Ukrainische Neonazi-Organisation Asow-Bataillon strebt Imagewechsel an

Nachdem sich in Mariupol hunderte Mitglieder des ukrainischen Asow-Bataillons (auch bekannt als Asow-Regiment) den russischen Streitkräften ergeben haben, strebt die Organisation einen Imagewechsel an, um sich von ihrem Neonazi-Hintergrund zu distanzieren. Zu diesem Zweck hat sie ein neues Symbol entworfen, das sie als „Drei Schwerter“ oder „Goldener Dreizack“ bezeichnet und von der neu geschaffenen Asow-Spezialeinheit in Charkiw benutzt werden wird.

Die „Drei Schwerter“ beziehen sich ausdrücklich auf ein Monument, das vor dem Hauptquartier des Asow-Bataillons in Mariupol errichtet wurde. Oleksi Reins, ein Mitglied des Asow-Bataillons, bezeichnete es als „Symbol militärischen Ruhms und des Versprechens von Rache an seinen Feinden“.

Zuvor hatte das Asow-Bataillon ein Nazi-Symbol, die Wolfsangel, benutzt, von der Asow behauptet, sie repräsentiere die „Idee der Nation“. Sie vereint die Buchstaben „I“ und „N“ der alten kyrillischen Schrift miteinander. In Wirklichkeit ist es eine offensichtliche Kopie des Wolfsangel-Symbols, das von verschiedenen militärischen Verbänden der Nazis benutzt wurde, darunter von mehreren SS-Divisionen, die während des Zweiten Weltkriegs Massaker verübten.

Kämpfer des Asow-Bataillons mit einer Nazi-Flagge (WikiCommons)

Während sich das Hauptquartier des ursprünglichen Asow-Bataillons in Mariupol befand, existieren in mehreren wichtigen ukrainischen Städten wie Charkiw und Kiew verschiedene Einheiten, die ebenfalls unter der Schirmherrschaft von Asow operieren.

The Times war das erste nennenswerte englischsprachige Medium, das über den Austausch des Symbols berichtete. In einem Artikel mit dem Titel „Asow-Bataillon verabschiedet sich von Neonazi-Symbol, das von russischen Propagandisten ausgeschlachtet wurde“ behauptet sie, dass eine vom Westen unterstützte Militärorganisation ein Neonazisymbol benutzt, wäre nur wegen der allgegenwärtigen „russischen Desinformation“ erwähnenswert.

Der Artikel versucht, die Tatsache zu leugnen, dass die ukrainische Regierung einen deutlichen Imagewechsel anstrebt. Zu diesem Zweck weist er darauf hin, dass das neue Symbol für die Asow-Spezialeinheit in Charkiw entworfen wurde, die angeblich unabhängig vom ehemals in Mariupol ansässigen Asow-Bataillon operiert.

Doch wie das Asow-Mitglied Oleksi Reins zugab, wurde die Asow-Spezialeinheit Charkiw von „Veteranen des Asow-Bataillons“ gegründet.

Zudem erklärte der Kommandant der neuen Einheit, Maksym Schorin, bei der Präsentation des neuen „Drei Schwerter“-Symbols in Charkiw: „Wir bilden neue Divisionen, die auf den gleichen Prinzipien und der gleichen ideologischen Grundlage basieren wie das legendäre Asow-Bataillon. Sie werden jeden Tag größer und professioneller.“

Laut der ukrainischen Regierung wurde das angeblich neue „Asow-Bataillon“ als Teil der Territorialverteidigungskräfte am 24. Februar 2022 gegründet – dem Tag, an dem der russische Überfall auf die Ukraine begann – und ist mittlerweile Teil der ukrainischen Spezialeinheiten.

Die diversen Änderungen im Namen, den Symbolen und dem offiziellen Status des Asow-Bataillons dienen offensichtlich dazu, seine Neonazi-Verbindungen zu verschleiern.

Zweifellos sind diese Bestrebungen mit Washington abgestimmt und Teil von dessen Versuch, Schadensbegrenzung zu betreiben – angesichts des zunehmenden Misstrauens und der Skepsis gegenüber der westlichen Propaganda über den Ukrainekrieg und vor allem gegenüber den „demokratischen“ Vorspiegelungen der imperialistischen Mächte. Die imperialistischen Mächte, allen voran die USA, haben diese Neonazi-Milizen mit Milliarden Dollar finanziert, während Hilfsmaßnahmen gegen Covid-19 eingestellt wurden und die Inflation den Lebensstandard der Arbeiter zerstört.

Was die Geschichte und Ideologie von Asow betrifft, so ist sie eindeutig eine faschistische Organisation, die ihr Erbe auf die Nazizeit und rechtsextreme ukrainisch-nationalistische Gruppierungen wie die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN-B) und die Ukrainische Aufständische Armee (UPA) zurückführt. Diese waren im Zweiten Weltkrieg für Massaker an zehntausenden Juden, Polen und Ukrainern verantwortlich.

Sein Gründer Andri Biletzki, der zuvor die faschistische Organisation Patriot der Ukraine angeführt hatte, vertritt offen rassistische Ansichten. Im Jahr 2010 erklärte er, es sei die Mission der Ukraine, „die weißen Rassen in einem letzten Kreuzzug... gegen die von Semiten angeführten Untermenschen zu führen“.

Im Jahr 2014 unterstützten rechtsextreme Schläger, darunter viele spätere Mitglieder von Asow, einen von den USA finanzierten Putsch gegen die gewählte, pro-russische Regierung von Präsident Wiktor Janukowitsch. Das Asow-Bataillon wurde direkt nach dem Putsch gegründet. Nachdem in der ostukrainischen Region Donbass der Bürgerkrieg ausbrach, wurde es systematisch aufgebaut und mit Militärhilfe und Training unterstützt, hauptsächlich durch die USA, Kanada und Großbritannien.

Im November 2014, als die offizielle ukrainische Armee geschlagen war und die Soldaten in Massen desertierten, wurde Asow in die neu geschaffene ukrainische Nationalgarde eingebunden. In den kommenden Jahren erhielt die Ukraine Hilfsgelder in Milliardenhöhe, Ausbildung durch westliche Offiziere und spielte eine wichtige Rolle in dem Krieg gegen pro-russische Separatisten im Osten, wobei die Truppen für ihre Brutalität berüchtigt wurden.

Zwischen 2015 und 2016 brachte der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte das Asow-Bataillon mit Kriegsverbrechen wie massenhafter Plünderung, rechtswidrigen Verhaftungen und Folter in Verbindung.

Obwohl Asow kaum Unterstützung in der Ukraine genießt, wurde es innerhalb des ukrainischen Staatsapparats so mächtig, dass es im Oktober 2019 faktisch die anfänglichen Versuche des neu gewählten Präsidenten Wolodymyr Selenskij beendete, die ukrainischen Truppen von der Front im Donbass abzuziehen und das Friedensabkommen von Minsk von 2015 umzusetzen.

Während eines Besuchs an der Demarkationslinie nahe dem Dorf Solotoje wurde Selenskij von Asow-Veteranen davor gewarnt, die Truppen zurückzuziehen und den im Minsker Abkommen festgelegten Friedensprozess fortzusetzen. Der Führer des Bataillons Biletzki drohte damals: „Wenn der Präsident und die Regierung ihre direkte Pflicht, jeden Zoll ukrainischen Bodens zu schützen, nicht erfüllen, dann werden wir, die freiwilligen Veteranen, es erneut tun.“

Selenskij, der im Jahr 2019 ursprünglich wegen der allgemeinen Desillusionierung über den Krieg und die weit verbreitete Armut gewählt wurde, schlug daraufhin eine immer kriegerischere und nationalistische Politik ein, die in Übereinstimmung mit Washington und den extremen Rechten stand. Damit trug er zu den Bedingungen bei, die zu dem derzeitigen katastrophalen Krieg führten – einem Krieg, der bereits zehntausende Todesopfer gefordert und das Leben von Millionen Menschen ruiniert hat.

Nach dem ursprünglichen russischen Überfall auf die Ukraine im Februar benutzten Asow-Soldaten in Übereinstimmung mit ihrer neonazistischen Ideologie und Geschichte grausame Taktiken und verübten Kriegsverbrechen.

Obwohl die westlichen Medien eine massive Propagandakampagne zur Legitimierung des Asow-Bataillons betreiben, sind auch in den bürgerlichen Medien immer mehr Berichte aufgetaucht, die eindeutig die faschistische Orientierung der Organisation zeigen und die Behauptungen der imperialistischen Propaganda über den Krieg als Kampf für die „Demokratie“ entlarven.

In Mariupol berichteten Zivilisten, Asow-Kämpfer hätten vorsätzlich auf fliehende Autos geschossen und Einwohner entführt, um sie im Stahlwerk Asowstal, in dem sie sich vor russischen Streitkräften verschanzt hatten, als menschliche Schutzschilde zu benutzen.

Die französische Zeitung Le Monde berichtete vor kurzem über ein Video, das in den sozialen Netzwerken kursierte. Darin ist zu sehen, wie Angehörige des Asow-Bataillons wehrlose russische Soldaten in die Knie schießen. Der ehemalige französische Soldat Adrien Bocquet, der als freiwilliger Sanitäter beim Asow-Bataillon in Kiew und Lwiw gearbeitet hatte, berichtete miterlebt zu haben, wie Asow-Kämpfer zivile Wohngebiete von Butscha beschossen haben, wo russische Soldaten beschuldigt wurden, Zivilisten umgebracht zu haben.

Kiews halbherzige Versuche, Asow einen Imagewechsel zu verpassen, machen deutlich, dass sich die ukrainische Regierung weiterhin in hohem Maße auf diese faschistischen Kräfte stützen wird und dass sie weiterhin als Stellvertreter in einem immer direkteren Krieg zwischen den imperialistischen Mächten und Russland agieren werden.

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