Ein ambitioniertes Verlagsprogramm

Der Mehring Verlag stellt seine neu gestaltete Website vor

Von Wolfgang Zimmermann
6. November 2009

Der Arbeiterpresse Verlag, der seit 1978 viele Broschüren und Bücher zu aktuellen politischen Themen und zur Geschichte der Arbeiterbewegung veröffentlicht hat, hat vor kurzem in Mehring Verlag umfirmiert. Im Mittelpunkt der bisherigen Verlagstätigkeit standen die Trotzki-Bibliothek mit den wichtigsten Schriften Leo Trotzkis, darunter einige deutsche Erstausgaben wie "Die Balkankriege 1912-13" und "Europa im Krieg" mit Trotzkis gesammelten Artikeln aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, und die Reihe "Gab es eine Alternative?" des russischen Soziologen und Historikers Wadim S. Rogowin, der die Geschichte der Opposition gegen den Stalinismus von 1923 bis 1940 aufgearbeitet hat.

2003 schlug der Verlag mit der Veröffentlichung der Essays des russischen marxistischen Literaturkritikers und Mitglieds der Linken Opposition Alexander K. Woronski ein neues Kapitel auf. In dem Bestreben, marxistische und sozialistische Ideen in der Arbeiterklasse zu verbreiten, spielen Kunst und Kultur eine wichtige Rolle, das Bewusstsein der Arbeiterklasse zu schärfen und zu heben.

Dieser Aufgabe wird sich der Verlag in der nächsten Zeit in verstärktem Maße widmen, und die Umfirmierung in Mehring Verlag trägt dem bereits Rechnung. Der große marxistische Publizist Franz Mehring hat zu Themen der Literatur und Kunst genauso Stellung bezogen wie zu Politik und Geschichte.

Dieser Tage ist die neu gestaltete Website des Mehring Verlags online gegangen, die alle wichtigen Titel des Verlags vorstellt und die Möglichkeit der Bestellung mit schneller Lieferung bietet. In den nächsten Monaten wird die Website weiter ausgebaut werden und um viele weitere Informationen rund um die Autoren, die Werke, die Rezensionen und vieles mehr erweitert.

In das nächste Jahr startet der Mehring Verlag mit einem ambitionierten Programm. In den nächsten Tagen erscheint in der dritten Auflage der Klassiker von Leo Trotzki "Verratene Revolution", in der die Entstehung des Stalinismus nachgezeichnet wird. 1936 das erste Mal veröffentlicht, ist diese Analyse immer noch herausragend gegenüber mancher Schrift, die heutzutage zum Thema Stalinismus verbreitet wird.

Im Dezember werden die bereits angekündigten Bände aus der Trotzki-Bibliothek publiziert: Erstmals nach vielen Jahren wird die "Geschichte der Russischen Revolution", ein geniales Werk marxistischer Geschichtsschreibung, wieder lieferbar sein - Mehring veröffentlicht sie mit festem Einband in zwei Einzelbänden, der "Februarrevolution" und der "Oktoberrevolution". Sie können über die neue Website bereits vorbestellt werden. Schon bestellte Exemplare werden selbstverständlich direkt ausgeliefert.

Dasselbe gilt für ein weiteres Buch aus der Trotzki-Bibliothek: "Wohin geht Frankreich?", das Trotzkis Kritik an der stalinistischen Volksfrontpolitik in den dreißiger Jahren in Frankreich beinhaltet.

Im Frühjahr 2010 wird der Mehring Verlag das jüngste Buch des amerikanischen Historikers Alexander Rabinowitch "Die Sowjetmacht - Das Erste Jahr" auflegen, das in zwanzigjähriger Forschungsarbeit entstanden ist. Rabinowitch hatte die Möglichkeit, in den lange verschlossenen Archiven in Russland zu forschen, u.a. sogar in den KGB-Archiven, und hat mit einer enormen Materialfülle und großem Detailreichtum eine Geschichte des ersten Jahres der Bolschewiki an der Macht verfasst, die die internen Konflikte und Debatten innerhalb der herrschenden Partei offen legen. In einer ausführlichen Besprechung haben Fred Choate und David North auf der World Socialist Website bereits die Hoffnung geäußert, dass "Die Sowjetmacht - Das Erste Jahr" eine große Leserschaft findet, und dass das Buch zu einer ernsthaften Beschäftigung mit der Oktoberrevolution und ihren Folgen beitragen wird. In Kürze werden auf der Website www.sowjetmacht.de weitere Informationen zu diesem Werk bereit gestellt.

Die Oktoberrevolution und die Geschichte der Sowjetunion und ihrer Degeneration unter Stalin finden ihren visuellen Niederschlag in einem atemberaubenden Bildband des früheren Leiters des Kunstressorts bei der Sunday Times, David King, der eine der bedeutendsten Sammlungen russischer revolutionärer Kunst besitzt. Dieser opulente Band mit mehr als 550 farbigen und Schwarzweiß-Abbildungen wird Mitte April 2010 bei Mehring verlegt.

Zum Herbst 2010 wird die Veröffentlichung der siebenbändigen Reihe "Gab es eine Alternative?" von Wadim S. Rogowin mit dem ersten Band fortgesetzt: "Trotzkismus" behandelt die Periode von 1923 bis 1928, in der sich die Opposition um Trotzki gegen die entstehende Bürokratie in der Sowjetunion herausbildet.

Auf der Website www.mehring-verlag.de finden sich zu allen Titeln noch weitergehende Informationen. Außerdem wird es ab Dezember einen Blog geben, in dem regelmäßig über die weitere Arbeit an den Büchern berichtet wird.

Bereits jetzt können alle vorgestellten Titel vorbestellt werden.