Trump droht angesichts der Eskalation des Huthi-saudischen Konflikts mit Wiederaufnahme des Iran-Kriegs

Der Krieg gegen den Iran, der laut US-Präsident Donald Trump nur wenige Wochen dauern sollte, droht wieder aufzuflammen, und der Konflikt breitet sich über die gesamte Region aus. Zur jüngsten Eskalation kam es, nachdem die Streitkräfte der Huthi Mitte letzter Woche nach eigenen Angaben Einrichtungen des saudischen Ölkonzerns Aramco in der Hauptstadt Riad bombardiert hatten. Trump drohte daraufhin, „den Iran auszulöschen“, wenn sich Teheran nicht den Diktaten der USA beugt.

Am vergangenen Sonntag bekräftigte Trump in einem Telefoninterview mit Fox News seine Drohung, das ganze Land „in die Luft zu jagen“. Er erklärte, die einzigen Optionen seien, „den Iran auszulöschen“ oder seine Wirtschaft „verrotten“ zu lassen, sofern der Iran kein Abkommen mit Washington schließe.

Dieses Foto der Saudi Press Agency zeigt Feuerwehrleute, die am 17. September 2026 Schäden an einem Gebäude inspizieren, die durch heruntergefallene Trümmer einer Drohne entstanden sind. Die Drohne stammte laut saudischen Behörden von den Huthi-Rebellen im Jemen und wurde über der Provinz Taif im Westen von Saudi-Arabien abgefangen. [AP Photo/Saudi Press Agency via AP]

Die Frage sei, so Trump, „ob und wann“ es notwendig sein würde, „die gesamte Nation in die Luft zu jagen“, wenn sich die iranische Regierung seinen Forderungen nicht unterwirft. Der Iran „sollte sich besser benehmen“.

Die New York Times berichtet, dass Trump, während er Teheran mit der Vernichtung drohte, sich am Mittwoch, den 16. September gegenüber seinen Beratern gegen Angriffe auf die Huthi ausgesprochen habe. Nachdem der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman am nächsten Tag in einem Telefonat jedoch solche Angriffe verlangt habe, habe Trump seine Meinung geändert und das Pentagon entsprechend angewiesen. Sonntagmittag erklärten Regierungsvertreter laut der Zeitung dann, es werde vorerst doch keine US-Angriffe auf die Huthi geben. Zu diesem Zeitpunkt waren, wie zwei über die Operation informierte Personen der Times berichteten, die US-Pläne für Angriffe auf die Huthi bereits so weit fortgeschritten, dass Kommandanten Ziellisten bewilligt hatten, Soldaten Kampfflugzeuge mit Bomben beluden und die erste Angriffswelle unmittelbar bevorstand.

Die saudischen Behörden behaupteten, sie hätten eine auf Riad abgefeuerte ballistische Rakete der Huthi abgefangen und zerstört, ohne dass es zu Todesopfern oder Sachschäden gekommen wäre. Anwohner berichteten jedoch von mindestens einer Explosion. Fotos von einer großen schwarzen Rauchsäule aus dem Treibstoffdepot-Bereich des King Khalid International Airport waren am Samstag in Umlauf.

Generalmajor Turki al-Maliki, Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Koalition, erklärte auf X, die Huthi hätten am Samstag zudem versucht, in mehreren Teilen des Landes Zivilisten und Infrastruktur anzugreifen, seien jedoch von der saudischen Luftabwehr daran gehindert worden.

In den letzten Tagen kam es erneut zu Zusammenstößen zwischen den Huthi und den Streitkräften der zerstrittenen jemenitischen Koalition in der ölreichen Provinz Marib sowie in Taiz, Lahj, al-Jawf und al-Bayda. Diese Zusammenstöße sind Teil der militärischen Eskalation, die Anfang Juli begann. Die saudische Luftwaffe flog Angriffe auf wichtige Stellungen der Huthi, einschließlich der Hauptstadt Sana'a, und setzte Eliteeinheiten wie die Giants Brigade ein, um weitere Vorstöße der Huthi auf die jemenitische Hauptstadt in Aden, die Provinz Marib und die Stadt Taiz zu verhindern.

Für die Bevölkerung des Jemen war die Wiederaufnahme der Kämpfe eine Katastrophe. Der Jemen war bereits vor dem Bürgerkrieg das ärmste Land im Nahen Osten, mittlerweile sind etwa 4,5 Millionen seiner Einwohner Vertriebene, fast die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen des Landes sind außer Betrieb, und mehr als 18 Millionen seiner 43 Millionen Einwohner leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit, darunter fast 2,2 Millionen akut unterernährte Kinder. In den letzten zwei Wochen wurden mehr als 3.000 Todesopfer gemeldet und 126.000 Menschen sind aus ihren Häusern geflohen.

Da sich angesichts der wachsenden Spannungen in der Golfregion die Folgen des Angriffs der Huthi bereits über den Jemen und Saudi-Arabiens hinaus bemerkbar machten, beendete Trump sein Wochenende in Camp David vorzeitig und kehrte am Samstag ins Weiße Haus zurück. Das US-Außenministerium erneuerte eine allgemeine Warnung für Amerikaner, die im Nahen Osten leben oder dorthin reisen wollen: Die Kampfhandlungen zwischen Saudi-Arabien und den vom Iran unterstützten Huthi im Jemen hätten „das Potenzial zur raschen Eskalation“. Elf US-Botschaften in der Region gaben eine Warnung heraus, laut der Flugstornierungen und die Schließung von Lufträumen möglich seien.

Washington hat den wirtschaftlichen Druck auf den Iran erhöht. Am Montag kündigte US-Finanzminister Scott Bessent neue Sanktionen gegen die zivile Luftfahrt des Iran an und erklärte auf CNBC: „Am 23. September wird der Betrieb aller iranischen Fluggesellschaften weltweit eingestellt.“ Ausländische Flughäfen und Unternehmen, die iranische Flugzeuge betanken, bei der Landung unterstützen oder Tickets verkaufen, droht der Verlust des Zugangs zum US-Bankensystem.

Der Iran erklärte, er werde auf erneute Angriffe der USA mit Vergeltungsschlägen gegen US-Stützpunkte und -Interessen im Nahen Osten reagieren. Er warnte die Länder der Region davor, Washington zu helfen. Staaten, die Angriffe der USA von ihrem Territorium oder von ihren Einrichtungen zuließen, würden als „mitschuldig betrachtet“ werden. Die oberste iranische Militärführung warnte am Sonntag, die USA bereiteten sich scheinbar auf eine Wiederaufnahme der Angriffe vor.

Teheran hat die Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein Ende des seit sieben Monaten andauernden Konflikts davon abhängig gemacht, dass die Trump-Regierung sieben neue Forderungen erfüllt. Der nationale Sicherheitsberater Mohsen Rezaee legte öffentlich fünf der Punkte aus der Absichtserklärung vor, die im Juni in Islamabad ausgehandelt wurde: die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, ein Ende des Kriegs an allen Fronten, ein Ende der Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Iran und der Angriffe auf iranisches Staatsgebiet sowie die Aufhebung der US-Seeblockade. Die anderen beiden Bedingungen erwähnte er nicht, sondern erklärte nur, sie stünden nicht in Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm.

Im Vorfeld dieser jüngsten Entwicklungen hatten die Huthi wichtige Häfen und Stellungen entlang der Westküste des Jemen sowie den strategisch wichtigen Zugang zur Meerenge Bab al-Mandab erobert. Durch diese Meerenge, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean verbindet, passieren zwölf Prozent des internationalen Seehandels.

Die Huthi sind zwar mit dem Iran verbündet, führen aber ihren eigenen Kampf gegen die saudische Blockade ihrer Häfen und ihres Luftraums. Sie fordern mehr Gelder für staatliche Beschäftigte in den Huthi-kontrollierten Gebieten, einen garantierten Anteil an den Öleinnahmen des Landes und Reparationen für jemenitische Zivilisten, die während des Krieges von 2015–2022 zu Schaden gekommen sind.

Zusammen mit den erneuten Raketen- und Drohnenangriffen – die vorübergehend zur Stilllegung der wichtigen Ost-West-Ölpipeline quer durch Saudi-Arabien und zum Stopp der Öllieferungen über die Route durch das Rote Meer nach Asien führten, während gleichzeitig die Straße von Hormus gesperrt war – hat die Offensive der Huthi Saudi-Arabien eine schwere Krise beschert. Die Huthi haben erklärt, das Rote Meer sei für alle Schiffe zugänglich, mit Ausnahme saudischer Schiffe. Wenn die Saudis nicht innerhalb der nächsten Tage die Ost-West-Pipeline wieder in Betrieb nehmen und die Ölexporte über das Rote Meer wieder aufnehmen können, werden sie die Ölförderung drosseln müssen.

Die daraus resultierenden Verluste könnten bis zu vier Prozent der globalen Versorgung ausmachen, was den weltweiten Kraftstoffmangel verschärfen würde, der die Ölpreise bereits auf Rekordniveau getrieben, die Inflation angeheizt, für Milliarden Menschen in Asien und Afrika eine Krise der Lebenshaltungskosten ausgelöst und die Renditen für US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise von 2008 getrieben hat.

Der Konflikt im Jemen und die daraus resultierenden Vergeltungsschläge verbinden auf diese Weise die zuvor separaten Konflikte zu einem einzigen miteinander verbundenen Krieg.

Bisher war Washington nicht bereit, sich direkt an dem saudischen Krieg gegen den Jemen zu beteiligen, leistet jedoch weiterhin beträchtliche militärische und geheimdienstliche Unterstützung, u.a. über das US Central Command (CENTCOM), das saudische Truppen bei Angriffen auf Huthi-Stellungen unterstützt. Am Donnerstag bewilligten Vertreter der US-Regierung den Verkauf von bis zu 48 F-35-Kampfflugzeugen an Saudi-Arabien, obwohl aus dem Militär und dem Kongress Bedenken aufkamen, China könnte Zugang zu den Kampfflugzeugen in Saudi-Arabien erhalten, wenn sie auch erst in mehreren Jahren geliefert werden. Angesichts der erschöpften Munitionsbestände der USA hat sich Riad, das selbst nur noch wenige Abfangraketen besitzt, an Frankreich, Großbritannien, Pakistan und Ägypten um Hilfe bei der Luftabwehr gewandt.

Auch der „Plan B“ der Saudis, über das Mekka-Abkommen vom August feste Bündnisse mit mächtigen sunnitisch-muslimischen Staaten wie der Türkei und Pakistan zu schließen, hat nicht zur Entstehung einer militärischen Koalition gegen die Huthi geführt. Pakistan hatte anfangs seine Bereitschaft dazu mit dem Argument verweigert, die Kämpfe im Jemen hätten bereits vor Inkrafttreten des Mekka-Abkommens bestanden. Nachdem Riad jedoch behauptet hatte, die Huthi hätten letzte Woche Mekka mit Drohnen angegriffen (was die Huthi dementierten), hatte Islamabad erklärt, es werde die eigene Haltung noch einmal überdenken.

Am 25. Juli traf eine ukrainische Drohne ein iranisches Frachtschiff im Kaspischen Meer, wobei ein Seemann getötet wurde. Am 28. Juli feuerte der Iran Raketen auf US-Truppen in Jordanien ab und handelte damit erstmals proaktiv, anstatt auf einen Angriff zu reagieren. Am 28. und 29. Juli attackierten US-amerikanische und saudische Kampfflugzeuge mit dem Iran verbündete Gruppen im Irak, wobei Riad erstmals öffentlich seine Teilnahme an derartigen Angriffen zugab. Am 29. Juli traf eine Drohne im ägyptischen Hafen Damietta nahe dem Suezkanal zwei Schiffe mit Flüssiggas, allerdings übernahm keine Partei dafür die Verantwortung.

Was als voneinander getrennte Konflikte im Iran, dem Jemen, dem Irak und anderen Ländern begann, entwickelt sich auf diese Weise zu einer miteinander verknüpften regionalen Konfrontation, in der jeder neue Angriff eine weitere Front eröffnen könnte, und jeder Vergeltungsschlag die Bedingungen für den nächsten schafft.

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