Perspektive

Trump entsendet Kriegsschiffe in die Straße von Hormus und verschärft den Krieg gegen den Iran

Frachtschiffe, darunter Massengutfrachter und Stückgutschiffe, liegen vor der Küste vor Anker, in der Straße von Hormus vor Bandar Abbas, Iran, 4. Mai 2026. [AP Photo/Amirhosein Khorgooi/ISNA ]

Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, das US-Militär werde die Handelsschifffahrt durch die Straße von Hormus „begleiten“, bedeutet eine erhebliche Eskalation in diesem verbrecherischen Angriffskrieg. Die World Socialist Web Site ruft die Arbeiter in den Vereinigten Staaten und weltweit auf, einzugreifen und zu fordern: US-Truppen raus aus dem Nahen Osten! Der US-israelische Krieg gegen den Iran, der die ganze Welt mit einer Katastrophe bedroht, muss bedingungslos beendet werden.

Laut US-Zentralkommando wird „Project Freedom“ den Einsatz von Lenkwaffenzerstörern, mehr als 100 Flugzeugen und rund 15.000 Soldaten umfassen. Nur wenige Stunden nach Trumps Erklärung begann der fragile Waffenstillstand zu bröckeln, der am 7. April die sechswöchigen brutalen, von den USA angeführten Bombardements gegen iranische Städte unterbrochen hatte.

Trump behauptet, US-Streitkräfte hätten sieben iranische Kleinboote zerstört, während die Vereinigten Arabischen Emirate melden, am Montag seien 15 Drohnen und vier Raketen aus dem Iran auf ihr Territorium abgefeuert worden. Das Korps der Iranischen Revolutionsgarden gab an, „Warnschüsse“ auf US-Zerstörer abgefeuert zu haben, die sich der Meerenge näherten.

Die Straße von Hormus – durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung fließt – lässt sich nicht einfach durch die Begleitung von Tankern mit Kriegsschiffen „sichern“. Trump gefährdet rücksichtslos das Leben tausender amerikanischer Matrosen und Flieger, indem er sie an dieser Engstelle in die Schusslinie bringt – denn der Iran hat weiterhin die Möglichkeit, den Verkehr mit Drohnen, Raketen und kleinen Kriegsschiffen zu stören. Es geht Trump nicht darum, den „Handel zu schützen“, sondern die Voraussetzungen für eine Provokation zu schaffen. Jeder Zusammenstoß kann als Vorwand für eine neue Phase imperialistischer Barbarei herangezogen werden.

Trumps Eskalation folgt direkt auf das Scheitern des Krieges, der seine Ziele nicht erreicht hat. Washington hat diesen Krieg in der Annahme begonnen, dass der Iran schnell zur Unterwerfung gezwungen werden könnte, dass seine staatlichen Strukturen unter Enthauptungsschlägen und Massenbombardements zerbrechen würden und dass die US-Kontrolle über den Persischen Golf ohne größere Störungen durchgesetzt werden könnte. Der Iran hat jedoch nicht kapituliert, und die Meerenge bleibt umkämpft.

Am Freitag erklärte Trump in der Sprache eines Gangsters, dass die Vereinigten Staaten, sollte der Iran keinen „Deal machen“, „hingehen und sie einfach in Grund und Boden pusten und für immer erledigen“ würden. Solche Aussagen zeigen die Logik der derzeitigen Eskalation: es handelt sich um einen Vernichtungskrieg. Sobald die Entscheidung gefallen ist, einen illegalen Krieg um die Kontrolle des strategischen Engpass zu führen, entwickelt sich eine Eigendynamik, die den Druck zur Eskalation mit sich bringt.

Nichts ist auszuschließen, auch nicht der Einsatz von Atomwaffen. Ihr Einsatz würde ein Massaker in beispiellosem Ausmaß bedeuten. Damit verbunden ist die Gefahr einer dauerhaften Verstrahlung und ökologischen Katastrophe im gesamten Persischen Golf – der Einsatz von Nuklearwaffen würde Luft und Wasser vergiften, die von Entsalzungsanlagen abhängigen Bevölkerungsgruppen der Region bedrohen und eine kritische Energieinfrastruktur kontaminieren. Dies würde globale Folgen nach sich ziehen – einen größeren Krieg anheizen, den Welthandel und die Lieferketten zerreißen und die Menschheit an den Rand eines Abgrunds treiben.

Das ist nicht einfach eine Folge von „schlechten politischen“ Entscheidungen oder das Ergebnis einer rücksichtslosen Regierung. Die Entwicklung hat ihre Wurzeln in den unlösbaren Widersprüchen des amerikanischen Imperialismus selbst. Seit 35 Jahren besteht das zentrale Projekt der amerikanischen Außenpolitik darin, den langsamen Verfall wirtschaftlicher Vorherrschaft durch den Einsatz militärischer Gewalt auszugleichen. Unter diesen Umständen nimmt der Militarismus für die herrschende Klasse einen zunehmend existenziellen Charakter an: Ein Rückzug bedroht die Glaubwürdigkeit der globalen US-Macht, während eine Eskalation die Katastrophe heraufbeschwört.

Die Folgen dieser Eskalation treffen zuerst und am härtesten die Arbeiterklasse – im Iran und im Nahen Osten, in den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt. Der Krieg hat Schätzungen zufolge bereits fast 50 Milliarden Dollar verschlungen. Die Regierung verweist derweil bei allen sozialen Bedarfen auf Geldmangel. Dieselbe Regierung, die unbegrenzte Mittel für Raketen und Zerstörer fordert, konnte nicht einmal einen Bruchteil davon aufbringen, um den Zusammenbruch von Spirit Airlines zu verhindern, wodurch 17.000 Arbeiter ihren Job verloren haben, als die durch den Krieg getriebenen Treibstoffkosten in die Höhe schossen.

Die Unterbrechung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus hat die Ölpreise auf über 110 Dollar pro Barrel getrieben und der ohnehin schon fragilen Weltwirtschaft einen neuen Schock versetzt. Fluggesellschaften in Europa und Nordamerika reduzieren ihre Kapazitäten und streichen Zehntausende Flüge, was direkt zu Entlassungen, Arbeitszeitverkürzungen und verstärkter Ausbeutung von Piloten, Flugbegleitern, Bodenpersonal und Wartungsarbeitern führt. Gleichzeitig sind Zehntausende Seeleute inmitten der Angriffsgefahr praktisch im Golf gefangen.

Höhere Energiekosten wirken sich auf jede Lieferkette aus – sie erhöhen Transport- und Importkosten, beschleunigen die Inflation und treiben die Preise für Lebensmittel und Grundbedarfsgüter in die Höhe. Diese Krise ist im wahrsten Sinne des Wortes global: Störungen beim Transport wichtiger Nahrungsmittelrohstoffe und Düngemittel durch die Region führen bereits zu massiver Verarmung, zunehmendem Hunger und der Gefahr einer Hungersnot für Millionen Menschen in den ärmsten Ländern. Sie müssen für einen Krieg bezahlen, der im Interesse der imperialistischen Mächte und der Finanzoligarchie geführt wird.

Zwar gibt es erbitterte Konflikte innerhalb der herrschenden Klasse in den Vereinigten Staaten, doch diese beziehen sich ausschließlich auf taktische Fragen. Einigkeit herrscht über das Ziel eines Regimewechsels im Iran und der imperialistischen Vorherrschaft der USA über den Nahen Osten. Die Redaktion der New York Times, die für die Demokratische Partei spricht, erklärte letzten Monat, es sei ein „Fehler für jeden Amerikaner, einschließlich der Kritiker von Herrn Trump, darauf zu hoffen, dass dieses Land scheitert“.

Die Demokratische Partei fungiert als Partner bei der Durchsetzung imperialistischer Politik. Dazu gehören auch prominente Persönlichkeiten, die mit dem sogenannten linken Flügel der Demokratischen Partei in Verbindung stehen, darunter Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez, sowie die Gewerkschaftsbürokratie. Der Gewerkschaftsapparat veranstaltete „May Day Strong“-Events, bei denen der Krieg gegen den Iran nicht erwähnt wurde, um die wachsende Opposition innerhalb der Arbeiterklasse im Zaum zu halten.

Der entscheidende Faktor ist das Eingreifen der Arbeiterklasse. Nur die unabhängige Mobilisierung der Arbeiterklasse, die auch als Klasse auftritt und sich grenzüberschreitend vereint, kann den Kriegskurs stoppen, den Abstieg in einen größeren Flächenbrand verhindern und sich der sozialen Konterrevolution widersetzen, die mit dem Militarismus im Ausland sowie mit Unterdrückung und Sparpolitik im Inland einhergeht.

Die internationale Arbeiterklasse wird durch den Krieg und seine Folgen bereits in den Kampf getrieben. Bei der Eröffnung des internationalen Online-Mayday am Freitag wies David North, Chefredakteur der WSWS, darauf hin, dass im ersten Quartal 2026 allein in acht europäischen Ländern etwa 458 Streiks verzeichnet wurden – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2025. In den USA schlossen sich im März über 8 Millionen Menschen den „No Kings“-Demonstrationen gegen Trumps Errichtung einer faschistischen Diktatur an.

„Die gleichen Widersprüche, die 1914 zum Ersten Weltkrieg führten, führten 1917 zur sozialistischen Revolution in Russland“, erklärte North. „Die gleiche historische Dynamik ist heute am Werk. Die globale Krise des Kapitalismus, die dem Ausbruch imperialistischer Gewalt zugrunde liegt, bereitet auch die Explosion des revolutionären Kampfes der internationalen Arbeiterklasse vor.“

Die World Socialist Web Site ruft Arbeiter in den USA und weltweit dazu auf, diese Forderungen zu stellen: Stoppt den Krieg gegen den Iran! Abzug aller US-Truppen aus dem Nahen Osten! Enteignet die Kriegsgewinne und nutzt sie, um Arbeitsplätze, Löhne, Sozialleistungen und Sozialprogramme zu sichern! Verteidigt die demokratischen Rechte! Baut eine unabhängige Bewegung der Arbeiterklasse gegen Krieg und Diktatur auf – international in ihrer Reichweite und sozialistisch in ihrem Programm!

Wir fordern die Arbeiterinnen und Arbeiter auf, in ihren Betrieben und Wohnorten Versammlungen einzuberufen. Diskutiert, was gerade passiert und was getan werden muss. Brecht mit der Demokratischen Partei und allen Versuchen, den Widerstand den Institutionen des kapitalistischen Staates unterzuordnen. Bildet Aktionskomitees und vernetzt euch international mit anderen Arbeitern.

Diese Forderungen können nur im Rahmen einer umfassenderen Perspektive verwirklicht werden – einer Perspektive, die davon ausgeht, dass Krieg ein Produkt des Kapitalismus selbst ist. Der Kampf gegen den Krieg ist untrennbar mit dem Kampf für den Sozialismus verbunden: Für eine Neuordnung des Wirtschaftslebens auf der Grundlage menschlicher Bedürfnisse statt Profit und für die Errichtung einer demokratischen Kontrolle der Arbeiterklasse über die riesigen Ressourcen der Gesellschaft.

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