Katar und Saudi-Arabien verlegt worden seien.
Trump sagte am Freitag gegenüber KCMO, einem Radiosender aus Kansas City, dass der Krieg „sehr bald vorbei sein wird“ und dass „wir sie ordentlich fertigmachen“, berichtete MS NOW. Am Samstagabend erklärte Trump gegenüber Reportern in Mar-a-Lago, seinem Anwesen in Florida, wo gerade eine Halloween-Party stattfand: „Wir haben ihr Atomprogramm ausgeschaltet. Wir müssen uns noch um – ich würde sagen – ein oder zwei Standorte kümmern, aber das können wir in zehn Minuten erledigen.“
Außenminister Marco Rubio, der in Atlanta Gastgeber für die Außenminister der G20 war, sagte am Samstag dort auf einer Pressekonferenz: „Wenn wir militärisch eingreifen müssten, hätten wir die Fähigkeit dazu, und wir verfügen über alles, was wir brauchen, um erfolgreich zu sein.“ MS NOW zitierte einen ehemaligen Regierungsbeamten, der mit den Beratungen vertraut war, mit folgenden Worten über Trump: „Er ist überzeugt, dass wir mit diesem letzten Angriff entweder ein Abkommen mit den Iranern erzielen oder ihr Atomprogramm endgültig zerstören können.“
Am Samstag ordnete der Oberste Führer Mojtaba Khamenei laut iranischen Medienberichten, wie sie vom Institute for the Study of War zusammengefasst wurden, eine Reaktion „ohne geografische Einschränkungen“ an und wies an, die Liste der Ziele auf alle US-amerikanischen und israelischen Einrichtungen auszuweiten. Iranische Vertreter nannten US-Stützpunkte, Energieanlagen am Golf, Pipelines und Flughäfen. Bei den Kämpfen im Frühjahr hatte der Iran Energie- und Industrieanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Flughäfen in Katar, Kuwait und Bahrain angegriffen.
Senator Chris Murphy, ein Demokrat aus Connecticut, der den Ausschüssen für auswärtige Angelegenheiten und Haushaltsfragen angehört, nahm an einer vertraulichen Unterrichtung über den Plan teil. Bei einer Rede am Mittwoch im Middle East Institute in Washington sagte er, die Unterrichtung habe „ein recht detailliertes Gespräch darüber“ enthalten, „wie der Kriegsplan aussehen würde, wenn wir die Militäroperationen wieder aufnehmen würden“, und dass der Plan „meiner Ansicht nach zu einer Verlängerung und einer Eskalation dieses Krieges führen wird.“ Er verwies auf „offene Berichterstattung darüber, was wir möglicherweise planen und welche zivile Infrastruktur wir ins Visier nehmen könnten.“
Am nächsten Tag schrieb Murphy auf X: „Einige von uns wurden über den Kriegsplan informiert. Und obwohl ich keine Details preisgeben kann, kann ich Folgendes sagen: Der Plan ist wahnsinnig. Er wird die Ziele nicht erreichen und einen neuen Eskalationszyklus auslösen.“ Murphy erlitt am Samstag einen Schlaganfall und wurde ins Krankenhaus eingeliefert.
Murphys Aussage ist besonders bedeutsam, weil er den Plan gesehen hat. Damit hat ein Mitglied des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten erklärt, dass die Operation das Gegenteil dessen bewirken wird, was ihr zugeschrieben wird: einen längeren und umfassenderen Krieg, ganz gleich, was die Regierung beabsichtigt. Seine Einwände betreffen dabei die Wirksamkeit und die Rechtmäßigkeit der Operation, nicht die Kriegsziele.
Dennoch forderte kein Demokrat, Murphy eingeschlossen, dass die Unterrichtung veröffentlicht oder der Kongress vor dem Angriff erneut einberufen werden sollte.
Murphy blieb der einzige Abgeordnete, der sich öffentlich zu den Briefings geäußert hatte. Der Minderheitsführer im Senat, Charles Schumer, schrieb am Mittwoch auf X, dass Trump „uns ohne Plan, ohne Befugnis und ohne Ausstiegsstrategie in diesen Krieg geführt hat“ und dass die Demokraten „den Republikanern 14 Chancen gegeben haben, Trump zur Rechenschaft zu ziehen und diesen rücksichtslosen Krieg zu beenden.“ In Schumers Beiträgen in dieser Woche wurde der Plan zur Wiederaufnahme des Krieges nicht erwähnt.
Die Ereignisse vom Januar 2026 in Minneapolis haben die ganze Welt schockiert und deutlich gemacht, dass die Umwandlung der amerikanischen Demokratie in einen Militär- und Polizeistaat nicht länger nur eine theoretische Möglichkeit ist. Sie vollzieht sich vor unseren Augen.
Am Freitagabend, als der MS-NOW-Bericht die Runde machte, leitete die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, eine Demokratin aus New York, eine Kundgebung zur Wahlmobilisierung in Dumfries (Virginia) für den Abgeordneten Eugene Vindman, einen Demokraten aus Virginia, der in der Armee gedient hatte. Während sie flüchtige Kritik am Krieg gegen den Iran äußerte, erwähnte keiner der Redner die für nach der Wahl geplanten Luftangriffe oder warnte vor deren Folgen, geschweige denn, dass sie zum Widerstand aufgerufen hätten.
Auch die Demokraten bei CNN, CBS und NBC erwähnten den Plan am Sonntag nicht. Senator Raphael Warnock aus Georgia ging in der CNN-Sendung State of the Union nicht auf die geplanten Luftangriffe ein, und der Gouverneur von Pennsylvania, Josh Shapiro, in der CBS-Sendung Face the Nation sowie der Gouverneur von Illinois, JB Pritzker, und der Abgeordnete Jamie Raskin aus Maryland in der NBC-Sendung Meet the Press erwähnten den Krieg überhaupt nicht.
Am 22. Januar 2026, fünf Wochen vor Beginn des Angriffs auf den Iran, lieferte die Demokratische Partei 149 Stimmen im Repräsentantenhaus für den Militärhaushalt in Höhe von 839 Milliarden Dollar, der mit 341 zu 88 Stimmen verabschiedet wurde. Sechs Wochen zuvor, am 10. Dezember 2025, hatte das Repräsentantenhaus den National Defense Authorization Act mit 312 zu 112 Stimmen verabschiedet, wobei 115 Demokraten dafür stimmten, darunter der Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries. Am 17. Dezember verabschiedete der Senat ihn mit 77 zu 20 Stimmen, wobei Schumer, Senator Richard Durbin aus Illinois und 25 weitere Senatoren der Demokraten dafür stimmten.
Am 4. März stimmte der Senat mit 53 zu 47 Stimmen gegen die Befassung mit einer Resolution zur Ausübung der Kriegsbefugnisse (War Powers Resolution), die den Krieg hätte beenden können, und am 5. März stimmte das Repräsentantenhaus mit 219 zu 212 Stimmen gegen eine ähnliche Maßnahme.
Die Benzinpreise waren seit Kriegsbeginn um mehr als 40 Prozent gestiegen, und der nationale Durchschnittspreis lag laut Zahlen der AAA (American Automobile Association) in einem am Samstag aktualisierten Preis-Tracker von NBC News bei über vier Dollar pro Gallone. Das Bureau of Labor Statistics berichtete am 16. Oktober, dass die Benzinpreise in diesem Jahr bis September um 34,2 Prozent gestiegen waren, die Preise für Heizöl um 74,2 Prozent und Flugpreise um 22,4 Prozent, und dass die Verbraucherpreise insgesamt um 3,7 Prozent gestiegen waren.
Das Pentagon teilte dem Kongress mit, dass die Kosten des Krieges bis zum 16. Oktober insgesamt 47,1 Milliarden Dollar erreicht hätten, wie die New York Times am Mittwoch berichtete, und dass mehr als 60 Prozent davon für Bomben, Raketen und andere Munition aufgewendet worden seien. Der am 15. Oktober veröffentlichte Verlustbericht des Pentagons führte 21 getötete und 865 verwundete US-Soldaten im Iran-Krieg und bei den damit verbundenen Operationen in der Region auf.
