Parallel zu dem verbrecherischen Krieg gegen den Iran führt die amerikanische herrschende Klasse einen Krieg gegen die Arbeiter im eigenen Land. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten hat im Februar 92.000 Arbeitsplätze verloren, wie die Statistikbehörde des US-Arbeitsministeriums am 5. März meldete. Die Arbeitslosenquote beträgt 4,4 Prozent.
Die Erwartungen eines Beschäftigungswachstums haben sich nicht erfüllt, im Gegenteil, die aktuellen Zahlen zeigen die dritte Schrumpfung innerhalb von fünf Monaten. Seit April 2025 hat die US-Wirtschaft unter dem Strich Arbeitsplätze verloren. Die von den großen Unternehmen angekündigten Entlassungen sind so hoch wie nie zuvor außerhalb einer Rezession.
Die Unternehmen in den USA kündigten 2025 mehr als 1,2 Millionen Stellenstreichungen an, wie aus den Zahlen von Challenger, Gray & Christmas hervorgeht – einer Unternehmensberatungsfirma für Stellenvermittlungen nach Entlassungen, die seit 1989 monatlich entsprechende Statistiken veröffentlicht. Laut ihren Angaben ist dies die höchste Gesamtzahl, die sie jemals außerhalb einer offiziellen Rezession bzw. seit Beginn der Pandemie erfasst hat. Die Ankündigungen von Neueinstellungen brachen im vergangenen Monat um 55 Prozent ein und sind auf den niedrigsten Stand seit 2010 gefallen.
Das Ausmaß des Stellenabbaus ist gewaltig. Oracle plant, bis zu 30.000 Beschäftigte zu entlassen, Amazon hat seit Oktober 30.000 Stellen im Verwaltungs- und Büropersonal gestrichen, und UPS führt Zehntausende von Entlassungen durch, nachdem im vergangenen Jahr bereits 48.000 Stellen weggefallen sind. Block, die Muttergesellschaft von Square, entließ an einem einzigen Tag nahezu die Hälfte der Belegschaft.
Die Trump-Regierung drängte allein im vergangenen Jahr 317.000 Bundesbedienstete aus dem Staatsdienst. Sozialprogramme, auf die Dutzende Millionen angewiesen sind, werden rigoros zusammengestrichen. Dies betrifft insbesondere die staatlichen Gesundheitsprogramme (Medicaid für Menschen mit geringem Einkommen; Medicare für Ältere ab 65 Jahren) und SNAP, ein staatliches Programm, unter dem Bedürftige Gutscheine zum Kauf von Lebensmitteln erhalten.
Und dies ist erst der Anfang. Künstliche Intelligenz wird eingesetzt, um Arbeitsplätze in enormem Ausmaß zu vernichten. Der KI-Chef von Microsoft sagt voraus, dass „die meisten, wenn nicht alle beruflichen Tätigkeiten“ innerhalb von 18 Monaten automatisiert würden. Die internen Pläne von Amazon sehen vor, 75 Prozent der Lagerhausprozesse zu automatisieren, wodurch in den nächsten Jahren 600.000 Arbeitsplätze überflüssig würden.
Die Mittel, die der Arbeiterklasse genommen werden, sollen für zwei Zwecke genutzt werden: die weitere Bereicherung der ohnehin im Geld schwimmenden Oligarchie und die Finanzierung imperialistischer Kriege. Die Vereinigten Staaten haben in den ersten Tagen der Bombardierung des Iran bereits rund 3,7 Milliarden Dollar ausgegeben. Die Regierung Trump plant einen Militärhaushalt von 1,5 Billionen Dollar. Dies wäre ein Anstieg um 50 Prozent gegenüber dem bereits jetzt größten Militärhaushalt der Geschichte.
Gleichzeitig hat die Schließung der Straße von Hormus – der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, durch die ein erheblicher Teil des Welthandels mit Erdöl verläuft – die Ölpreise innerhalb einer Woche um 35 Prozent in die Höhe getrieben, was die globalen Lieferketten schwer belastet und das Gespenst einer wirtschaftlichen Stagnation bei gleichzeitiger Inflation heraufbeschwört. Die Kosten dafür werden der Arbeiterklasse in Form von Preiserhöhungen aufgebürdet.
Die Krise ist global. Allein in Deutschland sind seit 2019 mehr als 250.000 Industriearbeitsplätze verschwunden. Die hohen Energiepreise – angetrieben durch den Krieg der NATO gegen Russland in der Ukraine – haben die europäische Industrie schwer getroffen. Dieselben Regierungen, die diesen Stellvertreterkrieg unterstützen, schicken nun Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe in den Nahen Osten, um den US-Angriff auf den Iran zu unterstützen.
Der Krieg gegen den Iran hat sofort Widerstand ausgelöst. Umfragen und Demonstrationen zeigen, dass er unter Arbeitern und Jugendlichen auf große Ablehnung stößt – in den USA auch bei vielen, die früher Trump unterstützt haben.
Dieser Widerstand findet innerhalb des politischen Establishments keinerlei Ausdruck. Im Kongress unterstützen beide Parteien, Demokraten wie Republikaner, die Ziele des Kriegs und die massive Ausweitung der Militärausgaben. In den Medien beschränkt sich die Debatte auf Fragen der Strategie und Wirksamkeit, nicht auf die Legitimität des Kriegs selbst.
Der Gewerkschaftsapparat unternimmt absolut nichts, um Widerstand gegen das Arbeitsplatzmassaker in den USA zu organisieren. Die Gewerkschaften haben weder im öffentlichen Dienst noch in der Autoindustrie auch nur einen Finger gerührt, um ihre Mitglieder gegen Entlassungen und Betriebsschließungen zu mobilisieren. Auf die erste Streikwelle in diesem Jahr – zum Beispiel die Arbeitsniederlegungen von Pflegekräften in New York und an der Westküste – haben sie reagiert, indem sie diese Kämpfe systematisch voneinander isolierten, um die Entwicklung eines breiteren Widerstands zu verhindern.
Weder der Gewerkschaftsdachverband AFL-CIO noch eine Einzelgewerkschaft hat sich gegen den Angriff auf den Iran ausgesprochen. Ihr Schweigen spiegelt die soziale Funktion der Gewerkschaftsbürokratie wider: den Klassenkampf zu unterdrücken und die Interessen der Konzerne und des kapitalistischen Staates durchzusetzen.
Nur wenige Wochen vor Beginn der Bombardierungen schloss die United Steelworkers (eine große Gewerkschaft in der Stahl-, Energie- und Chemieindustrie) einen miserablen Tarifvertrag für Zehntausende Raffineriebeschäftigte ab, der eine ununterbrochene Energieproduktion und den weiteren Profitfluss während der Kriegseskalation garantiert.
Die Internationale Arbeiterallianz der Aktionskomitees (IWA-RFC) tritt dafür ein, in allen Branchen Basiskomitees zu gründen, die unabhängig vom Gewerkschaftsapparat sind, um eine koordinierte Offensive gegen das Arbeitsplatzmassaker zu organisieren. Die Verteidigung der Arbeitsplätze ist untrennbar mit dem Kampf gegen imperialistischen Krieg verbunden.
Die Arbeiterklasse ist die entscheidende soziale Kraft, die den Krieg stoppen kann. Die katastrophalen wirtschaftlichen Folgen des Kriegs sowie der Zusammenhang zwischen ihm und den Diktaturvorbereitungen in den USA selbst werden Millionen die Notwendigkeit vor Augen führen, ein Ende des Kriegs zu erzwingen, die US-Kriegsmaschine zu demontieren und die Regierung Trump zu stürzen. Diese Erkenntnis muss in eine organisierte, politisch bewusste Massenbewegung der Arbeiterklasse münden.
Die Arbeiterklasse muss dem Krieg mit den Methoden des Klassenkampfs entgegentreten. Koordinierte Arbeitsniederlegungen in Häfen, der Transport- und Logistikbranche, in Raffinerien, Eisenbahnnetzen und militärischen Lieferketten würden direkt die Abläufe unterbrechen, die den Krieg aufrechterhalten. Die jüngsten Proteste von Hafenarbeitern im Mittelmeerraum, die sich weigern, Militärgüter zu verladen, zeigen das Potenzial solcher Aktionen.
Die gewaltigen Ressourcen, die gegenwärtig in den Militarismus geleitet werden, müssen stattdessen dazu verwendet werden, dringende soziale Bedürfnisse zu befriedigen. Der vorgeschlagene Militärhaushalt von mehr als 1 Billion Dollar sollte gestrichen und die Mittel stattdessen genutzt werden, um Arbeitsplätze zu schaffen und Wohnraum, Bildung und Gesundheitsversorgung zu finanzieren. Die Einwanderungs- und Zollbehörde ICE und andere an der inneren Repression beteiligte Behörden müssen aufgelöst werden.
Die Logik einer solchen Bewegung führt zu einem Generalstreik, der Jugendliche und fortschrittliche Teile der Mittelschichten mit sich reißen würde.
Eine solche Bewegung kann nicht über den bestehenden Gewerkschaftsapparat geschaffen werden. Die Internationale Arbeiterallianz der Aktionskomitees (IWA-RFC) fördert und unterstützt den Aufbau von Basiskomitees in Betrieben, Schulen und Stadtvierteln, die demokratisch von den Beschäftigten selbst kontrolliert werden. Diese Organisationen müssen der Gewerkschaftsbürokratie, die seit Jahrzehnten den US-Imperialismus unterstützt, die Initiative aus der Hand nehmen.
Vor allem muss der Kampf gegen den Krieg auf internationaler Grundlage geführt werden. Arbeiterinnen und Arbeiter in den Vereinigten Staaten haben weitaus mehr mit den Beschäftigten im Iran und im gesamten Nahen Osten gemein als mit den Milliardären und Politikern, die vom Krieg profitieren.
Der wachsende Widerstand gegen den Krieg muss in eine bewusste politische Bewegung der Arbeiterklasse gegen das kapitalistische System verwandelt werden, der Quelle von Krieg, Austerität und Diktatur. Wenn die Arbeiterklasse ihre enorme gesellschaftliche Kraft einsetzt, kann sie den Krieg stoppen und den Weg für eine sozialistische Umgestaltung der Gesellschaft eröffnen, die sich an den Bedürfnissen der Mehrheit und nicht am privaten Profit orientiert.
