Perspektive

International May Day 2026 Online Rally:

Nehmt an der Online-Maikundgebung zum 1. Mai teil! Für den Sozialismus! Gegen Krieg, Völkermord und Faschismus!

Streik der Lehrer in Victoria in Melbourne am 24. März 2026

Heute ist der 1. Mai, der internationale Tag der Arbeiterklasse. Das Internationale Komitee der Vierten Internationale und die World Socialist Web Site veranstalten um 21:00 Uhr MEZ unsere 13. jährliche internationale Online-Kundgebung zum 1. Mai. Wir rufen alle, die für den Sozialismus kämpfen und dem kapitalistischen System ein Ende setzen wollen, dazu auf, sich anzumelden und daran teilzunehmen.

Die herrschende Klasse hat unermüdliche Anstrengungen unternommen, um das Klassenbewusstsein auszumerzen und die immense Tradition des Klassenkampfs in Amerika zu leugnen und zu verschleiern. Tatsächlich hat der 1. Mai seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten.

Vor 140 Jahren, am 1. Mai 1886, streikten Hunderttausende amerikanischer Arbeiter, um den Achtstundentag zu fordern. Das Zentrum der Bewegung war Chicago, wo sich 80.000 Arbeiter beteiligten. Drei Tage später, am Abend des 4. Mai, wurde eine friedliche Arbeiterkundgebung auf dem Haymarket Square von der Polizei gewaltsam angegriffen. Eine Bombe explodierte. Bei der Explosion und den Zusammenstößen mit der Polizei kamen sieben Polizisten und vier Arbeiter ums Leben.

Die herrschende Klasse von Chicago nutzte den Vorfall, um eine brutale Hexenjagd auf die Arbeiter Chicagos zu starten. Es gab nicht den geringsten Beweis, der einen der Redner oder Organisatoren mit dem Bombenanschlag in Verbindung brachte. Dennoch wurden acht anarchistische und sozialistische Gewerkschaftsführer festgenommen und in einem Scheinprozess vor Gericht gestellt, der einen Präzedenzfall für staatliche Gewalt und pseudorechtliche Verleumdungskampagnen schuf. Vier Arbeiter – August Spies, Adolph Fischer, George Engel und Albert Parsons – wurden am 11. November 1887 gehängt. Ein weiterer, Louis Lingg, wurde in seiner Zelle in den Selbstmord getrieben.

Die Sache, für die die Haymarket-Märtyrer ihr Leben gaben, wurde von der Arbeiterklasse auf der ganzen Welt aufgegriffen. Drei Jahre später, im Jahr 1889, beschloss der Gründungskongress der Zweiten Internationale in Paris, dass der 1. Mai der Tag sein sollte, an dem Arbeiter aller Länder gleichzeitig für den Achtstundentag demonstrieren würden. Seit diesem Tag gehört der 1. Mai der internationalen Arbeiterklasse.

Der Achtstundentag war die zentrale Forderung jener ersten Maifeiertage. Heute ist der 1. Mai ein Kampf um das Überleben der menschlichen Zivilisation selbst. Tatsächlich ist die Ausbeutung so weit fortgeschritten, dass selbst die grundlegendste Errungenschaft der Arbeiterbewegung, der Achtstundentag, vom Gewerkschaftsapparat aufgegeben wurde. Während Funktionäre vom Gewerkschaftsverband AFL-CIO gemeinsam mit der Demokratischen Partei „May Day Strong“-Veranstaltungen organisieren, müssen Arbeiter in Lagerhallen, Krankenhäusern, Schulen und Fabriken 10-, 12- und 14-Stunden-Schichten erdulden.

Der Maifeiertag wurde Teil des Kampfes für die Einheit der internationalen Arbeiterklasse gegen Kapitalismus, Ungleichheit und Ausbeutung – ein Tag, der der Förderung des Kampfes für die Macht der Arbeiter gewidmet ist. Leo Trotzki schrieb 1918, dass der ursprüngliche Zweck des 1. Mai darin bestanden habe, „den Boden für die gleichzeitige Aktion der Arbeiter aller Länder an diesem Tag zu bereiten, um sie zu einer einzigen internationalen proletarischen Organisation der revolutionären Aktion mit einem Weltzentrum und einer weltpolitischen Ausrichtung zu vereinen.“

Diese Aufgabe – der Aufbau einer internationalen revolutionären Führung der Arbeiterklasse – bleibt das unvollendete historische Werk unserer Epoche. Es ist die Aufgabe des Internationalen Komitees der Vierten Internationale.

Die jährlichen internationalen Online-Kundgebungen des IKVI zum 1. Mai, die nun schon seit dreizehn Jahren in Folge stattfinden, wurden in diesem Sinne organisiert. Sie sind kein Anlass für leere radikale Phrasen, mit denen die Gewerkschaftsbürokratie und ihre Verbündeten ihr Bündnis mit dem kapitalistischen Staat verschleiern. Jede Kundgebung war eine unverzichtbare Etappe in der Entwicklung der Perspektive der weltweiten sozialistischen Bewegung.

Seit der ersten internationalen Online-Kundgebung zum 1. Mai im Jahr 2014 hat das Internationale Komitee bei diesen Kundgebungen eine zentrale Warnung ausgesprochen: Die imperialistische Neuaufteilung der Welt – angetrieben durch die unlösbaren Widersprüche des Kapitalismus – treibt die Menschheit in eine globale Katastrophe. Diese Warnungen haben sich bestätigt. Ein Weltkrieg ist kein Szenario für die Zukunft. Er ist eine sich entfaltende Realität. Der am 28. Februar begonnene Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran ist der bislang explosivste Ausdruck einer weltweiten Eskalation des Militarismus.

Zwei miteinander verknüpfte Prozesse dominieren. Der erste ist das Voranschreiten des Krieges und damit einhergehend die Hinwendung zu Faschismus und Diktatur sowie ein ungezügelter Angriff auf die Arbeiterklasse. Dies findet seinen schärfsten Ausdruck in den Vereinigten Staaten, wo Trump – der Präsident der Oligarchen – demokratische Rechte zerreißt, die Einwanderungspolizei als Instrument des politischen Terrors entfesselt und fordert, dass die Gesellschaft um Militarismus und Unterdrückung herum neu organisiert wird.

Zweitens ist da der wachsende Widerstand der internationalen Arbeiterklasse. Die Maikundgebung wird die sich entwickelnden Kämpfe der Arbeiter und Jugendlichen auf allen Kontinenten dokumentieren und das Programm und die Strategie erarbeiten, die erforderlich sind, um diese Kämpfe zu einer bewussten Bewegung gegen Krieg, Diktatur und Kapitalismus zu vereinen.

Zu den Rednern gehören führende Vertreter der IKVI und ihrer unterstützenden Organisationen aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Sri Lanka, Australien, Neuseeland, der Türkei, Brasilien und Russland sowie Vertreter der International Youth and Students for Social Equality (IYSSE) und der Internationalen Arbeiterallianz der Aktionskomitees (IWA-RFC).

Im Rahmen der Kundgebung werden Stellungnahmen von Arbeitern und Jugendlichen aus allen Kontinenten vorgetragen – von Postangestellten, Autoarbeitern, Lehrern, Hafenarbeitern und Studierenden –, die sich im Kampf engagieren und nach einem Weg vorwärts suchen.

Die Maikundgebung wird eine Einschätzung dieser weltpolitischen Lage liefern: die Geschichte und Bedeutung des Krieges gegen den Iran; das Streben nach Diktatur und den Zusammenbruch bürgerlich-demokratischer Herrschaftsformen; sowie die sich international beschleunigende Entwicklung des Klassenkampfs.

Diese Kundgebung ist keine Gedenkfeier. Sie ist ein Aufruf zum Handeln. Die herrschende Klasse rüstet die Gesellschaft für den Krieg im Ausland und den Klassenkampf im Inland auf, und sie tut dies mit Hilfe des Gewerkschaftsapparats und aller kapitalistischen Parteien. Die Maikundgebung wird Arbeiter und Jugendliche mit einem Programm, einer Strategie und einer internationalen organisatorischen Perspektive für den bevorstehenden Kampf ausstatten.

Meldet Euch jetzt unter wsws.org/mayday an (auf deutsch hier). Die Kundgebung beginnt um 21:00 Uhr MEZ. Versammelt Eure Kollegen, Eure Mitschüler, Eure Familien, Eure Freunde, und nehmt heute, am 1. Mai 2026, Euren Platz in der internationalen sozialistischen Bewegung ein.

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