Nur wenige Stunden nachdem der Möchtegern-Diktator Donald Trump vor einer Woche mitten in der Nacht den illegalen amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran ankündigte, sprach die World Socialist Web Site in ihrer ersten Reaktion von einem „massiven politischen Verbrechen“. Sie erklärte: „Der Krieg selbst wird unweigerlich eskalieren und den gesamten Planeten erfassen.“
Fünf Tage nach Beginn des Konflikts werden diese Einschätzungen mehr als bestätigt. Laut den jüngsten Schätzungen haben Washington und sein zionistischer Verbündeter in Israel mehr als 1.000 Zivilisten im Iran massakriert, das Staatsoberhaupt und über 50 Mitglieder der zivilen und militärischen Führung ermordet und wahllos Schulen, Krankenhäuser und Orte von historischer Bedeutung für die ganze Menschheit angegriffen.
Die Barbarei der Führungsspitze in der US-Kriegsmaschinerie zeigte sich am Mittwochmorgen, als ein amerikanisches U-Boot ein iranisches Schiff im Indischen Ozean bei Sri Lanka versenkte. Auf dem Schiff, das von einer Ausbildungsmission in Indien zurückkam und keine unmittelbare Gefahr darstellte, befanden sich etwa 180 Matrosen, von denen bisher nur 32 gerettet wurden, sodass die Zahl der Toten vermutlich bei fast 150 liegt.
Der faschistische Kriegsminister Pete Hegseth schwelgte in dem Blutbad und prahlte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz im Pentagon, niemand habe je behauptet, es werde ein „fairer Kampf“ werden. Mit Blick auf das zionistische Regime, das in Gaza einen Völkermord begeht und bereits über 75.000 Palästinenser abgeschlachtet hat, erklärte Hegseth begeistert, Israel kämpfe mit „unerreichtem Geschick“, und bezeichnete den Kampf an der Seite Israels als „frischen Wind“ für die USA.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor am gleichen Tag deutlich gemacht, dass Washington und Jerusalem ihr Programm der Ermordung iranischer Führungskräfte fortsetzen würden: „Jeder Führer, der vom iranischen Terrorregime ernannt wird, um den Plan zur Zerstörung Israels, zur Bedrohung der USA, der freien Welt und der Länder der Region und zur Unterdrückung des iranischen Volkes fortzusetzen, wird ausdrücklich zum Ziel, das eliminiert werden muss.“
Der Krieg hat sich von einem massiven Angriff auf den Iran unter amerikanischer Führung bereits stark ausgeweitet und scheint der Beginn eines regionalen Flächenbrandes zu sein. Das völkermörderische Regime in Israel hat umfassende Luftangriffe auf den Libanon durchgeführt, darunter auch auf die Hauptstadt Beirut, nachdem die Hisbollah aus Solidarität mit Teheran ein paar Raketen auf Israel abgefeuert hatte. Das israelische Militär wies die Einwohner des Libanon südlich des Flusses Litani an, das Gebiet zu räumen. Am Mittwochabend berichteten die UN-Friedenstruppen im Libanon, israelische Truppen hätten die Blaue Linie überschritten und mehrere libanesische Dörfer unter ihre Kontrolle gebracht.
Die iranische Revolutionsgarde hat als Reaktion auf den unprovozierten Angriff der USA und Israels Raketen auf amerikanische Basen und Einrichtungen in der ganzen Golfregion abgefeuert. Getroffen wurden Militärbasen in Bahrain und Katar sowie Botschafts- und Konsulatsgebäude in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Es wird immer mehr darüber spekuliert, dass die despotischen Golfstaaten, deren Streitkräfte Dutzende von iranischen Raketen und Drohnen abgefangen haben, formell in den Krieg eintreten könnten.
Die mögliche Ausweitung des Kriegs auf die Türkei, ein NATO-Mitglied mit Landgrenze zum Iran, rückte am Mittwoch einen Schritt näher, als die NATO-Luftabwehr eine Rakete abschoss, die sich der iranisch-türkischen Grenze näherte.
Die europäischen imperialistischen Mächte werden immer weiter in den Krieg hineingezogen. Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte am Dienstagabend die Entsendung des einzigen französischen Flugzeugträgers, der Charles de Gaulle, ins östliche Mittelmeer an. Daneben wurden Rafale-Kampfflugzeuge, Luftabwehrsysteme und Luftradar-Einheiten in nicht namentlich genannte Länder im Nahen Osten verlegt. Macron gab außerdem bekannt, dass französische Streitkräfte in den ersten Stadien des Kampfes am Abschuss von Drohnen beteiligt waren, und warnte vor weiteren Kämpfen. Er betonte, dass Frankreich Verteidigungsabkommen mit Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emirate sowie eine strategische Partnerschaft mit Zypern habe, wo Anfang der Woche ein britischer Stützpunkt von einer Drohne angegriffen wurde.
Die Aggressivität des Vernichtungskriegs, den die USA und Israel gegen den Iran führen, macht eine Ausweitung des Konflikts zu einem regionalen Blutbad immer wahrscheinlicher. Die beiden Regierungen glauben, sie könnten durch den Einsatz barbarischer und willkürlicher Gewalt die sozialen und politischen Katastrophen überwinden, welche sie seit Jahrzehnten durch etliche Kriege und Regimewechsel-Operationen in der Region geschaffen haben. Seit Trumps Kriegserklärung haben US-Regierungsvertreter immer wieder die angeblichen Sünden des Iran seit der Revolution von 1979 aufgelistet, um die brutale Bombardierung des Landes mit 90 Millionen Einwohnern zu rechtfertigen. Israel unterstützt nicht nur die USA bei der Zerstörung der iranischen Gesellschaft, sondern hofft auch, die Hisbollah im Libanon zu vernichten. Diese islamistische Organisation entstand in den 1980er Jahren als eine Massenbewegung verarmter schiitischer Muslime nach den blutigen Erschütterungen im Bürgerkrieg, der von den USA und Israels brutaler Besetzung des Südens des Landes angeheizt worden war.
Neben der Zerstörung der Institutionen, Städte und Infrastruktur des Iran haben die USA und Israel auch alte Pläne hervorgeholt, ethnische und religiöse Spaltungen im Land auszunutzen, die im Irak und Syrien schon so verheerende Auswirkungen hatten. Wie CNN am Mittwoch berichtete, hat die CIA iranisch-kurdische Gruppen im Nordirak seit Monaten mit Waffen beliefert, um einen kurdischen Aufstand im westlichen Iran zu erleichtern. In dem Artikel hieß es:
Eine mit den Diskussionen vertraute Person erklärte, das Ziel sei es, die kurdischen bewaffneten Kräfte zum Angriff auf die iranischen Sicherheitskräfte zu bringen und sie in Schach zu halten. Das würde es den unbewaffneten Iranern in den Großstädten erleichtern, sich zu erheben, ohne dabei massakriert zu werden wie bei den Unruhen im Januar.
Ein anderer US-Vertreter erklärte, die Kurden könnten dabei helfen, Chaos in der Region zu verbreiten und die militärischen Ressourcen des iranischen Regimes auszubluten.
Trump selbst unterstützt diese Operation. Laut CNN hatte er am Sonntag die kurdische Regionalregierung im Irak telefonisch aufgefordert, die Lieferung von Waffen in den Iran zu erleichtern. Am Dienstag telefonierte Trump mit dem Vorsitzenden der Demokratischen Partei Kurdistans im Iran, die zusammen mit vier anderen iranisch-kurdischen Parteien einen Koalitionsvertrag unterzeichnet hat, um sich die Unterstützung der imperialistischen Mächte für einen kurdischen Staat zu sichern.
Im Vergleich zu einer ethnischen Aufteilung des Iran, eines Landes mit 90 Millionen Einwohnern und zahlreichen Minderheiten, würde die Syriens wie ein Kinderspiel wirken. Der 14 Jahre andauernde, von der CIA unterstützte Bürgerkrieg in Syrien, durch den das mit dem Iran verbündete Assad-Regime gestürzt wurde, hat hunderttausende Tote gefordert und Millionen zu Flüchtlingen gemacht. Die USA unterstützten zunächst die kurdischen „Syrischen Demokratischen Kräfte“, schwenkten dann aber auf sunnitische Gruppen unter der Führung des ehemaligen al-Qaida-Führers Ahmed al-Sharer um. Dessen sektiererisches autoritäres Regime in Damaskus hat nach seiner Machtübernahme im Dezember 2024 Massaker an der schiitischen Minderheit durchgeführt und die Kurden aus den meisten ihrer Hochburgen vertrieben.
Die türkische Sektion des Internationalen Komitees der Vierten Internationale, die Sosyalist Eşitlik Partisi, schrieb in einer Erklärung über den Bankrott der proimperialistischen Orientierung der kurdischen Nationalisten über die potenzielle Aufteilung des Iran:
Ein kurdischer Kleinstaat hätte keinen Zugang zum Meer und wäre von feindseligen Nachbarstaaten umgeben (der Türkei, einem iranischen Rumpfstaat und arabisch dominierten Gebieten), sodass er völlig vom Schutz der USA oder Israel abhängig wäre, um zu überleben. So dient auch die Autonome Region Kurdistan im Irak als Instrument der Politik der USA, während ihre Bevölkerung in Armut versinkt und ihre Politik von korrupten bürgerlich-tribalen Cliquen beherrscht wird.
Ein aserbaidschanischer Kleinstaat wäre entweder ein Satellit der Türkei oder die Beute in einem Kampf zwischen Ankara, Moskau und den westlichen Ölinteressen. Ein arabischer Kleinstaat in Chusistan, wo sich ein beträchtlicher Teil der nachgewiesenen Ölvorkommen der Welt befindet, würde sofort ein Gebiet für die Plünderung durch die imperialistischen Mächte und zum Streitobjekt der Golfmonarchien, der USA und der globalen Energiekonzerne. Ein belutschischer Kleinstaat würde eine weitere Front im Großmachtkonflikt um den Indischen Ozean, die Straße von Hormus und die Landverbindungen zwischen Zentralasien und dem Meer werden.
Die Folgen für die Menschen wären katastrophal. Die ethnischen Gruppen im Iran sind nicht in eindeutigen territorialen Zonen klar voneinander abgegrenzt. In Teheran leben Millionen Aserbaidschaner; im Westen des Irans sind Kurden, Luren und Perser verstreut; in Chusistan leben Araber und Perser zusammen. Jeder Versuch, ethnische Grenzen zu ziehen, würde Massenvertreibung, ethnische Säuberung und einen Bürgerkrieg in einem Ausmaß nach sich ziehen, wie es selbst die Katastrophe in Jugoslawien in den Schatten stellen würde.
Die Finanzoligarchie, die Trump und seine Bande von Faschisten repräsentiert, nimmt dieses Blutbad billigend in Kauf, wenn es ihr ermöglicht, die Region auf den Status einer Kolonie herabzudrücken. Ihre Ziele sind die Ausplünderung der Öl- und Gasvorkommen, die Kontrolle über Handelsrouten und die Verdrängung von Rivalen wie Russland und China, ganz gleich wie viele Menschenleben es kostet. Wer daran zweifelt, sollte sich an den Völkermord im Gazastreifen erinnern.
Die einzige gesellschaftliche Kraft, die dieser imperialistischen Barbarei im 21. Jahrhundert ein Ende setzen kann, ist die internationale Arbeiterklasse. Arbeiter im ganzen Nahen Osten müssen sich auf der Grundlage eines internationalistischen Programms mit den Arbeitern in den imperialistischen Zentren in Nordamerika und Europa vereinen, um dem Kapitalismus, der Ursache für imperialistische Kriege und Plünderungen, ein Ende zu setzen.
