Dritter Flugzeugträgerverband trifft im Nahen Osten ein:

Trump befiehlt Marine „tödliche Gewalt“ gegen iranische Boote in der Straße von Hormus

Am Donnerstag, dem 15. Tag des US-Waffenstillstands, hat Präsident Donald Trump die US-Marine angewiesen, gegen kleine iranische Boote in der Straße von Hormus „tödliche Gewalt anzuwenden.“ Gleichzeitig beschlagnahmte die US-Marine im Indischen Ozean einen Öltanker, der mit dem Iran in Verbindung steht.

Diese Entwicklungen sowie die Ankunft einer dritten US-Flugzeugträgerkampfgruppe in der Region stellen eine Eskalation des Kriegs gegen den Iran und der zunehmenden Krise innerhalb der militärischen und politischen Führung der Trump-Regierung dar.

Der Flugzeugträger USS George H.W. Bush, derzeit im Kampfgebiet im Nahen Osten im Einsatz [Photo: Mass Communication Specialist 3rd Class Nicholas Hall]

Am Donnerstagmorgen um 8:45 Uhr veröffentlichte Trump auf Truth Social einen Befehl an die US-Marine, mit tödlicher Gewalt gegen iranische Boote vorzugehen, die seiner Behauptung nach Minen in der Straße von Hormus verlegen. Er schrieb: „Ich habe die US-Marine angewiesen, gegen jedes Boot, egal wie klein es ist (ihre Kriegsschiffe, ALLE 159, sind bereits auf dem Meeresgrund!), das in der Straße von Hormus Minen verlegt, mit tödlicher Gewalt vorzugehen.

Es darf kein Zögern geben. Außerdem säubern unsere Minensuchboote genau jetzt die Straße von Hormus. Ich befehle hiermit, dieses Vorgehen mit dreifacher Intensität fortzusetzen!“

Trumps drohender Befehl und die Ermächtigung zum sofortigen Einsatz tödlicher Gewalt gegen iranische Boote sind ein Kriegsverbrechen. Es gibt keine unabhängig bestätigten Berichte, laut denen der Iran derzeit aktiv die Straße von Hormus vermint.

Trotz der Behauptungen der USA und ihrer imperialistischen und regionalen Unterstützer, der Iran habe kein Recht, die Wasserstraße zu verminen, wäre es in jedem Fall ein berechtigter Verteidigungsakt. Schließlich haben die USA und Israel einen wochenlangen Luftkrieg gegen den Iran geführt und mehrfach mit einer amphibischen Invasion des Landes durch die Meerenge gedroht.

Im Vorfeld von Trumps Befehl an die US-Marine hatte diese am Donnerstag einen zweiten Öltanker im Indischen Ozean beschlagnahmt. Das Schiff stand in Verbindung mit iranischen Öllieferungen, und seine Beschlagnahme erfolgte im Rahmen der umfassenderen Bestrebungen der Trump-Regierung, Teherans Exportrouten abzuschneiden und das Land von jenseits des Persischen Golfs mit Gewalt zu blockieren.

Laut dem Pentagon und Berichten von AP hat der Tanker den Namen M/T Tifani. Er wurde in der Bucht von Bengalen zwischen Indien und Südostasien von US-Streitkräften geentert – Berichten zufolge „ohne Zwischenfall.“ US-Regierungsvertreter behaupteten, der Öltanker sei zuvor wegen Schmuggels von iranischem Rohöl sanktioniert worden und habe iranisches Öl befördert, als dies schon verboten war.

Weiter hieß es, das Schiff sei unter der Flagge von Botswana gefahren, vom Pentagon aber als „staatenlos“ im Sinne der Verbotsregeln behandelt worden. Das Militär erklärte, es werde innerhalb weniger Tage entscheiden, ob das Schiff abgeschleppt oder in ein anderes Land überführt wird. Die Rechtfertigung der USA lautete zudem, die Aktion sei Teil einer globalen Kampagne gegen Schiffe mit Verbindungen nach Teheran. Das Pentagon warnte, es werde alle derartigen Schiffe international verfolgen.

Diese jüngste Operation ist auch deshalb von Bedeutung, weil sie zeigt, dass sich der Krieg über die unmittelbaren Gewässer um den Iran hinaus ausweitet. Genau wie bei der Versenkung eines unbewaffneten iranischen Marineschiffs vor der Küste von Sri Lanka am 4. März, bei der mindestens 87 Matrosen getötet wurden, dringen die USA bis in den Indischen Ozean vor, um Schiffe abzufangen, die angeblich in Verbindung mit dem Iran stehen.

Unter dem Deckmantel einer Kriegs-„Pause“ kombiniert das Weiße Haus Blockadetaktiken, Abfangaktionen und tödliche Marineoperationen, um den Griff um den Iran zu verstärken. Die Ankunft des Nimitz-Flugzeugträgers USS George H.W. Bush und seiner Begleitschiffe im Zuständigkeitsbereich des US Central Command, der die US-Militäroperationen im gesamten Nahen Osten umfasst, ist ebenfalls ein Aspekt dieser Strategie.

Die Anwesenheit eines dritten Flugzeugträgerverbands im oder in der Nähe des Kriegsgebiets zeigt, dass sich Trump auf längere kriegerische Operationen in der Region vorbereitet. Flugzeugträgerkampfgruppen gehören zu den mächtigsten Werkzeugen des US-Militärs, da sie Kampfflugzeuge, Überwachungstechnologie, Raketensysteme, Zerstörer und logistische Unterstützung mit sich bringen. Ihr Einsatz signalisiert die Bereitschaft zu anhaltenden Angriffen, zur Kontrolle der Meere und zur Eskalation in mehreren Bereichen.

Die Präsenz von drei Flugzeugträgerverbänden bedeutet eine Gewaltkonzentration, die den Iran und den gesamten Nahen Osten mit einer überwältigenden US-Seemacht umgibt. Die Stationierung der USS George H.W. Bush und ihrer Begleitschiffe ist Teil der Militäroperationen, die dem Befehl der Regierung zum Einsatz tödlicher Gewalt folgen werden.

Der vom Pentagon verkündete Rücktritt von Navy Secretary John Phelan am Mittwochnachmittag ist eines der deutlichsten Anzeichen dafür, dass der Krieg gegen den Iran scharfe Konflikte an der Spitze des US-Militärestablishments auslöst. Es wurde zwar kein offizieller Grund für Phelans Rücktritt angegeben, doch Berichte deuten auf Differenzen innerhalb der Regierung hin. Das Timing lässt stark vermuten, dass sich der Konflikt über die Kriegsführung verschärft.

Es ist nicht üblich, dass ein hochrangiger ziviler Beamter der Marine inmitten einer großen militärischen Eskalation zurücktritt. Die Entwicklung deutet auf eine Krise innerhalb der Trump-Regierung hin, die schwerwiegend genug ist, um die normale militärische Befehlskette zu unterbrechen.

Phelans erzwungener Rücktritt zeigt, dass der Krieg alles andere als glatt verläuft. Während die Trump-Regierung öffentlich Einigkeit demonstriert, deutet der Rücktritt auf eine schwere Krise wegen des illegalen Kriegs gegen den Iran hin. Der Rücktritt eines hohen Militärs inmitten eines Kriegs und einer Ausweitung von Marineoperationen ist ein Anzeichen für außergewöhnliche Instabilität und für die Wahrscheinlichkeit von Spannungen über die Führung des Feldzugs. Nur einen Monat zuvor war der Stabschef der US Army, Randy George, wiederum auf direkte Anweisung von Kriegsminister Pete Hegseth entlassen worden.

Die menschlichen Kosten des Kriegs gegen den Iran sind immens. Laut iranischen Behörden wurden bisher 3.468 Menschen getötet. Tausende von Toten in einer so kurzen Zeitspanne bedeuten eine umfassende Zerstörung der Infrastruktur, ziviles Leid und soziale Verwerfungen. Die Auswirkungen der Todesfälle und der Zerstörungen auf Gemeinden und die massive Destabilisierung des Landes werden dauerhafte Folgen haben.

Am Donnerstag trafen sich Vertreter des Libanon und Israels im Weißen Haus im Rahmen der laufenden Verhandlungen über den israelischen Einmarsch im Südlibanon und dessen Annexion. Berichten zufolge wurde die Waffenruhe im Libanon dabei um drei Wochen verlängert. Doch Israel hat wiederholt erklärt, es werde sich während der Verhandlungen nicht aus dem Süden des Libanon zurückziehen. Das beweist, dass diese Waffenruhe, ebenso wie die im Iran, nur für eine der Konfliktparteien gilt.

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