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Arbeiter und junge Menschen aus allen Teilen der Vereinigten Staaten reagierten auf den völkerrechtswidrigen Krieg der Trump-Regierung und Israels gegen den Iran mit überwältigender Wut.
Ein Raffineriearbeiter aus Indiana sagte der WSWS: „Es ist widerlich. Sie verbreiten wahllos und willkürlich Terror über die Welt und vertuschen gleichzeitig einen globalen Sexhändlerring. Aber wir können nicht zum Doktor oder zum Zahnarzt gehen, ohne dass wir uns vorher entscheiden, ob wir die Stromrechnung oder eine neue Zahnfüllung bezahlen.“
Die Trump-Regierung hatte den Angriff mitten in der Nacht gestartet, als die meisten Amerikaner noch schliefen, und demonstrierte damit ihre völlige Verachtung gegenüber der öffentlichen Meinung. Sie unternahm keinen Versuch, den unprovozierten Angriff und die Ermordung der obersten zivilen und militärischen Führung des Iran zu rechtfertigen, außer mit der Sprache der unverhohlenen Eroberung.
Das Ausmaß an Ablehnung dieses Krieges von Anfang an ist in der modernen Geschichte der USA beispiellos. Laut einer Reuters-Umfrage vom Samstag befürworten nur 27 Prozent der Amerikaner die Angriffe. Selbst unter registrierten Republikanern sprachen sich nur 55 Prozent dafür aus.
Diese Werte liegen noch weit unter den unpopulärsten Kriegen in der Geschichte der USA. Zum Vergleich: Die Zustimmung zum Einmarsch in den Irak Anfang 2003 lag laut einer Studie der Brookings Institution zwischen 52 und 59 Prozent. Im Vietnamkrieg lag die Zustimmung wenige Monate nach dem ersten Einsatz von Kampftruppen 1965 laut einer Gallup-Umfrage bei 64 Prozent.
Ein Pfleger und ehemaliger Army-Reservist erklärte: „Deshalb bin ich im Juli aus dem Militär ausgeschieden. Ich wusste, dass das kommen würde, und ich hatte nicht die Absicht, da mitzumachen (...) Ich wusste, unter dieser Regierung wird es einen großen Konflikt geben. Sie glauben, sie wären unantastbar.“
Im Namen von „Demokratie“ und „Freiheit“ wurden bereits zahllose Kriege begonnen, darunter die Invasionen des Iraks und Afghanistans. Daher lehnen große Teile der Öffentlichkeit die Behauptung, Washington kämpfe für die „Freiheit“ der Iraner, rundheraus ab.
Stattdessen erkennen viele Menschen den Krieg als das, was er ist: ein imperialistisches Verbrechen mit dem Ziel, sich die Ölvorkommen des Irans anzueignen und die Aufmerksamkeit von einer schweren innenpolitischen Krise in den USA abzulenken.
Ein UPS-Arbeiter erklärte: „Wenn sie uns in den Krieg stürzen wollen, können sie ihre eigenen Familien in den Kampf schicken. Wir haben kein Interesse an ihren Kämpfen.“
„Sie glauben, sie kommen damit durch“
Eine Schulmitarbeiterin aus Minneapolis sagte der WSWS: „Wir müssen dem mit positiven Maßnahmen entgegentreten. Seine [Trumps] Eskalation hin zu Mord auf globaler Ebene ist sein nächster Schritt zu einem vollständigen faschistischen, christlich-nationalistischen Autoritarismus. (...) Trumps Vorgehen gegen Venezuela, Kuba und jetzt gegen den Iran offenbart seine unverhohlene Bereitschaft zu töten, um seine eigenen Interessen durchzusetzen, egal ob sie finanziell, kriminell oder beides sind.
Er hat keine Erlaubnis vom Kongress eingeholt, so wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Das an sich ist schon ein Grund für eine Amtsenthebung, und alle Todesfälle durch Angriffe, die sein Regime angeordnet hat, sind Kriegsverbrechen. Gleichzeitig richtet er eine schwarze Kasse von zehn Milliarden Dollar ein für seinen ,Friedensrat‘, der von den schlimmsten Despoten der Welt angeführt wird.
Nur wenige Demokraten haben sich lautstark gegen das geäußert, was Trump getan hat, denn sie streben dieselben Machtbefugnisse an“ schloss dieses Arbeiterin. „Ich hoffe, das wird die Massen vereinen. Die Stimmung in meinem Bekanntenkreis, über das ganze politische Spektrum hinweg, ist zumindest Unzufriedenheit über diesen ungerechten Krieg. (...) Wenn die Regierung dem nicht offiziell ein Ende setzt, muss die Bevölkerung nach DC marschieren.“
Bei einer Protestveranstaltung in New York City erklärte ein Universitätsmitarbeiter am Samstag gegenüber der WSWS: „Der US-Imperialismus und die Zionisten führen einen Krieg gegen den Iran, weil die USA sich dort schon seit dem Sturz der Mossadegh-Regierung 1953 einmischt. Davor waren dort die Briten und haben, genau wie die USA, die Gewinne aus der Ölindustrie in die eigene Tasche gesteckt.
Das Leben von Amerikanern oder Iranern ist ihnen egal. Das ist typisch für den US- amerikanischen Imperialismus. Das war schon beim Sturz der Arbenz-Regierung in Guatemala 1954 so. Davor, in den 1950ern, gab es den Koreakrieg, über dessen Ausmaß an Tod und Zerstörung durch die US-Luftangriffe auf Städte, vor allem auf Pjöngjang, nie geredet wird. Später in den 50ern und 60ern kam Vietnam. Sie reden nie darüber, wie viele Menschen der US-Imperialismus im Namen von Demokratie und Freiheit ermordet hat.
Dieser Krieg dient Donald Trump und seinen Lakaien, zum Beispiel Jeff Bezos. Er ist laut der Verfassung illegal, aber die Gewaltenteilung funktioniert nicht, weil die Demokraten Trump nie seines Amtes enthoben haben. Die Demokraten werden ihn nicht verhaften. Es ist illegal entsprechend den Nürnberger Urteilen gegen die Nazis, aber niemand hat die USA wegen Hiroshima, Nagasaki oder Dresden angeklagt.
Ich glaube, das könnte zu einem thermonuklearen Krieg führen. Die Kapitalisten wie Trump, Bezos und Musk haben alle Bunker, in denen sie sich verkriechen können. Es ist ihnen egal, und sie glauben, sie kommen damit durch.
Die Demokraten sind schlimmer als nutzlos. Sie werden nichts tun. Ich stimme euch zu und würde sagen, die Gaza-Demonstrationen hätten sich nicht an die Demokraten und Republikaner richten dürfen. Sie müssen sich an die Arbeiterklasse wenden.“
Autoarbeiter äußern sich
Mehrere Autoarbeiter aus Michigan sprachen mit der WSWS. Ein Ford-Arbeiter aus dem Lastwagenwerk Dearborn bei Detroit nannte den Angriff auf den Iran „eine der größten und offensichtlichsten Verrätereien am amerikanischen Volk. Trump hat seit seinem ersten Wahlkampf die Angst der Menschen vor einem Krieg ausgenutzt.
Sie haben ihn gewählt, damit das nicht passiert. Der Angriff auf Venezuela und jetzt auf den Iran hat zu einer noch größeren Kluft zwischen den Milliardären und der gesamten Arbeiterklasse geführt.
Die Arbeiterklasse bezahlt mit ihren Steuern den Krieg, während sich diese Milliardäre hinter ungerechten Steuergesetzen verstecken. Wenn es um die Verbesserung des Lebens der Arbeiterklasse geht, können wir nur selbst für unsere Interessen kämpfen. Diejenigen, die keinen Tag in ihrem Leben wirklich gearbeitet haben, werden nie für uns kämpfen, weil sie nie den Schmerz gespürt haben, den wir durchmachen.“
Ein Stellantis-Automobilarbeiter aus Detroit erklärte: „Trump behauptet, er bombardiere den Iran wegen der Proteste. Aber hier lässt er die Leute, die protestieren, ermorden. Er soll uns nicht erzählen, die Demonstranten dort drüben würden ihn interessieren.
Ich bin jetzt auch verärgert über die Demokraten und die Medien. Wir leben in wirklich historischen Zeiten, in denen sich die Geschichte wiederholt. Man sollte jeden Tag den Zusammenhang herstellen zwischen dem, was in den 30ern und 20ern gesagt wurde, und was heute gesagt wird. Das sollte ständig geschehen, damit die Leute sehen können, dass das, was passiert ist, wieder passieren kann.
Trump hat ein Kabinett voller Milliardäre. Und ein Großteil des Kongresses sind Millionäre und Reiche, die keinen Bezug zur Arbeiterklasse haben. Sie wissen nicht, was die Leute durchmachen, damit sie einkaufen, ihre Autos volltanken oder Miete zahlen können.“
Zuletzt wies er auf die Rolle der sozialen Medien bei der Bekämpfung der Kriegspropaganda und der Mobilisierung von Widerstand hin: „Die Arbeiter auf der ganzen Welt sind durch die Tatsache miteinander verbunden, dass irgendjemand ein kleines bisschen Information über das System hat. Und wenn sich alle miteinander vernetzen, kann man unglaublich viel erreichen. Wir haben mehr mit den Iranern gemeinsam als mit den Milliardären.“
Der Widerstand gegen den Krieg muss sich auf die Arbeiterklasse stützen. Der Vorsitzende der Internationalen WSWS-Redaktion, David North, rief am Samstag in einer Videoerklärung auf: „Organisiert Versammlungen in eurer Fabrik, an eurem Arbeitsplatz, in Schulen und Wohngebieten und fordert die sofortige Beendigung dieses Kriegs. Die Welt muss wissen, dass die amerikanische Bevölkerung diesen Krieg ablehnt und nichts damit zu tun haben will.“
