Trumps Käfigkampf vor dem Weißen Haus: Ein faschistischer Akt des Sadismus

Am Sonntag fand auf dem Südrasen des Weißen Hauses ein Spektakel statt, das in der Geschichte der amerikanischen Republik beispiellos ist. Die Mixed-Martial-Arts-Organisation Ultimate Fighting Championship (UFC) organisierte einen Käfigkampf mit dem Titel UFC Freedom 250 als Höhepunkt der Feierlichkeiten, mit welchen die Trump-Regierung den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung beging. Die Veranstaltung war zeitlich so abgestimmt, dass sie mit Trumps 80. Geburtstag zusammenfiel.

Bautrupps errichteten eine riesige gewölbte Lichtkonstruktion – von der UFC „The Claw“ genannt –, die sogar das Weiße Haus selbst überragte. Etwa 4.000 geladene Gäste verfolgten das Ereignis vor Ort, und Zehntausende weitere beobachteten im Ellipse-Park auf riesigen Bildschirmen, wie sich Kämpfer in einem Stahlkäfig gegenseitig verprügelten. Dieses blutige Schauspiel, das an die Gladiatorenkämpfe der Antike erinnert – wobei das Weiße Haus die Stelle des römischen Kolosseums einnahm – wurde von Paramount+ per Livestream übertragen. Der Streamingdienst befindet sich mittlerweile im Besitz der milliardenschweren Familie Ellison, die mit Trump verbündet ist. Trump selbst nahm die Rolle eines römischen Imperators ein und verfolgte das Spektakel von einem Ehrenplatz aus.

Das Musikkorps der Marine spielte, und es gab eine Luftparade von Militärflugzeugen und ein Feuerwerk.

Diego Lopes beim zeremoniellen Wiegen bei der Veranstaltung UFC Freedom 250 im Ellipse-Park in Washington vor dem Kampf auf dem Südrasen des Weißen Hauses, 13. Juni 2026 [AP Photo/Julia Demaree Nikhinson]

Vor 30 Jahren verurteilte der mittlerweile verstorbene republikanische Senator John McCain (Arizona) Mixed Martial Arts als „menschlichen Hahnenkampf“ und versuchte, solche Spiele zu verbieten. Letzten Donnerstag verglich Außenminister Marco Rubio das UFC-Spektakel vor dem Weißen Haus mit der ersten Mondlandung. Er lobte die UFC und erklärte: „Dieses amerikanische Unternehmen ist Ausdruck des amerikanischen Geistes.“

Das blutige Spektakel spielte sich vor den Augen Trumps ab, der das Geschehen mit derselben Genugtuung verfolgte, mit der wohl auch Caligula einen Gladiatorenkampf betrachtet hätte. Der Verlierer des Hauptkampfs, Ilia Topuria, war schwer zugerichtet. Am Ende der vierten Runde waren beide Augen stark zugeschwollen, sein Sehvermögen schien beeinträchtigt, und sein Gesicht war blutig. Seine Ecke brach den Kampf ab, anstatt ihn in die fünfte Runde gehen zu lassen. Er wurde direkt aus dem Octagon in ein Krankenhaus in Washington gebracht, wo er geröntgt und weiter beobachtet werden sollte. Topurias Auge ließ auf einen möglichen Bruch der Augenhöhle schließen, doch bis zum Montagmorgen, dem 15. Juni, wurde noch keine endgültige Diagnose aus dem Krankenhaus öffentlich bekanntgegeben.

Auch der Sieger, Justin Gaethje, musste – besonders in den ersten beiden Runden – harte Treffer einstecken: Topuria landete mehrere schwere Schläge, attackierte den Körper und war kurz davor, ihn zu besiegen.

Da ein einziger Kampf nicht ausgereicht hätte, um Trumps Hunger nach Blut und Gewalt zu stillen, fanden sechs weitere Kämpfe statt, die allesamt durch K.o. oder technischen K.o. endeten.

Ein weiterer Kämpfer, Alex Pereira, musste – abgesehen von Topuria – die längste Serie von Treffern gegen den Kopf hinnehmen. Ciryl Gane schickte ihn zu Beginn der zweiten Runde zu Boden und landete anschließend wiederholt Aufwärtshaken, Hammerschläge und andere schwere Treffer, während Pereira kaum noch in der Lage war, sich zu verteidigen. Schließlich brach der Ringrichter die unaufhörlichen Schläge ab. Zweifellos hatte das eine schwere Gehirnerschütterung zur Folge.

Dass dieser Käfigkampf unter dem Titel „Freedom 250“ als Teil der Feiern zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung veranstaltet werden, ist eine historische Obszönität ersten Grades. Dass die Würdigung demokratischer Prinzipien durch Gladiatorenkämpfe ersetzt wird, ist ein direkter Ausdruck dessen, wofür die Trump-Regierung steht.

Die UFC-Veranstaltung vor dem Weißen Haus trug Züge von „Brot und Spielen“. Sie war der Höhepunkt einer Beziehung zwischen Donald Trump und UFC-Präsident Dana White, die bis in die frühen 2000er zurückgeht. Trump, damals ein Casino-Betreiber, gestattete White, UFC-Veranstaltungen in seinem mittlerweile geschlossenen Taj Mahal Resort in Atlantic City abzuhalten. White revanchierte sich dafür, indem er bei den Parteitagen der Republikaner 2016 und 2024 sprach und unter dem UFC-Publikum eine Unterstützerbasis für Trump aufbaute.

Motorsportler und Stunt-Darsteller bei einem Motorradsprung im Vorfeld der UFC-Freedom-250-Kämpfe auf dem Südrasen des Weißen Hauses, Washington, 13. Juni 2026 [AP Photo/Mark Schiefelbein]

Die Reaktion der Demokratischen Partei auf den Käfigkampf vor dem Weißen Haus war bezeichnend. Die Demokraten und die mit ihnen verbündeten Organisationen – No Kings und das Committee for the First Amendment – organisierten eine Gegenveranstaltung in der Town Hall in New York City: „Rise Up, Sing Out: A Concert for the First Amendment“, auf der u.a. Jane Fonda, Julia Roberts, Bette Midler und die ehemalige MSNBC-Moderatorin Joy Reid auftraten. Die Ticketpreise lagen bei über 330 Dollar – was schon zeigt, an welch wohlhabende Wählerschaft sich die Veranstaltung richtete.

Das No-Kings-Konzert beschwor einen „inklusiven“ Patriotismus und stellte den Kampf gegen Trump als Frage von Rassen- und Identitätspolitik dar – als Kampf gegen „Vorherrschaft der Weißen“ statt gegen den Kapitalismus. Der Krieg im Iran, die Polizeistaatsoperationen der ICE oder die Realität oligarchischer Herrschaft wurden so gut wie gar nicht erwähnt. Der Zweck war, die Empörung in der Bevölkerung in die sicheren Kanäle der Demokratischen Partei und die Zwischenwahlen 2026 zu lenken.

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