USA nehmen Angriffe auf den Iran wieder auf – der globale Krieg eskaliert

Iraker inspizieren beschädigte Gebäude nach einem US-Luftangriff auf einen Stützpunkt der Volksmobilisierungskräfte in Mosul am 29. Juli 2026. [AP Photo/Farid Abdulwahed]

Nach einer fünftägigen Pause haben amerikanische Kampfflugzeuge am Donnerstagmorgen Ortszeit erneut Ziele im Iran angegriffen. Das stundenlange Bombardement, bei dem laut den iranischen Staatsmedien eine dreiköpfige Familie mit einem zweijährigen Kind auf der Insel Qeschm getötet wurde, wurde von Washington als Vergeltung für Teherans Angriffe auf US-Einrichtungen in Jordanien und Ägypten am Dienstag und Mittwoch dargestellt.

Im Vorfeld der US-Angriffe erklärte Präsident Donald Trump am Mittwoch im Weißen Haus im Stil eines Mafia-Killers, die USA würden „den Iran windelweich prügeln.“ Er fügte hinzu: „Wir werden hart zuschlagen, denn jetzt sind wir an der Reihe. Sie wissen, dass es kommt. Sie haben uns gebeten, es nicht zu tun.“

Die iranische Revolutionsgarde bekannte sich zu den Vergeltungsangriffen, die am Donnerstag gegen Militärstützpunkte in Kuwait, Jordanien und Bahrain – wo US-Militärkräfte stationiert sind – geführt wurden. Washington dementierte iranische Behauptungen, bei dem Angriff in Jordanien seien drei F-35-Kampfjets zerstört und drei weitere beschädigt worden. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt dieser Behauptungen ist das bürgerlich-klerikale Regime in Teheran eindeutig weiterhin in der Lage, US-Stützpunkte in der gesamten Region anzugreifen. Es behält zudem die Kontrolle über die wichtige Straße von Hormus, auf die vor dem Krieg etwa ein Fünftel des weltweiten Öltransports per Tanker entfiel.

Trump ordnete letzten Freitag eine Pause in den seit dreizehn Nächten andauernden US-Luftangriffen an – vor dem Hintergrund schwindender US-Munitionsbestände, insbesondere bei den Raketenabwehrsystemen. Doch die letzten Tage haben gezeigt, dass der US-Imperialismus und seine Verbündeten den Krieg weiterhin systematisch eskalieren. Am letzten Samstag attackierte die Ukraine erstmals ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer, wobei ein iranischer Seemann getötet wurde. Der Vorfall zeigt, wie der US/NATO-Krieg gegen Russland und der amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran rasch zu einem globalen Flächenbrand verschmelzen.

Die US-Angriffe auf den Iran erfolgten kurz nach dem ersten öffentlich angekündigten koordinierten Angriff Saudi-Arabiens und der USA auf die mit dem Iran verbündeten Milizen im Irak. Riads zunehmende Aggression folgt auf die Warnung der Huthi im Jemen Anfang letzten Monats, sie würden die Straße von Bab al-Mandab im Roten Meer blockieren, was ein erhebliches Risiko für die saudischen Energieexporte darstellt.

Die Volksmobilisierungskräfte, schiitische Milizen, die in die Sicherheitskräfte des Landes eingebunden wurden, meldeten zwanzig Todesopfer und über dreißig Verwundete infolge der Angriffe. Die Gruppe veröffentlichte eine Erklärung, in der sie die saudisch-amerikanischen Angriffe als „gefährliche Eskalation, Verstoß gegen die Souveränität des Irak und Angriff auf seine offiziellen Sicherheitsbehörden“ verurteilte.

Stunden später wurde ein im Besitz der USA befindliches Schiff mit Flüssiggas in der ägyptischen Hafenstadt Damietta von einer Drohne getroffen. Der Iran hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorfall bekannt, doch Trump machte ihn in einer Erklärung im Weißen Haus dafür verantwortlich. Es war der erste Angriff auf Ziele in Ägypten, seit die USA und Israel ihren illegalen Krieg im Februar begonnen haben.

Die Trump-Regierung bemüht sich außerdem, die europäischen imperialistischen Mächte in den Krieg hineinzuziehen. Laut einem Bericht von Politico hat sich US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am vergangenen Freitag zu Gesprächen mit seinem britischen Amtskollegen Wes Streeting und anderen hochrangigen Vertretern beider Regierungen getroffen, bei denen es um die Schaffung einer „defensiven“ Patrouillenmission in der Straße von Hormus unter Beteiligung der europäischen Mächte ging. Die Mission würde unter US-Führung stehen, und einige Schiffe wären für den Schutz ziviler Schiffe zuständig, andere würden zur Minenräumung eingesetzt.

Streeting und Hegseth führten am Montag Gespräche mit der französischen Verteidigungsministerin Catherine Vautrin über diesen Vorschlag und werden die Beratungen in dieser Woche mit Vertretern anderer europäischer Hauptstädte fortsetzen. Laut Politico zeigten sich europäische Regierungsvertreter zögerlich, sich auf ein „gefährliches“ Unterfangen „einzulassen“, nachdem Trump sie vor Beginn des Kriegs gegen den Iran nicht konsultiert hatte.

Die Einwände der europäischen Imperialisten haben nichts mit Opposition gegen militärische Gewalt zu tun. In den letzten eineinhalb Jahren haben sie sich zu den führenden Unterstützern und Geldgebern des Angriffskriegs gegen Russland entwickelt. Sie finanzierten und lieferten Langstreckenwaffen, mit denen die Ukraine Ziele weit hinter der Front im Inneren Russlands angegriffen hat. Die europäischen Regierungen, allen voran Deutschland, geben mehr als eine Billion Euro aus, um die Gesellschaft in einem Ausmaß aufzurüsten und zu militarisieren, wie es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr der Fall war. Berlin, Paris und London waren vor allem besorgt darüber, dass Trumps Krieg gegen den Iran den Krieg gegen Russland beeinträchtigen könnte, da er die Waffenbestände der USA erschöpft und Washingtons Aufmerksamkeit von den Bestrebungen ablenkt, Russland eine Niederlage zuzufügen und das Land auf den Status einer Halbkolonie zu degradieren.

Der ukrainische Raketenangriff im Kaspischen Meer am letzten Samstag hat die beiden Fronten des sich rasch verschärfenden Weltkriegs direkter miteinander verknüpft als je zuvor. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj besuchte nur wenige Tage später das Weiße Haus zu Beratungen mit Trump. Am gleichen Tag saß der US-Präsident im Oval Office mit dem Kriegsverbrecher Benjamin Netanjahu zusammen. Das völkermörderische israelische Regime, an dessen Spitze Netanjahu steht, führt an der Seite Washingtons Krieg gegen den Iran, während es seine blutigen Angriffe im Südlibanon, die illegale Besetzung von palästinensischem Land im Westjordanland sowie regelmäßige Angriffe auf den Gazastreifen fortsetzt, wo der Völkermord an den Palästinensern andauert.

Die Ereignisse der letzten Tage bestätigen uneingeschränkt die Einschätzung der World Socialist Web Site zum amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran. Sie veröffentlichte ihre erste Erklärung zu dem Krieg nur wenige Stunden nachdem Trump ihn ohne irgendeine demokratische Konsultation mitten in der Nacht angezettelt hatte. Darin schrieb die WSWS: „In Zukunft werden Historiker Trumps Angriff auf den Iran am 28. Februar 2026 mit Hitlers Einmarsch in Polen am 1. September 1939 vergleichen“ – ein Verbrechen, das den Beginn des Zweiten Weltkriegs markierte. Der Vorsitzende der internationalen Redaktion der WSWS, David North, schrieb weiter:

Er [Trump] hat die Vereinigten Staaten und die ganze Welt auf einen katastrophalen Kurs gebracht. Dieser Krieg wird weder die interne soziale Krise der amerikanischen Gesellschaft lösen, noch die anhaltende Verschlechterung der globalen Stellung des US-Kapitalismus aufhalten.

All diese Widersprüche, sowohl innenpolitischer als auch internationaler Natur, werden sich nur verschärfen. Der Krieg selbst wird unweigerlich eskalieren und den gesamten Planeten erfassen.

Kaum sechs Monate später hat der Krieg bereits den gesamten Nahen Osten erfasst. Jetzt verschmilzt er mit dem Krieg gegen Russland zu einer Konfliktzone, die einen Großteil der eurasischen Landmasse umfasst.

Der NATO-Krieg gegen Russland eskaliert ebenso gefährlich wie der Krieg gegen den Iran im Nahen Osten. Die NATO reagierte am Donnerstag aggressiv auf die Meldung, dass in den frühen Morgenstunden eine Rakete in polnisches Staatsgebiet eingedrungen, in einem unbewohnten Gebiet abgestürzt ist und einen zehn Meter breiten Krater hinterlassen hat. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärte, Warschau sei „bereit gewesen, die Rakete abzuschießen, falls sie ihren Flug fortgesetzt hätte. Es deutet alles darauf hin, dass es sich um einen russischen Marschflugkörper des Typs KH 101 handelt.“ Russland griff zu dem Zeitpunkt Ziele in der Ukraine an, darunter Gebiete nahe der Grenzstadt Lwiw. Berichten zufolge wurden landesweit acht Menschen getötet. Die Rakete in Polen forderte weder Todesopfer, noch führte sie zu Schäden an Gebäuden.

Das NATO-Oberkommando bestätigte, dass es zusammen mit Polen seine Luftabwehrsysteme aktiviert habe. Der Präsident des Europäischen Rats, Antonio Costa, verurteilte Russlands „Aggression“ und bezeichnete sie als „Bedrohung für die Sicherheit Europas als Ganzes.“

Dieser Aufschrei der Empörung ist völlig heuchlerisch, da sich die NATO-Mächte praktisch im Krieg mit Russland befinden. In den letzten Monaten hat das rechtsextreme Regime in Kiew zahlreiche Angriffe mit Langstreckendrohnen und Raketen auf Ölraffinerien und Wohngebäude in ganz Russland verübt, die mit Milliarden Euro zusätzlicher Mittel von den europäischen Imperialisten bezahlt wurden. Zahlreiche Arbeiter starben in den letzten Wochen bei Angriffen auf die Versandzentren des Onlinehändlers Wildberries.

Die herrschenden Klassen aller NATO-Staaten haben den Krieg als Folge der „russischen Aggression“ gegen den Kampf der Ukraine für „Demokratie“ dargestellt. Das diente ihnen dazu, zu verschleiern, dass es sich von Anfang an um einen räuberischen Krieg handelte, in dem es um die Kontrolle über Rohstoffe und billige Arbeitskräfte sowie geostrategischen Einfluss geht. Russlands Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 war eine reaktionäre Reaktion von Putins kapitalistisch-restaurativem Regime in Moskau. Er war allerdings auch eine Reaktion auf drei Jahrzehnte NATO-Osterweiterung und den vom Westen unterstützten Putsch in Kiew im Jahr 2014, der die Ukraine unter die direkte Kontrolle der imperialistischen Mächte bringen sollte.

Um die gleichen imperialistischen Ziele geht es auch im Nahen Osten. Die Widersprüche des kapitalistischen Systems – zwischen globalisierter Produktion und der Aufteilung der Welt in Nationalstaaten, und zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion und dem Privateigentum an den Produktionsmitteln – verschärfen die Gegensätze zwischen den Großmächten und treiben den Weltkrieg voran.

Um dieses Abgleiten in die Barbarei aufzuhalten, muss die internationale Arbeiterklasse auf der Grundlage des Programms der sozialistischen Weltrevolution politisch mobilisiert werden. Sie muss dem imperialistischen Krieg und seiner Ursache, dem kapitalistischen Profitsystem, ein Ende bereiten.

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