„Es wird Zeit, dass jemand aufsteht“

Sozialistischer UAW-Kandidat Will Lehman gewinnt wachsende Unterstützung unter Arbeitern bei Mack Trucks

Weitere Informationen zur Wahlkampagne von Will Lehman für das Amt des UAW-Präsidenten unter WillForUAWPresident.org.

Etwas mehr als drei Wochen vor den nationalen Wahlen der United Auto Workers für das Amt des Gewerkschaftspräsidenten gewinnt die Wahlkampagne des Sozialisten Will Lehman weiterhin große Unterstützung unter Arbeitern.

Am Donnerstag führte Lehman seinen Wahlkampf mit einer Gruppe von Kollegen am Mack Trucks-Werk in Macungie, Pennsylvania, wo er selbst arbeitet. Lehman, ein Arbeiter der zweiten Lohngruppe, verteilte Wahlkampfunterlagen an die Arbeiter der ersten und zweiten Schicht, die das Werk verließen.

Viele im Werk kündigten an, dass sie noch für Will stimmen wollen oder dies bereits getan hätten. Auf die Frage, ob sie vorhabe, für Lehman zu stimmen, antwortete eine Arbeiterin ganz sachlich: „Was glaubst du denn sonst?“

Ein anderer Arbeiter, Joe, sagte dem Wahlkampfteam: „Ich stimme für Will Lehman als UAW-Präsident, weil ich die Arbeiterklasse auf der ganzen Welt unterstütze. Und hoffentlich können wir uns alle zusammentun, um das zu erreichen.“

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„Meine Meinung zur Wahl ist, dass wir etwas grundlegend ändern müssen, weil es hier keine Verantwortlichkeit gibt“, sagte ein anderer Arbeiter. „Jeder hier weiß das. Wir haben Probleme. Ich kann nicht einmal mit dem Ortsverband der [UAW] reden, also kann ich erst recht nicht die UAW-International sehen, du verstehst, was ich meine?“

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„Will hört sich gut an“, fuhr er fort und sagte einem Wahlkampfunterstützer: „Es gibt ein paar Dinge, die für mich ein bisschen extrem klingen, aber insgesamt gefällt mir seine Einstellung, wofür er steht, nämlich den Menschen wieder die Kontrolle zu geben. Das ist es, was wir tun wollen. Wir müssen wieder das Sagen haben, wie auch immer wir es anstellen... Ich weiß nur eins, wir müssen abstimmen!“

Viele Diskussionen am Werkstor unter den Arbeiter der ersten und zweiten Lohngruppe drehten sich um die Tatsache, dass die UAW-Bürokratie im Laufe der Jahre grundlegende, arbeitsbezogene Zusatzleistungen verspielt hat. Der Vertrag, den Mack Trucks und die UAW im Jahr 2009 ausgehandelt haben, sah beispielsweise die Streichung der Renten für neu eingestellte Mitarbeiter des Unternehmens vor. Die UAW ließ dies geschehen, obwohl das Unternehmen in jenem Jahr mit einem Marktanteil von fast 31 Prozent einer der größten Exporteure von Schwerlastwagen war.

„Ich bin seit etwas mehr als 10 Jahren hier“, sagte ein Arbeiter. „Ich habe das Gefühl, dass sich die Bedingungen in den letzten Jahren definitiv verändert haben. Ich habe das Gefühl, dass die Stimmung auf jeden Fall schlechter geworden ist, ganz sicher.“

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Auf die Frage von Lehman nach den geringen Streikgeldern, die aus dem riesigen Streikfonds der UAW gezahlt werden – nur 275 Dollar pro Woche während der Streiks bei Mack Trucks und General Motors im Jahr 2019, die erst kürzlich auf 400 Dollar angehoben wurden – antwortete der Arbeiter: „Es ist definitiv schwer, damit zu überleben, ich meine, wenn man da draußen ist und versucht, für etwas Besseres für uns alle zu kämpfen. Und ich denke, das hat leider Einfluss auf die Meinung der Leute. Unterschreiben, egal was, und verlieren, was auch immer. Die Leute haben ja Rechnungen zu bezahlen.“

Ich meine, das hört sich alles gut an“, fuhr der Arbeiter mit Blick auf Lehmans Programm fort. „Es klingt, als sei es das Richtige für ein paar Veränderungen.“

„Na ja, ich spreche von einer Menge Veränderungen“, antwortete Lehman. „Im Wesentlichen geht es darum, dass die gesamte Struktur jetzt in den Händen der Arbeiter liegen muss. Voller Streiklohn, die Forderung nach einer 50-prozentigen Lohnerhöhung auf der ganzen Linie, keine Lohnstufen, und ein Ausgleich für die steigenden Lebenshaltungskosten.“

Ein anderer Arbeiter, der seit 11 Jahren in dem Werk arbeitet, sagte, die Bedingungen in der Anlage seien „schlimmer als zu der Zeit, als ich hier anfing“.

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„Ich geb’ dir ein Beispiel“, fuhr er fort. „Ich arbeite an Fahrzeug eins in der Qualitätskontrolle. Als sie diese Produktionslinie eingerichtet haben, haben sie auf einer Seite des Gangs oder auf einer Seite des Rahmens Lichter und auf der anderen Seite, wo ich arbeite, keine. Ich muss also den Lkw auf Mängel untersuchen. Und ich habe vorgeschlagen, Lichter einbauen zu lassen.

Er berichtete weiter: „Jetzt habe ich mit den Gewerkschaftsvertretern gesprochen, und vor etwa einem Monat wurde mir gesagt, dass sie mit dem Einbau beginnen würden. Jetzt sagt man mir, dass sie vielleicht erst an Thanksgiving anfangen, und dann wird es vielleicht erst Weihnachten etwas.“

„Ich bin jetzt 62 Jahre alt“, fährt er fort. „Die meisten der Jungs an der Linie sind viel jünger als ich. Aber die Beleuchtung ist beschissen. Daran hätten sie denken sollen, als sie die Produktionslinie einrichteten. Warum sollte man nur auf einer Seite des Rahmens Licht anbringen? Und nicht auf der anderen, damit die Beleuchtung gleichmäßig ist, oder? Und es sollte überhaupt nicht so lange dauern, sie einzubauen.“

Lehman sagte dazu: „Früher hat man die Arbeit eingestellt, bis die Situation bereinigt war. Und ich meine die alten, alten Zeiten. Und auch hier gab es immer wieder spontane Streiks wegen verschiedener Dinge. Und ich denke, dass diese Dinge viel schlimmer geworden sind, hängt damit zusammen, dass diese Kämpfe nicht mehr geführt wurden. Und deshalb spreche ich davon, dass die Arbeiter den Kampf direkt in der Hand haben müssen. Denn wenn wir Probleme haben, müssen sie gelöst werden, oder die Arbeit wird nicht erledigt. Das ist es, was ich vorschlage. Was meinst du?“

„Ja, ich denke, das könnte ihnen Feuer unterm Hintern machen“, antwortete der Arbeiter, „wenn wir die Arbeit wegen der Bedingungen einstellen.“

Neben dem weit verbreiteten Wunsch, die jahrelangen Zugeständnisse rückgängig zu machen, spürten Lehman und sein Wahlkampfteam oft den Wunsch nach Einheit mit anderen Arbeitern auf der ganzen Welt sowie eine tief verwurzelte Feindseligkeit gegenüber Krieg und den beiden Parteien der Großindustrie.

Ein anderer Arbeiter, der seit acht Jahren bei Mack arbeitet, sagte: „Im Laufe der Jahre haben wir immer mehr verloren, und es ist an der Zeit, dass sich jemand wehrt. Wir sehen gerade die Inflation, die in die Höhe schießt. Wir haben keinen Inflationsausgleich [COLA]. Ich bin mir sicher, dass sie sich beim nächsten Vertrag auf unsere Krankenversicherung stürzen und diese wieder verteuern wollen. Es gibt also eine Menge Dinge, die hier in Ordnung gebracht werden müssen.“

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„Also, was ich versuche zu erreichen, ist ein internationaler Kampf“, sagte Lehman. „Volvo [Volvo Group, Eigentümer von Mack Trucks] zum Beispiel ist ein multinationales Unternehmen, und die Realität der ganzen Situation ist, dass sie die Arbeit dorthin verlagern können, wohin sie wollen, wenn wir nicht international vereint sind.“

„Was haltet ihr also von der Idee“, fuhr Lehman fort, „dass sich die Arbeiter aller Volvo-Werke zusammenschließen, so dass wir sie anrufen und sagen können: ,Hey, sie versuchen, Arbeitskräfte zu verlagern, blockiert das’, und dann tun wir das Gleiche für sie?“

„Richtig“, sagte der Arbeiter. „Ich stimme dem zu, 100 Prozent. Das ist etwas, was wir tun müssen, alle Mann zusammen.“

„Was denkst du über das ganze Geld, das in den Krieg in der Ukraine fließt?“ fragte Lehman. „Weist du, Amerika finanziert diesen ganzen Krieg dort drüben, und wir sind hier zu Hause und sind mit einer steigenden Inflation konfrontiert, und für uns ist kein Geld da?“

„Ganz ehrlich... ich glaube, dass wir zu viel Geld hineinstecken“, sagte der Arbeiter. „Es gibt mehr Dinge, die getan werden müssen, Kinder, die hungern, unser Bildungssystem, das repariert werden muss. Zahlreiche andere Dinge, unsere Infrastruktur und all das.“

„Ich würde mal davon ausgehen, dass du kein Problem mit den Arbeitern in Russland hast“, fragte Lehman.

„Nein“, sagte der Arbeiter mit eindeutigem Gesichtsausdruck, „natürlich nicht.“

„Und ich habe keine Probleme mit Arbeitern in Russland, in der Ukraine oder China“, antwortete Lehman. „Ich meine, es sind all diese Leute an der Spitze, die die Interessen der herrschenden Klasse vertreten, die diese Kriege anzetteln. Politiker aller Couleur.“

„Oh, absolut, ich stimme zu“, erklärte der Arbeiter zum Schluss. „Es ist nicht nur die eine oder die andere Seite, es sind beide Seiten.“

Weitere Informationen zur Kampagne von Will Lehman für das Amt des UAW-Präsidenten findet ihr unter WillForUAWPresident.org.

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