Mit einer zweiten Serie von vier wöchentlichen Vorträgen setzt das Internationale Komitee der Vierten Internationale vom 14. Oktober bis 4. November seine Online-Veranstaltungen zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution fort.

In den ersten fünf Vorträgen, die im Frühjahr stattfanden, ging es um die Ursachen und den Beginn der Russischen Revolution. Im Februar/März 1917 wurde das Zarenregime gestürzt, und die bürgerliche Provisorische Regierung gelangte an die Macht.

Der nun folgende zweite Teil ist den theoretischen Fragestellungen und politischen Ereignissen in den Monaten und Wochen vor der sozialistischen Revolution gewidmet, die im Oktober 1917 den ersten Arbeiterstaat der Weltgeschichte hervorbrachte. Der abschließende Vortrag wird sich auf das historische Vermächtnis der Oktoberrevolution konzentrieren.

Die Vorträge werden auf Englisch gehalten und live auf YouTube übertragen. Registriert euch unten, um Informationen oder aktuelle Mitteilungen zu erhalten. Wer bereits für die erste Serie registriert war, muss sich nicht erneut anmelden.

Programm

14. Oktober 2017 • 23 Uhr

Lenins Staat und Revolution

Nach der brutalen Niederschlagung von Massendemonstrationen der Arbeiter und Soldaten in Petrograd (den „Julitagen“) wurde die Bolschewistische Partei in den Untergrund getrieben. Um der Verhaftung und Ermordung zu entgehen, musste Lenin die Stadt verlassen und sich verstecken. In der Illegalität verfasste er eine seiner wichtigsten politischen Abhandlungen, Staat und Revolution. Darin legt er die Auffassungen von Marx und Engels über die historischen Ursprünge und den Klassencharakter des Staats im Einzelnen dar und weist auf theoretischer und politischer Ebene nach, dass die Arbeiterklasse die politische Macht übernehmen muss.

Vortragender: Barry Grey, Herausgeber der World Socialist Web Site in den USA und Mitglied des Nationalkomitees der Socialist Equality Party (US). Barry ist seit mehr als 45 Jahren in der trotzkistischen Bewegung aktiv.

21. Oktober 2017 • 23 Uhr

Am Vorabend der Revolution: Die Bolschewistische Partei, die Fabrikkomitees und die Massenbewegung der Arbeiterklasse

Trotz der Unterdrückungsmaßnahmen der Provisorischen Regierung wuchsen die Reihen der Bolschewistischen Partei in den Monaten August-September 1917 sprunghaft an. Wie die Geschichtswissenschaft bestätigt, gewannen die Bolschewiki Massenunterstützung für ihre Forderung nach der Machtübernahme durch die Sowjets und die Arbeiterklasse. Ein nationales Netzwerk aus Fabrikkomitees bildete die Basis für die Ausbreitung des bolschewistischen Einflusses in der Arbeiterklasse.

Vortragender: Tom Carter, Mitglied des Nationalkomitees der Socialist Equality Party (US). Tom arbeitet an führender Stelle an der Chronik der Russischen Revolution mit, die seit Anfang des Jahres auf der WSWS erscheint. Zahlreiche historische Dokumente, auf die darin Bezug genommen wird, wurden von ihm aus dem Russischen übersetzt.

28. Oktober 2017 • 23 Uhr

Lehren des Oktober: Die politische Krise innerhalb der Bolschewistischen Partei am Vorabend der Machteroberung

Sieben Jahre nach der Oktoberrevolution, 1924, erinnerte Leo Trotzki an den Konflikt, der kurz vor dem Sturz der Provisorischen Regierung in der Bolschewistischen Partei ausgebrochen war. Wenn „jede ernsthafte innere, taktische Umstellung“ innerparteiliche Reibungen und Krisen auslöst, schrieb er, „so gilt das noch viel mehr in Bezug auf die großen strategischen Wendungen“. Die Opposition, die sich in der zentralen Führung der Bolschewistischen Partei gegen Lenins Aufruf zum Aufstand gegen die Provisorische Regierung richtete, drohte die Revolution aus der Bahn zu werfen.

Vortragender: Chris Marsden, nationaler Sekretär der Socialist Equality Party (Großbritannien). Chris ist seit 1985 Führungsmitglied des Internationalen Komitees und seit 20 Jahren nationaler Sekretär der britischen SEP.

4. November 2017 • 22 Uhr

Der Platz der Oktoberrevolution in der Weltgeschichte und der heutigen Politik

Nach der Auflösung der Sowjetunion 1991 bildete sich unter bürgerlichen Akademikern als neuer Konsens heraus, dass die Russische Revolution nichts weiter als ein Zufall gewesen sei, ein verwerfliches, ja sogar verbrecherisches Abweichen vom „normalen“ – d. h. kapitalistischen – Gang der Geschichte. Die monumentalen politischen Folgen der Oktoberrevolution und die ungeheuren wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Erfolge der Sowjetunion wurden völlig übergangen oder als unbedeutend abgetan. Und doch wird die Oktoberrevolution als das wichtigste politische Ereignis des 20. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen. Wer diese Revolution nicht versteht, kann keine Antwort auf die weltweite Krise des 21. Jahrhunderts finden.

Vortragender: David North, Vorsitzender der internationalen Redaktion der World Socialist Web Site.