Arbeiter aus allen Teilen der USA haben sich entschieden und unmissverständlich gegen die militärische Aggression der Trump-Regierung im Iran ausgesprochen. Sie verteidigten die iranische Bevölkerung und riefen zu massivem Widerstand der Arbeiterklasse auf.
Vor Millionen von Arbeitern, die entsetzt zusahen, wie Bomben auf zivile Infrastruktur im Iran fielen, hat Trump das volle Ausmaß der Barbarei des amerikanischen Imperialismus enthüllt. Am Dienstagmorgen hat er sein völkermörderisches Ultimatum vorgelegt und gedroht: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen.“ Angesichts des erbitterten Widerstands der iranischen Bevölkerung und der wachsenden politischen Unzufriedenheit in den USA hat die Regierung dann einem zweiwöchigen Waffenstillstand zugestimmt.
Doch nur wenige Stunden später beendete die israelische Regierung, mit uneingeschränkter Erlaubnis des Weißen Hauses, diese Feuerpause mit einem massiven Angriff auf den Libanon. Damit bestätigte sie, was die Arbeiter im ganzen Land bereits erkannt hatten: dass eine Pause im Gemetzel keinen echten Schritt zum Frieden bedeutet.
Arbeiter aus allen Teilen des Landes - Zustellfahrer, Gastronomiebeschäftigte, Lehrkräfte und viele andere - äußerten sich in Interviews mit der World Socialist Web Site eindringlich zum Krieg, der Waffenruhe und der Notwendigkeit von organisiertem Widerstand. Ihre Stimmen sind Ausdruck einer zunehmenden Erkenntnis, dass die Demokratische Partei nichts unternehmen werde, um das gesetzlose Regime im Weißen Haus aufzuhalten. Diese Aufgabe fällt der Arbeiterklasse zu.
Ein Fed Ex-Arbeiter erklärte: „Was unser Präsident tut, ist nicht nur unmenschlich, sondern völkerrechtswidrig.“ Ein anderer fügte hinzu: „Der Präsident hat immer wieder gezeigt, dass er ein Verbrecher ist. Die unschuldigen Erwachsenen und Kinder, die in diesem sinnlosen Krieg getötet werden, müssen zu einer Anklage führen. Ich dachte, wir leben hier in einem Rechtsstaat.“
Zu dem angekündigten zweiwöchigen Waffenstillstand äußerten sich die FedEx-Arbeiter eindeutig und schonungslos. Einer erklärte: „Ich glaube, es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber das würde ich mit Vorsicht genießen. Ich glaube, in Wirklichkeit nutzen sie die Zeit, um etwas noch Schlimmeres zu planen.“
Ein anderer formulierte es noch offener: „Ich glaube, Trump verschafft sich eine Atempause, um einen weiteren Angriff zu planen.“
Diese Einschätzungen gingen aus der Erinnerung an frühere imperialistische Katastrophen im Nahen Osten hervor. Die Arbeiter zogen direkte und vernichtende Parallelen; so erklärte einer von ihnen: „Wir haben in früheren Konflikten im Nahen Osten schon so manche Waffenruhe erlebt, und selten hat es zu echtem Frieden geführt. Das ist ein Trick, um einen weiteren Angriff vorzubereiten.“
Ein anderer Arbeiter äußerte die Befürchtung, die in Millionen von Haushalten herrscht: „Ich glaube, es wird wieder so kommen wie im Irak und Afghanistan, wo Tausende von Amerikanern für die Politiker gestorben sind - denn denen sind wir egal.“
Ein UPS-Fahrer aus New York City stellte einen besonders deutlichen Zusammenhang zwischen dem Krieg im Ausland und dem Angriff auf Arbeiter im Inland her: „Ich wäre froh, wenn sich die einfachen Gewerkschaftsmitglieder vereinen und einen einwöchigen Generalstreik fordern, um den Krieg zu beenden. Sie haben selbst gesehen, wie dieser kranke Irre die Behörde für Arbeitsbeziehungen, das NLRB [National Labor Relations Board] zerstört und die Konzerne gegen die Arbeiterklasse gestärkt hat.“
Er fuhr fort: „Was ich zeigen will: dass die Arbeiterklasse bereit ist, Opfer zu bringen und gegen diese gesichtslosen Konzerne protestiert, die schon jetzt die Macht der Bevölkerung fürchten. Wir müssen nur an unsere eigene Stärke erinnert werden, um zu zeigen, dass in diesem Land der Wille der Bevölkerung zählt.“
Elias aus Nordkalifornien erklärte: „Die Arbeiterklasse muss tun, was sie immer tun musste: sich vereinen und feststellen, dass es reicht; sie muss massenhaft streiken und Boykotts durchführen. Die Menschen müssen sich organisieren und sich gegenseitig helfen. Sie müssen alles tun, um die jetzt schon prekäre Lage der Wirtschaft zu unterbrechen.“
„Wir verteidigen diesen Krieg und diese Aggressionen nicht“
Michelle aus Michigan, die sich für die Rechte von Immigranten einsetzt, richtete sich direkt an die Bevölkerung des Iran - und sprach damit für viele Amerikaner, die verzweifelt versuchen, sich von den Verbrechen abzugrenzen, die in ihrem Namen verübt werden:
„Ich sage der Bevölkerung des Iran: Wir haben keine Entschuldigung für das Tun unseres geisteskranken Präsidenten und unseres feigen Kongresses. Wir verteidigen diesen Krieg und diese Aggressionen nicht. Die Bürger dieses Landes glauben an Menschenrechte und Völkerrecht. Wir respektieren euren Glauben, und wir respektieren eure Autonomie als Volk. Wir entschuldigen uns aufrichtig für das Grauen und die Kriegsverbrechen, die ihr täglich erleidet, und von denen wir befürchten, dass sie nur schlimmer werden.“
Eine der längsten und stärksten Antworten kam von einem Gastronomiebeschäftigten, der beim öffentlichen Schulsystem von Minneapolis arbeitet und bereits an Protesten gegen die ICE beteiligt war.
„Donald Trump hat von Anfang an nicht im Interesse der gesamten USA gehandelt, wie es sein Mandat vorschreibt. Bereits am ersten Tag im Amt hat er über 1.500 Aufständische, und seither zahlreiche weitere Verbrecher begnadigt, während er einen fremdenfeindlichen Rachefeldzug gegen Bundesstaaten führt, die sich ihm widersetzen und allen Menschen Zuflucht gewähren, wie es die Verfassung vorschreibt.“
Er richtete sich direkt an die Menschen in Vorderasien und Nordafrika: „Bitte, Brüder und Schwestern, setzt das Handeln dieses Mannes und seiner kriecherischen Mitverschwörer nicht mit dem Willen der amerikanischen Bevölkerung gleich. Wir Amerikaner sollten uns schämen, dass zuerst unsere institutionellen Mächte versagt haben und wir dann selbst versagt haben und nicht als ein Volk aufgestanden sind und ihn [Trump] für seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Rechenschaft gezogen haben - sowohl die Verbrechen im Inland als auch die Militärhilfe und die politische Unterstützung für die zionistische Regierung. Biden, Obama, Bush und Clinton haben sich ebenfalls schuldig gemacht.“
Er verwies auf Beispiele für Widerstand der weltweiten Arbeiterklasse, um zu verdeutlichen, was möglich ist: „Wir haben zahllose Beispiele erlebt, wie Arbeiter aufgestanden und die Macht der Regierung besiegt haben - in Nepal wurde die Regierung gestürzt, in Südkorea wurden korrupte gewählte Volksvertreter schnell entfernt. Aus irgendeinem Grund warten viele, die für Amerika, aber gegen Trump sind, darauf, dass die nächste Wahl Trumps Macht einschränkt. Aber das ist zu wenig und zu spät. Mittlerweile ist es mehr als nur gerechtfertigt, sein ganzes Regime anzuklagen und einzusperren.“
Er wies auch darauf hin, was er als die doppelte Funktion des Krieges betrachtet: Ablenkung von politischen Skandalen im Inland, und Profite für die Finanzoligarchie. „Der Krieg dient denen in der herrschenden Klasse der Banker und Hightechindustriellen, die damit von anderen Krisen ablenken - und gleichzeitig von diesem ungerechtfertigten Angriff auf den Iran profitieren.“
Er schloss mit einem Aufruf zum Handeln und zu internationaler Solidarität: „Wenn ich irgendetwas von einem Generalstreik oder einem Marsch auf Washington höre, dann werde ich sofort da sein. Bis dahin unterstütze ich weiterhin meine Gemeinschaften vor Ort und spreche mich gegen dieses illegale Regime aus.“
Aus diesen Stimmen spricht keine Verzweiflung, sondern ein sich schärfendes Bewusstsein, dass die Maschinerie von Krieg, Unterdrückung und wirtschaftlicher Plünderung von einer herrschenden Klasse bedient wird, die kein Interesse am Leben von Arbeitern hat, egal ob in Detroit oder Teheran, in Oklahoma City oder im Gazastreifen.
Die Arbeiter ziehen ihre eigenen Schlüsse. Sie erkennen den Zusammenhang zwischen der Zerstörung von Sozialprogrammen und demokratischen Rechten und der Zerstörung iranischer Städte. Sie erkennen den Zusammenhang zwischen dem Mord an Aktivisten durch die ICE in Minneapolis und den Luftangriffen auf Schulen und Krankenhäuser. Sie erkennen den Zusammenhang zwischen der Mitschuld der Demokraten und der Straffreiheit für die Republikaner.
Und in diesem wachsenden Verständnis für die Zusammenhänge liegt der Beginn von etwas, vor dem die herrschende Klasse allen Grund hat, sich zu fürchten: Eine beginnende Massenbewegung gegen den Krieg, die ihre Basis in der Arbeiterklasse hat und für ein Ende der imperialistischen Barbarei kämpft und des kapitalistischen Systems, das sie hervorbringt.
Für den Aufbau dieser Bewegung kämpfen die Socialist Equality Party in den USA, die Sozialistische Gleichheitspartei in Deutschland und alle anderen Sektionen und Gruppen des Internationalen Komitees der Vierten Internationale weltweit.
