Militärausgaben steigen weltweit auf Rekordwert von 2,887 Billionen Dollar

Die weltweiten Militärausgaben erreichten 2025 einen Rekordwert von 2,887 Billionen Dollar – den höchsten jemals verzeichneten Stand und das elfte Wachstumsjahr in Folge, wie das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut (SIPRI) am Montag berichtete.

Der Anstieg der Militärausgaben erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Trump-Regierung weltweit Kriege führt, von Venezuela bis zum Iran. Gleichzeitig treiben die europäischen imperialistischen Mächte und Japan eine massive Aufrüstung voran, gepaart mit einem systematischen Angriff auf die Sozialausgaben.

Die Vereinigten Staaten blieben mit Militärausgaben von 954 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 der Staat, der weltweit am meisten für Rüstung ausgibt. Die Vereinigten Staaten stehen damit für ein Drittel der weltweiten Militärausgaben.

US-Kampfjets des Typs F-35 auf dem Rollfeld des Flughafens José Aponte de la Torre in Ceiba, Puerto Rico, 3. Januar 2026 (AP Photo/Alejandro Granadillo)

„Die vom US-Kongress für 2026 genehmigten Ausgaben sind auf über 1 Billion US-Dollar gestiegen, was einen erheblichen Anstieg gegenüber 2025 darstellt, und könnten 2027 weiter auf 1,5 Billionen US-Dollar steigen, wenn der jüngste Haushaltsplan von Präsident Trump angenommen wird“, sagte Nan Tian, Programmdirektorin für Militärausgaben bei SIPRI.

Die Trump-Regierung legte diesen Haushaltsplan am 2. April vor, woraufhin das Pentagon am 21. April die detaillierte Aufschlüsselung veröffentlichte: ein Verteidigungsetat von 1,5 Billionen US-Dollar für das Haushaltsjahr 2027, der größte Verteidigungshaushalt in einem einzelnen Jahr in der Geschichte der USA und eine Steigerung um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kriegsminister Pete Hegseth sagte, damit werde man „die militärische Dominanz der USA für die kommenden Jahrzehnte ausbauen“ und das ermöglichen, was US-Präsident Donald Trump als „Armee der Träume“ bezeichnet hat.

Das Paket sieht 17,5 Milliarden Dollar für das Raketenabwehrprogramm „Golden Dome“ vor, 65,8 Milliarden Dollar für den Schiffbau, 71,2 Milliarden Dollar für die Space Force und etwa 74 Milliarden Dollar für Drohnen und Anti-Drohnen-Systeme.

Vorangegangen ist allein in diesem Jahr die US-Bombardements gegen Venezuela und die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar, der laufende Krieg gegen den Iran – der derzeit unter einem fragilen Waffenstillstand steht, während die Straße von Hormus weiterhin von den USA blockiert wird – sowie die fortgesetzte Waffenlieferung für den Völkermord Israels im Gazastreifen.

Die im Dezember veröffentlichte Nationale Sicherheitsstrategie 2025 der Regierung erklärt, dass „die Verhinderung eines Konflikts um Taiwan, idealerweise durch die Aufrechterhaltung militärischer Überlegenheit, eine Priorität ist“. Das Dokument verspricht, „die amerikanische Vorherrschaft in der westlichen Hemisphäre wiederherzustellen“, während „Konkurrenten außerhalb der Hemisphäre die Möglichkeit verwehrt wird, Streitkräfte oder andere bedrohliche Kapazitäten“ in der Region zu stationieren.

Im Dezember unterzeichnete Trump eine Bestimmung des National Defense Authorization Act, womit die automatische Registrierung aller Männer in den Vereinigten Staaten im Alter von 18 bis 26 Jahren für das Selective Service System vorgesehen ist. Damit wird eine Voraussetzung für eine künftige Wehrpflicht geschaffen. Die automatische Registrierung tritt im Dezember 2026 in Kraft.

Die Demokratische Fraktion im Kongress hat jeden National Defense Authorization Act des vergangenen Jahrzehnts unterstützt und auch diesmal signalisiert, dass sie den Haushaltsplan der Trump-Regierung in Höhe von 1,5 Billionen Dollar nicht blockieren wird.

Die europäischen imperialistischen Mächte zusammen erreichten fast das Niveau der USA, da die Ausgaben im Zuge einer massiven Aufrüstungswelle um 14 Prozent auf 864 Milliarden US-Dollar gestiegen sind. SIPRI bezeichnete dies als den stärksten jährlichen Anstieg der Rüstungsausgaben in Mittel- und Westeuropa seit dem Ende des Kalten Krieges. Asien und Ozeanien verzeichneten einen Anstieg um 8,1 Prozent auf 681 Milliarden US-Dollar, den größten jährlichen Anstieg in der Region seit 2009.

„Die weltweiten Militärausgaben stiegen 2025 erneut an, da die Staaten auf ein weiteres Jahr voller Kriege, Unsicherheit und geopolitischer Umwälzungen mit groß angelegten Aufrüstungskampagnen reagierten“, sagte Xiao Liang, Forscher im SIPRI-Programm für Militärausgaben und Rüstungsproduktion. „Angesichts der Vielzahl aktueller Krisen sowie der langfristigen Militärausgabenziele vieler Staaten wird sich dieses Wachstum wahrscheinlich bis 2026 und darüber hinaus fortsetzen.“

Die 29 NATO-Mitglieder in Europa gaben im Jahr 2025 zusammen 559 Milliarden US-Dollar aus. 23 der 32 NATO-Mitglieder erreichten oder übertrafen die Schwelle des Bündnisses von 2 Prozent des BIP. Im Juni 2025 einigte sich das Bündnis darauf, dieses Ziel bis 2035 auf 5 Prozent des BIP anzuheben. Die Militärausgaben Belgiens stiegen innerhalb eines Jahres um 59 Prozent, die Spaniens um 50 Prozent, die Norwegens um 49 Prozent, die Dänemarks um 46 Prozent, die Polens um 23 Prozent und die Kanadas um 23 Prozent.

„Im Jahr 2025 stiegen die Militärausgaben der europäischen NATO-Mitglieder so schnell wie nie zuvor seit 1953“, sagte Jade Guiberteau Ricard, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei SIPRI.

Deutschland war das Land mit den größte Militärausgaben in Europa und erhöhte sein Budget um 24 Prozent auf 114 Milliarden US-Dollar – das dritte Jahr in Folge mit zweistelligen Zuwächsen und nun das viertgrößte Militärbudget der Welt. Der deutsche Militärhaushalt stieg auf 2,3 Prozent des BIP und überschritt damit erstmals seit 1990 die 2-Prozent-Schwelle. Berlin hat sich verpflichtet, bis 2029 3,5 Prozent zu erreichen, wobei alle Militärausgaben über 1 Prozent des BIP von der verfassungsmäßigen Schuldenbremse ausgenommen sind.

Am 22. April stellten der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius und der Generalinspekteur der Bundeswehr Carsten Breuer die erste umfassende Militärstrategie der Bundeswehr in der Geschichte der deutschen Nachkriegszeit vor. Das Dokument erklärt das Ziel, „die stärkste konventionelle Armee Europas“ aufzubauen, die Bundeswehr auf 460.000 aktive Soldaten und Reservisten zu erweitern, eine ständige Kampfbrigade in Litauen zu stationieren, „Staat, Wirtschaft und Gesellschaft“ für die „totale Verteidigung“ neu zu organisieren und die Wiedereinführung der Wehrpflicht vorzubereiten.

In einer Rede vor Industriellen auf der Hannover Messe sagte Pistorius, eine starke Industrie sei zwingende Voraussetzung für die Verteidigung von Demokratie und Sicherheit. Es handelt sich um das größte deutsche Aufrüstungsprogramm seit dem Zweiten Weltkrieg.

Die Ukraine gab im Jahr 2025 84,1 Milliarden US-Dollar für ihr Militär aus – 40 Prozent ihres BIP und 63 Prozent aller Staatsausgaben, der weltweit höchste Anteil im vierten Jahr in Folge. Russland gab 190 Milliarden US-Dollar aus, was 7,5 Prozent seines BIP entspricht.

„Im Jahr 2025 erreichten die Militärausgaben als Anteil der Staatsausgaben sowohl in Russland als auch in der Ukraine den höchsten jemals verzeichneten Stand“, sagte Lorenzo Scarazzato, ein SIPRI-Forscher. „Ihre Ausgaben dürften 2026 weiter steigen, wenn der Krieg andauert.“

China gab schätzungsweise 336 Milliarden US-Dollar aus. Japans Ausgaben stiegen um 9,7 Prozent auf 62,2 Milliarden US-Dollar und erreichten 1,4 Prozent des BIP – den höchsten Anteil seit 1958. Taiwans Militärausgaben stiegen um 14 Prozent auf 18,2 Milliarden US-Dollar, der größte jährliche Anstieg seit mindestens 1988, nachdem Trump von der Insel verlangt hatte, ihre Ausgaben auf 10 Prozent des BIP zu erhöhen.

„US-Verbündete in Asien und Ozeanien wie Australien, Japan und die Philippinen geben mehr für ihr Militär aus, nicht nur aufgrund langjähriger regionaler Spannungen, sondern auch wegen der wachsenden Unsicherheit hinsichtlich der Unterstützung durch die USA“, sagte Diego Lopes da Silva, ein leitender SIPRI-Forscher.

Am 21. April hob die extrem rechte Regierung der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi Japans Exportverbot für tödliche Waffen auf – eine der drastischsten Abweichungen vom nach dem Krieg unter US-Besatzung etablierten Verfassungsrahmen, der angeblich die Wiederbelebung des japanischen Militarismus verhindern soll. Mitsubishi Heavy Industries, Kawasaki Heavy Industries und andere japanische Rüstungsunternehmen dürfen nun Waffen an 17 Länder verkaufen.

Takaichi hat Japans Zusage, die Militärausgaben auf 2 Prozent des BIP zu erhöhen, beschleunigt und eine umfassende Überarbeitung der nationalen Sicherheits- und Verteidigungsstrategien des Landes angeordnet. Sie strebt Verfassungsänderungen an, die Artikel 9, die sogenannte Pazifismusklausel, aushöhlen würden. Das japanische Militär hat damit begonnen, Langstrecken-Raketen in Reichweite des chinesischen Festlands entlang der Ryukyu-Inselkette zu stationieren, und positioniert Boden-Luft-Raketeneinheiten auf Yonaguni, nur 110 Kilometer von Taiwan entfernt.

In einer Erklärung vor dem japanischen Parlament im November 2025 sagte Takaichi, eine chinesische Seeblockade Taiwans „könnte zweifellos den Fall einer existenzbedrohenden Situation darstellen“ – den rechtlichen Auslöser, der den Einsatz der japanischen Selbstverteidigungskräfte rechtfertigt. Das Außenministerium in Beijing warf Tokio in einer Erklärung in diesem Monat vor, auf einen „neuen Militarismus“ zuzusteuern.

Weltweit kürzen Regierungen Sozialausgaben, um die Aufrüstung zu finanzieren. SIPRI-Forscher warnten, dass die Umverteilung nationaler Ressourcen Kürzungen bei Sozialleistungen, Gesundheitsversorgung und Entwicklungshilfe bedeutet. Trumps 1,5-Billionen-Dollar-Haushaltsplan für das Pentagon soll teilweise durch eine 10-prozentige Kürzung der nicht verteidigungsbezogenen diskretionären Ausgaben finanziert werden – im Gesundheitswesen, in Wissenschaft und Forschung, bei Wohnungsbau und Bildung.

Bei einem privaten Osteressen im Weißen Haus am 1. April brachte Trump diese Politik unverblümt auf den Punkt. Er sagte dem Direktor des Amtes für Verwaltung und Haushalt, Russell Vought, nach dessen Schilderung: „Geben Sie kein Geld für Kindertagesstätten aus, denn die Vereinigten Staaten können sich nicht um Kinderbetreuung kümmern.“ Trump fügte erklärend hinzu: „Wir führen Kriege.“

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