USA führen vor den Gesprächen in Katar Raketenangriffe auf den Iran durch

Dieses vom US-Zentralkommando zur Verfügung gestellte Bild zeigt eine F/A-18E Super Hornet, die sich am 2. März 2026, auf eine Landung auf der USS Abraham Lincoln vorbereitet. [AP Photo/U.S. Navy]

Das US-Militär flog am späten Montagabend neue Angriffe auf den Süden des Iran. Währenddessen trafen iranische Vertreter in Doha ein, um an Verhandlungen teilzunehmen, an denen katarische Vermittler unter der Leitung der Trump-Regierung beteiligt sind.

Die Angriffe wurden vom US-Zentralkommando (CENTCOM) als „defensiv“ bezeichnet, um „unsere Truppen vor Bedrohungen durch iranische Streitkräfte zu schützen“. Die US-Luftangriffe richteten sich Berichten zufolge gegen Raketenabschussrampen und Minenlegerboote in der Straße von Hormus.

Laut NBC News teilte das US-Militär mit, die Angriffe hätten Ziele in Bandar Abbas getroffen, dem wichtigsten iranischen Hafen und Marinestützpunkt in der Nähe der Meerenge.

Al Jazeera berichtet ebenfalls, dass die Angriffe den Süden des Iran getroffen haben, als zeitgleich hochrangige iranische Unterhändler zu Gesprächen in Katar eintrafen. Unter Berufung auf Marinekapitän Tim Hawkins heißt es in dem Bericht, die Ziele seien Einrichtungen und Boote gewesen, die mit Minenlegeoperationen in Verbindung stünden. The Hill berichtet zudem, dass in Bandar Abbas und in Küstengebieten nahe der Meerenge Explosionen zu hören waren.

Die neuen Angriffe wurden von CENTCOM-Sprecher Hawkins kommentiert. Demnach waren sie defensiver Natur, auch wenn keine Details oder Beweise für angebliche iranische Bedrohungen vorlegt wurden. Hawkins sagte: „Das US-Zentralkommando verteidigt weiterhin unsere Streitkräfte und übt dabei Zurückhaltung während des andauernden Waffenstillstands.“

Die Angriffe waren zweifellos zeitlich auf die Ankunft der iranischen Unterhändler in Doha abgestimmt. Mehreren Berichten zufolge gehören Außenminister Abbas Araghchi, Parlamentspräsident Mohammad-Bagher Ghalibaf und Zentralbankchef Abdolnaser zur iranischen Delegation.

Laut Berichten waren sie zu Gesprächen mit katarischen Vertretern vor Ort, die im Zusammenhang mit einem möglichen Abkommen zwischen den USA und dem Iran sowie der Freigabe iranischer Vermögenswerte und der Wiederöffnung der Straße von Hormus stehen.

Am Montagmorgen postete Trump auf Truth Social, die Verhandlungen verliefen „gut“. Der US-Präsident ergänzte aber die Drohung: „Es wird entweder ein großartiges Abkommen für alle sein oder gar kein Abkommen – zurück an die Front und zurück zum Schießen, aber größer und stärker als je zuvor – und das will niemand!“

Diese Abfolge folgt einem wiederkehrenden Muster, das das Weiße Haus unter Trump anwendet: Es führt völkerrechtwidrige militärische Aggressionen durch, während öffentlich von Verhandlungen gesprochen wird.

Die Rechtfertigungen für die Angriffe widersprechen zudem den Behauptungen von Trump, US-Kriegsminister Pete Hegseth und anderen hochrangigen Vertretern der Vereinigten Staaten, die 38-tägige Luftkampagne der USA und Israels hätte die militärische Macht des Iran geschwächt oder zerstört. Wie kann der Iran US-Streitkräfte in der Region bedrohen, wenn, wie Hegseth wiederholt behauptet hat, die Raketenkapazitäten des Iran rasch zerschlagen, „funktional besiegt“ und „zerstört“ wurden?

CNN berichtete kürzlich, dass nach Einschätzung des US-Geheimdienstes etwa die Hälfte der iranischen Raketenwerfer noch intakt sei, Tausende von Drohnen einsatzfähig sowie bedeutende Fähigkeiten bei Küstenabwehr-Marschflugkörpern weiterhin erhalten und somit funktionsfähig seien. Die New York Times berichtete später, dass der Iran immer noch Zugang zu den meisten seiner Raketenstellungen, Raketenwerfern und unterirdischen Anlagen habe, darunter 30 von 33 Stellungen entlang der Straße von Hormus.

Die New York Times berichtete zudem, ein namentlich nicht genannter US-Militärvertreter habe gesagt, iranische Boden-Luft-Raketen bedrohten fast zwei Dutzend Kriegsschiffe der US-Marine – darunter zwei Flugzeugträger und deren Begleitschiffe – im Golf von Oman und im Arabischen Meer, die an der Durchsetzung der Blockade gegen iranische Häfen beteiligt sind.

Diese Berichte zeigen, dass Washington das iranische Militär als eine Streitmacht mit echten Fähigkeiten zur Schiffsabwehr und Luftverteidigung betrachtet, auch wenn monatelang Propaganda das Gegenteil behauptete.

Katar vermittelt derzeit in der aktuellen Verhandlungsrunde mit Teheran über die Wiederöffnung der Straße von Hormus im Austausch gegen Sanktionserleichterungen und eine Einstellung der Feindseligkeiten. Die Gespräche werden vom Weißen Haus bislang so dargestellt, als liefen sie auf eine Einigung hinaus.

Die Trump-Regierung steht vor einer militärischen und politischen Krise, da sie ihr Ziel eines Regimewechsels nicht erreichen konnte, seitdem sie am 28. Februar den Krieg begonnen und mit Hilfe Israels die gesamte politische Führung des Iran getötet hat. Nachdem Trump zunächst behauptet hatte, der Krieg sei innerhalb weniger Tage vorbei, änderte er später seine Aussage und sagte, er werde „ziemlich schnell“ in vier bis sechs Wochen enden. Nichts davon ist eingetreten.

Der iranische Widerstand konnte durch den Krieg nicht gebrochen werden. Diese massive Fehleinschätzung führte zur Sperrung der Straße von Hormus. Die Folgen dieser Blockade für die Weltwirtschaft sind gravierend, da etwa ein Fünftel des weltweiten Öls durch die Meerenge fließt.

Die erneuten Bombardements im Süden des Iran zeigen, dass die Propaganda der Trump-Regierung über Verhandlungen untrennbar mit dem Einsatz militärischer Gewalt verbunden ist. Washington fordert weiterhin die Kapitulation, während die Vereinigten Staaten die nächste Phase eines imperialistischen Krieges vorbereitet, der die gesamte Region in Mitleidenschaft zieht.

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