Perspektive

Trump forciert Vorbereitungen für eine Invasion im Iran

Das amphibische Angriffsschiff USS Bataan (vorne) und das Landungsschiff USS Carter Hall (dahinter) am 8. August 2023 im Roten Meer [AP Photo/Mass Communication Specialist 3rd Class Riley Gasdia/U.S. Navy]

Am Montagmorgen erklärte US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social, dass die Vereinigten Staaten und der Iran „Gespräche über eine vollständige und umfassende Beilegung unserer Feindseligkeiten im Nahen Osten“ geführt hätten. Er sagte, er habe „das Kriegsministerium angewiesen, alle militärischen Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur für einen Zeitraum von fünf Tagen zu verschieben“.

Nur zwei Tage zuvor hatte Trump gedroht, die iranischen Kraftwerke zu zerstören, sollte das Land die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden wieder öffnen.

Trump sagte, er verschiebe einen Angriff um nur fünf Tage. Dies steht in völligem Widerspruch zu der Behauptung, dass große Fortschritte in Richtung einer Verhandlungslösung erzielt worden seien. Es bedeutet vielmehr, dass Trump im Rahmen von Ultimaten agiert. Niemand würde erwarten, dass dieser Krieg innerhalb von fünf Tagen beigelegt werden könnte – selbst wenn Verhandlungen äußerst gut verliefen. Bestenfalls wäre es möglich, die Aussicht auf einen unbefristeten Waffenstillstand aufrechtzuerhalten, um Gespräche fortzusetzen. Nichts dergleichen wurde von Trump angedeutet. Die ganze Geschichte ist nicht einfach nur unglaubwürdig. Sie ist unheilvoll und lässt nichts Gutes ahnen.

Trump hat „Verhandlungen“ im vergangenen Jahr dreimal als Vorwand für Militärschläge benutzt. Im Januar deuteten US-Vertreter an, sie strebten Verhandlungen mit dem venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro an - nur wenige Stunden vor dem Überfall, bei dem dieser von US-Spezialeinheiten entführt wurde. Im Juni 2025, während indirekte Gespräche mit dem Iran im Gange waren, griffen sieben B-2-Bomber im Rahmen der Operation Midnight Hammer iranische Nuklearanlagen an. Am 28. Februar ermordeten die USA den obersten Führer des Iran und begannen den aktuellen Krieg, während Unterhändler in Genf Gespräche führten, die erst zwei Tage zuvor abgeschlossen worden waren. Jedes Mal sprach Trump von Frieden, während er einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg plante.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Gespräche in irgendeiner Form stattfinden. Aber wenn Gespräche stattgefunden hätten, wären sie mit denselben Personen geführt worden, denen Trump öffentlich mit Mord droht oder die er bereits zu ermorden versucht hat. Gegenüber der Presse prahlte Trump am Montag: „Wir haben die Führung in Reihe eins, Reihe zwei und weitgehend auch Reihe drei ausgelöscht.“

Das fünftägige Zeitfenster stimmt weitgehend überein mit dem Zeitplan für die Ankunft von Marineeinheiten, die in der Lage sind, eine Bodeninvasion gegen den Iran zu starten. Zwei amphibische Marinegruppen – die „Tripoli“ aus Okinawa und die „Boxer“ aus San Diego – laufen mit rund 4.500 Marines im Persischen Golf zusammen. Die „Tripoli“ trifft an diesem Wochenende ein. Weitere 50.000 US-Soldaten sind bereits in der Region stationiert.

Am Montag, nur wenige Stunden nach Trumps Ankündigung, veröffentlichte die New York Times einen Artikel mit dem Titel „Pentagon-Vertreter erwägen den Einsatz von Luftlandetruppen für einen Krieg gegen den Iran“. Der Artikel berichtet, dass hochrangige Militärs den Einsatz einer Kampfbrigade der „Immediate Response Force“ der 82. Luftlandedivision vorbereiten – 3.000 Soldaten, die innerhalb von 18 Stunden überall auf der Welt eingesetzt werden können – um die Insel Kharg, Irans wichtigsten Öl-Exportknotenpunkt, zu erobern.

Laut Angabe des US-Militärs wurden in knapp vier Wochen mehr als 8.000 Ziele getroffen, 130 Kriegsschiffe zerstört, der Oberste Führer und zig hochrangige Beamte ermordet. Doch diese Bombardements haben weder die iranische Regierung gestürzt noch die Straße von Hormus wieder geöffnet. Luftangriffe allein können nicht das erreichen, was sich die US-Regierung vorgenommen hat. Die US-Medien agitieren bereits für eine Bodeninvasion.

Das Wall Street Journal argumentiert, dass die Kontrolle über die Insel Kharg der Schlüssel zur gewaltsamen Öffnung der Straße von Hormus sei.

Eine Operation zur Eroberung der Insel Kharg – oder eines anderen strategischen Punktes im Zusammenhang mit der Straße von Hormus – kann nicht an einem Wochenende improvisiert werden. Sie muss Wochen im Voraus geplant und in Gang gesetzt worden sein, mit vorbereitenden Angriffen zur Gestaltung des Schlachtfelds, über Ozeane hinweg verlegten Streitkräften und Einheiten in Alarmbereitschaft. Eine Quelle mit Einblick in die Denkweise des Weißen Hauses sagte am 20. März gegenüber Axios: „Wir brauchen etwa einen Monat, um die Iraner durch Angriffe weiter zu schwächen, die Insel einzunehmen und sie dann in der Hand zu haben, um dies für Verhandlungen zu nutzen.“

Der iranische Außenminister hat Trumps Behauptungen direkt zurückgewiesen. „Es gibt keine Gespräche mit den Vereinigten Staaten“, erklärte er. „Präsident Trumps Äußerungen sind ein Versuch, die Energiepreise zu senken und Zeit für militärische Pläne zu gewinnen.“ Diese Einschätzung entspricht der objektiven Realität. Die von Trump angekündigte fünftägige Pause passt nicht zu einem glaubwürdigen Verhandlungszeitplan, sondern zur Ankunft von Marine- und Seestreitkräften im Einsatzgebiet und zur weiteren „Schwächung“ der iranischen Verteidigung, wobei die US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran während dieses Zeitraums fortgesetzt werden.

Auch kann die Insel Kharg nicht als die einzige oder gar die wichtigste Option gelten, die in Betracht gezogen wird. Die intensive öffentliche Fokussierung auf die „Eroberung der Insel“ könnte sich als Versuch erweisen, ein anderes militärisches Ziel zu verschleiern: eine Küsteneroberung, die darauf abzielt, die Zugänge zur Straße von Hormus, einschließlich wichtiger Hafengebiete, physisch zu kontrollieren – oder tief ins Landesinnere reichende Angriffe auf Nuklearanlagen wie Isfahan oder Natanz, die Tausende von Soldaten und eine längere Besetzung iranischen Territoriums erfordern.

Die 82. Luftlandedivision erobert keine Inseln. Sie erobert Flugplätze und Ziele im Landesinneren und errichtet einen Sicherheitsperimeter für nachrückende Truppen. Ein ehemaliger stellvertretender US-Verteidigungsminister beschrieb das Isfahan-Szenario als einen Einsatz, der damit beginnt, dass „eine Luftlandetruppe das Gebiet erobert, um einen Schutzkordon zu errichten, der es einer beträchtlichen Angriffstruppe aus Eliteeinheiten des Joint Special Operations Command ermöglicht, die Anlagen zu sichern.“ Genau dafür trainiert die 82. Luftlandedivision. Ihr Einsatz deutet auf eine Mission im Landesinneren hin, nicht auf einen amphibischen Inselangriff.

Welche Option auch immer gewählt wird oder bereits gewählt wurde, sie wird zu massiven Verlusten an Menschenleben führen, sowohl auf iranischer als auch auf amerikanischer Seite.

Die Washington Post berichtete letzte Woche, dass die Regierung vom Kongress 200 Milliarden Dollar zur Finanzierung des Krieges fordert – eine Aufstockung, welche die direkten Militärausgaben in diesem Jahr auf über 1 Billion Dollar steigen lässt. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Irak-Besatzung, als 170.000 amerikanische Soldaten vor Ort waren, beliefen sich die jährlichen Kriegsausgaben auf 144 Milliarden Dollar. Im Iran-Krieg wurden bislang noch keine Bodentruppen eingesetzt, und die Regierung fordert bereits mehr.

Dieser Krieg ist Teil eines Plans, die globale Hegemonie der USA durch einen Weltkrieg wiederherzustellen. Die zusätzlichen 200 Milliarden Dollar sind nicht die Kosten eines begrenzten Krieges. Sie sind die Anzahlung für einen eskalierenden globalen Krieg, der letztlich gegen China gerichtet ist – das Land, das 37,7 Prozent des gesamten durch die Straße von Hormus fließenden Rohöls abnimmt.

All dies spielt sich im Rahmen völliger Illegalität ab. Die Vereinigten Staaten haben einen Angriffskrieg begonnen – das Verbrechen, für das Nazi-Führer in Nürnberg vor Gericht gestellt wurden. Die systematische Ermordung der politischen und militärischen Führer des Iran stellt eine Kampagne außergerichtlicher Tötungen dar, die nach dem Völkerrecht auch im Krieg verboten sind.

Der Krieg wurde ohne Kriegserklärung oder Genehmigung durch den US-Kongress begonnen. Die Demokratische Partei als „Opposition“ im Parlament ist jedoch weit davon entfernt, sich dem Krieg zu widersetzen. Vielmehr haben die Demokraten den Krieg bislang finanziert und unterstützt. Die gesamte Demokratische Führung – Schumer, Jeffries, Durbin, Clark, Aguilar – stimmte für den Militärhaushalt in Höhe von 839 Milliarden Dollar. In der ABC-Sendung This Week erklärte die ehemalige Vorsitzende des Democratic National Committee (DNC), Donna Brazile: „Die Demokraten verstehen, dass der Iran eine Bedrohung darstellt, nicht nur für die Region, den Golf, sondern für die Welt selbst.“

Was sich hier offenbart, ist ein völliger Zusammenbruch von Mechanismen der Demokratie. Ein Präsident beginnt einen völkerrechtswidrigen Krieg, ermordet die Führer eines Landes, droht einer Nation von 90 Millionen Menschen mit einem Vernichtungskrieg – und es gibt innerhalb des politischen Establishments keine Mechanismen, die in der Lage wären, diesem sich ständig ausweitenden Krieg entgegenzutreten, geschweige denn ihn zu stoppen.

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