Professor Alexander Rabinowitch, der bedeutendste amerikanische Historiker der Russischen Revolution von 1917, verstarb am 16. Juni im Alter von 91 Jahren. Er war emeritierter Professor für Geschichte an der Indiana University in Bloomington. Im Laufe von sechs Jahrzehnten verfasste Rabinowitch vier maßgebliche Werke, in denen er die Wandlung der Bolschewiki von einer relativ kleinen Organisation zu einer Massenpartei untersuchte, die die kapitalistische Provisorische Regierung stürzte, eine Arbeiterregierung errichtete und schließlich siegreich aus einem Bürgerkrieg gegen konterrevolutionäre Kräfte hervorging, die von den imperialistischen Großmächten unterstützt wurden.
Rabinowitchs vier Bände zur Russischen Revolution umfassen: 1) Prelude to Revolution (veröffentlicht 1968), das sich auf die politische Krise in Petrograd im Sommer 1917 konzentrierte; 2) Die Sowjetmacht: Die Revolution der Bolschewiki 1917 (Original 1976, deutsche Übersetzung 2012), das sich mit den Ereignissen befasste, die mit der sozialistischen Revolution im Oktober 1917 ihren Höhepunkt fanden; 3) Die Sowjetmacht: Das erste Jahr (Original 2007, deutsche Übersetzung 2010), die eine detaillierte Darstellung des ersten Jahrs der Herrschaft der Bolschewiki lieferte; und 4) The Bolsheviks Survive: Petrograd 1919 (2026), das sich dem beinahe wundersamen Sieg der bolschewistischen Roten Armee unter der Führung Leo Trotzkis widmet.
Die beträchtlichen Zeiträume zwischen den Werken spiegelt die akribische Arbeitsweise Rabinowitchs wider, die auf intensiver Forschung in wichtigen Archiven beruhte. Die größte Leistung seines Werks bestand darin, dass er nachwies, dass die Bolschewiki in der Arbeiterklasse eine Massenbasis hatten. Sie gelangten nicht durch einen Putsch an die Macht, sondern durch eine gewaltige revolutionäre Offensive. Die Bolschewiki wurden zur Massenpartei, weil ihr Programm mit den Interessen der Arbeiterklasse übereinstimmte und diese klar zum Ausdruck brachte.
Mit seiner Aufrichtigkeit und seiner prinzipiellen Herangehensweise an die Geschichte geriet Rabinowitch mehr als einmal in Konflikt mit den vorherrschenden Stimmungen und Tendenzen in seinem beruflichen und persönlichen Umfeld. Dies brachte sein Leben auf einen Weg, den er selbst so nicht vorhergesehen hatte. Die Werke, die er im Rahmen seines unablässigen Eintretens für die historische Wahrheit schuf, waren wegweisend und stellen einen bedeutenden Beitrag zur historischen Aufarbeitung des Jahres 1917 sowie der ersten beiden Jahre des Bürgerkriegs dar.
Alexander Rabinowitch und sein Zwillingsbruder Victor wurden 1934 in London in eine Familie russisch-jüdischer Emigranten geboren. Sein Vater, Eugene Rabinowitch, war ein angesehener Wissenschaftler, der der Herrschaft der Bolschewiki mit tiefer Feindschaft gegenüberstand und kurz nach der Revolution 1917 aus Petrograd geflohen war. In den 1920er Jahren studierte Eugene Rabinowitch in Berlin bei mehreren Nobelpreisträgern, darunter Albert Einstein und Max Planck.
Nach der Machtergreifung der Nazis im Januar 1933 mussten er und seine junge Frau Anna Maiersohn, eine Schauspielerin aus Kiew, aus Deutschland fliehen. Sie gingen zunächst nach Dänemark, wo sie vorübergehend von dem bedeutenden Physiker Niels Bohr aufgenommen wurden, bevor sie nach England gingen.
Die Familie ließ sich 1938, ein Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Europa, in den USA nieder, wo Eugene Rabinowitch Chemieprofessor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston wurde. Alexander Rabinowitch wuchs dort in einem Klima auf, das vom Antibolschewismus seiner Eltern und von deren Freunden – unter ihnen die Menschewisten-Führer Irakli Zereteli und Boris Nikolajewski – sowie vom Antikommunismus des beginnenden Kalten Kriegs geprägt war.
Im Jahr 2011 erklärte er bei einem Vortrag in Wien:
Das Leben, die Karriere, die Familie – alles war für diese Persönlichkeiten durch die Oktoberrevolution durcheinandergebracht worden, und so war es kein Wunder, dass ich über dieses große Ereignis der Weltgeschichte in diesem Kreis ständig nur die schlimmsten Dinge hörte. Alle waren sich einig darin, dass die Oktoberrevolution ein kaltblütiger Putsch einer Handvoll gewissenloser Fanatiker um Lenin gewesen sei, die keinerlei Unterstützung im Volk gehabt hätten und daher zum Terror greifen hätten müssen, um ihre Herrschaft zu errichten. Das war, bei allen heftigen und endlosen Streitigkeiten, das einende Band der gemeinsamen Überzeugung unter den russischen Emigranten.
Rabinowitch besuchte die High School und das College während der McCarthy-Ära und des Koreakriegs. Später schrieb er über die Jahre seines Grundstudiums: „Als Kadett des ROTC [Reserve Officer Training Corps] wurde ich darin ausgebildet, die Sowjetunion als Inkarnation des Bösen und ,Erzfeind der freien Welt‘ zu betrachten. Und ich wurde dazu ausgebildet, auch andere zu dieser Sicht zu bringen.“
Doch seine eigene Forschung widersprach diesen Vorstellungen. Er wollte ursprünglich eine Dissertation über den Menschewisten-Führer Irakli Zereteli verfassen, doch eine Reise nach Sowjetrussland in den Jahren 1963/64 brachte ihn dazu, seine Aufmerksamkeit auf die Julitage 1917 zu richten. Seine Dissertation, die er 1965 an der Indiana University verteidigte, bildete die Grundlage für das Buch Prelude to Revolution: The July Days in Petrograd. Dieses bahnbrechende Werk wies nach, dass der Juli-Aufstand – entgegen der im Westen vorherrschenden Auffassung – kein verfrühter und gescheiterter Putschversuch Lenins war.
Vielmehr handelte es sich um einen Aufstand, der von unten ausging. Die Bolschewiki versuchten zunächst, ihm entgegenzuwirken, da sie erkannten, dass es für einen Erfolg noch zu früh war. Sie unterstützten ihn erst, als klar wurde, dass er unter den militantesten Teilen der Arbeiter und Soldaten überwältigende Unterstützung genoss.
Rabinowitchs Buch dokumentierte, wie sich die Bolschewiki in wenigen Monaten nach dem Sturz des Zaren in der Februarrevolution 1917 zu einer Massenorganisation verwandelten. Wie er in seinem Vortrag von 2011 erklärte: „Diese Partei war tief in den Massen, in den Fabriken, Wohnvierteln und Garnisonen verankert, wies eine sehr große Sensibilität gegenüber den dort herrschenden politischen Meinungen und Tendenzen sowie in der eigenen Organisation eine hohe demokratische Diskussionskultur auf.“
Nachdem er bei der Forschung für sein erstes Buch zu diesem Schluss gelangt war, sollte seine gesamte spätere Forschung dazu dienen, diesen zu untermauern und zu vertiefen. Rabinowitch sollte später seine Lehrer, die Historiker Leopold Haimson und John M. Thompson, dafür würdigen, dass sie sein Interesse an der Revolution als wegweisendem politischen und gesellschaftlichen Ereignis geweckt haben und dass sie betonten, historische Forschung müsse „so objektiv wie nur menschenmöglich“ sein.
Doch auch das intellektuelle Klima der 1960er und frühen 1970er spielte eine wichtige Rolle. Es war eine Zeit gesellschaftlicher Massenkämpfe, darunter die Bürgerrechtsbewegung in den USA und später Massenproteste gegen den Vietnamkrieg, Massenbewegungen in Frankreich und Chile sowie großer Streiks und Proteste in der stalinistisch regierten Tschechoslowakei 1968 und in Polen 1970–71. In diesen Jahren erschienen viele bedeutende Werke über die Geschichte der russischen Revolution und Leo Trotzki, u.a. von Moshe Lewin, Samuel Baron, Leopold Haimson, Marcel Liebman und Oliver Radkey.
Dieses Klima schuf ein Publikum für Rabinowitchs Arbeiten. Es hilft auch sein ernsthaftes Interesse an Arbeitern als gesellschaftlicher und politischer Kraft, ihren Problemen, Sorgen, Gedanken und ihrem Verhältnis zu ihren politischen Führern zu erklären, was ein wesentliches Merkmal seiner historischen Schriften ist.
Rabinowitchs große Stärken als engagierter Forscher kamen in seinem zweiten und wohl wichtigsten Buch Die Sowjetmacht: die Revolution der Bolschewiki 1917 (erstmals 1976 veröffentlicht) voll zur Geltung. Die Bedeutung dieses Werkes für die Widerlegung antikommunistischer und stalinistischer Geschichtsfälschungen ist kaum zu überschätzen.
Da ein Zugang zu sowjetischen Archiven praktisch nicht in Frage kam, musste er sich auf eine akribische Analyse der veröffentlichten Quellen stützen, vor allem Zeitungen und Sitzungsprotokolle. Rabinowitch gelang es, die politischen Konflikte innerhalb der Bolschewiki, das Verhältnis zwischen den Bolschewiki und den Fabrikarbeitern und die wechselnden Stimmungen innerhalb der Arbeiterklasse selbst nachzuverfolgen. Er zeigte, wie Lenin nach seiner Rückkehr nach Russland im April einen erbitterten Kampf um die Führung seiner eigenen Partei führen musste, um sie auf die sozialistische Machtübernahme auszurichten.
Rabinowitchs Darstellung veranschaulichte und bestätigte in allen wesentlichen Punkten die Analyse des innerparteilichen Kampfs, die Leo Trotzki in seinem Werk Lehren des Oktober geliefert hatte. Sein Buch stellte außerdem die entscheidende Rolle heraus, die Trotzki als Leiter des Militärischen Revolutionskomitees bei der Planung und Organisation des Aufstands vom Oktober 1917 gespielt hatte. Rabinowitchs Darstellung wies auch erstmals auf die enorme historische Rolle späterer Anführer der Linken Opposition wie Iwar Smilga bei den Ereignissen von 1917 hin. Ihre Rolle war aus den historischen Archiven getilgt worden, während sie selbst im Großen Terror von Stalin ermordet wurden.
Stalinistische Historiker in der Sowjetunion verurteilten seine ersten beiden Bücher und erklärten Rabinowitch zum „bürgerlichen Fälscher“. Im Westen versetzte seine Arbeit dem antikommunistischen Bild der Ereignisse von 1917 als „Putsch“ einen vernichtenden Schlag. Trotz vieler Versuche, dieses diskreditierte Narrativ wiederzubeleben – vor allem nach 1991 –, wurde Rabinowitchs Darstellung nie widerlegt. Im Jahr 1989, in der Endphase der Sowjetunion, war sein Werk die erste bedeutende Studie eines westlichen Historikers über das Jahr 1917, die ins Russische übersetzt wurde. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach seiner ersten Veröffentlichung bleibt sein Buch eine unübertroffene Studie über die Bolschewiki am Vorabend der Machteroberung.
Es ist Rabinowitch hoch anzurechnen, dass er auf die stalinistische Auflösung der Sowjetunion nicht mit dem gleichen Zynismus reagierte wie so viele andere seines Berufsstands. Stattdessen intensivierte er seine Arbeit. Er hatte bereits mit einem dritten Buch über die ersten Jahre der bolschewistischen Herrschaft in Petrograd begonnen, als ihm die Öffnung der Archive in den letzten Jahren der Sowjetunion und nach 1991 plötzlich Zugang zu einer Fülle zuvor unzugänglicher Dokumente verschaffte. Rabinowitch sichtete, verifizierte und prüfte Tausende von Dokumenten.
Er setzte seine Forschung auch nach seiner Emeritierung von der Indiana University im Jahr 1993 fort, wo er mehrere Generationen von Historikern ausgebildet und dabei geholfen hatte, die Universität zu einem der führenden Zentren für die Erforschung Russlands und der ehemaligen Sowjetunion zu machen. Zwar ermöglichten ihm die Archive, seine Forschung zu vertiefen, doch die Materialien, die er dort fand, bestärkten seine grundlegende Einschätzung des Jahrs 1917. Im Verlauf seiner Arbeit knüpfte er enge Beziehungen zu mehreren russischen Historikern und Archivaren. Im Jahr 2013 wurde er als Affiliated Research Scholar am St. Petersburger Institut für Geschichte an der Russischen Akademie der Wissenschaften geehrt – eine für Ausländer seltene Auszeichnung, auf die er sehr stolz war.
Die Sowjetmacht: Das erste Jahr, das sich ausschließlich mit dem Jahr 1918 in Petrograd befasste, war wegweisend in seiner detaillierten Analyse des ersten Jahrs bolschewistischer Herrschaft. Es beleuchtete die immensen Schwierigkeiten, vor denen der neu gegründete revolutionäre Staat stand, den militärischen, sozioökonomischen und politischen Druck der Konterrevolution und die heftigen – aber bemerkenswert demokratischen – Diskussionen und politischen Debatten, welche die Bolschewiki führten, um diese Herausforderungen zu meistern. Genau wie in seinem früheren Werk sorgte Rabinowitch auch dafür, dass eine Reihe von kaum oder gar nicht bekannten bolschewistischen Führern, die später während des stalinistischen Terrors ermordet wurden, wieder ihren rechtmäßigen Platz in der Geschichte erhielten.
Die World Socialist Web Site würdigte das Buch in einer Besprechung als „beeindruckende wissenschaftliche Leistung“.
Rabinowitchs prinzipientreue Herangehensweise an die Geschichte brachte ihn in Kontakt mit der revolutionären Bewegung und rückte seine Werke in den Mittelpunkt bedeutender politischer Kämpfe, insbesondere in Deutschland. Der Mehring Verlag veröffentlichte im Rahmen des Kampfs des Internationalen Komitees der Vierten Internationale gegen die postsowjetische Schule der Geschichtsfälschung eine Übersetzung von Die Sowjetmacht: Das erste Jahr.
Es folgte eine Übersetzung seines Buchs The Bolsheviks Come to Power. In den Jahren 2010 bis 2011 organisierte der Mehring Verlag zusammen mit den International Students for Social Equality, der Vorgängerorganisation der International Youth and Students for Social Equality (IYSSE), eine Vortragsreihe mit Rabinowitch in Deutschland und Österreich, die Hunderte von Menschen anzog.
In Berlin weigerte sich das Historische Institut der Humboldt-Universität, Rabinowitch offiziell einzuladen. Was auf den ersten Blick wie eine Kuriosität und der hässliche Ausdruck akademischer Machtpolitik erscheinen mochte, erwies sich später als Ausdruck eines viel umfassenderen politischen Prozesses. Der Inhaber des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte, der sich weigerte, Rabinowitchs Vortrag auszurichten, war der rechtsextreme Professor Jörg Baberowski. Er sollte später eine zentrale Rolle bei den Bestrebungen der deutschen herrschenden Klasse spielen, die Verbrechen der Nazis auf Grundlage einer Verfälschung der Oktoberrevolution von 1917 zu legitimieren.
Baberowski und seine Verbündeten waren sich vollauf bewusst, dass Rabinowitchs Werk dieser Kampagne schaden würde. Daher versuchten sie, die Veranstaltung zu verhindern und setzten sich dabei selbst über die elementarsten akademischen Gepflogenheiten hinweg. Infolgedessen musste Rabinowitch seinen Vortrag im Gebäude des Instituts für Agrarwissenschaften der Humboldt-Universität halten. Zu der Veranstaltung kamen 350 Menschen, und das führende deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtete darüber. Sie wurde zu einem bedeutenden intellektuellen Ereignis und versetzte denjenigen einen schweren Schlag, die sie verhindern wollten.
Anfang 2014 lud Baberowski Robert Service ein, eine Rede am Historischen Institut zu halten. Damit sollte Service, der diskreditierte Autor eines Machwerks über Leo Trotzki, das von der World Socialist Web Site einer vernichtenden Kritik unterzogen wurde, rehabilitiert werden. Im folgenden Kampf für die historische Wahrheit und gegen das Wiederaufleben des deutschen Faschismus und Militarismus spielten Rabinowitchs Werke eine wichtige Rolle.
Rabinowitch arbeitete bei diesen Vorträgen und den deutschen Veröffentlichungen seiner Bücher mit der trotzkistischen Bewegung zusammen. Er schloss eine intellektuelle Freundschaft mit mehreren führenden Mitgliedern der trotzkistischen Bewegung, unter anderem dem verstorbenen Wolfgang Weber, der eine zentrale Rolle bei der Organisation von Rabinowitchs Vorträgen in den Jahren 2010 und 2011 spielte und ihn für die WSWS interviewte.
Trotz gesundheitlicher Probleme und einer geistigen Atmosphäre, in der eine ernsthafte historische Auseinandersetzung mit der Oktoberrevolution zunehmend auf Ablehnung stieß, setzte Rabinowitch die Arbeit an seinem vierten und letzten Band The Bolsheviks Survive fort. Die WSWS wird in Kürze eine umfassendere Rezension dieses wichtigen Werks veröffentlichen.
Mit seiner Entschlossenheit, seine wichtige historische Forschung fortzusetzen und zu vertiefen, bewies Rabinowitch ein bewundernswertes Maß an intellektueller und moralischer Integrität. Wie die besten Historiker seiner Generation wurde auch er von der Überzeugung geleitet, dass die Geschichte eine Wissenschaft ist und dass die wichtigste Aufgabe des Historikers darin besteht, die historische Wahrheit zu erforschen – im Interesse der gesellschaftlichen Entwicklung. Diese Arbeit ging auf eine tief empfundene Sorge über das Schicksal der Menschheit und des gesellschaftlichen Fortschritts zurück.
Ohne die enorme Unterstützung seiner Frau Janet Rabinowitch über 64 Jahre hinweg wäre ihm diese Arbeit nicht möglich gewesen. Janet Rabinowitch war eine versierte und renommierte wissenschaftliche Lektorin und ausgebildet in Russistik. Sie unterstützte und ermutigte seine Arbeit auf Schritt und Tritt – sowohl auf persönlicher als auch auf beruflicher Ebene.
Rabinowitchs Tod ist ein wirklicher Verlust für die Geschichtswissenschaft und für alle, die sich der historischen Wahrheit verpflichtet fühlen. Dass aus späteren Historikergenerationen keine vergleichbare Persönlichkeit hervorgegangen ist, zeugt von dem reaktionären Klima, das nach 1991 herrschte.
Dennoch haben seine Werke einen bedeutenden Eindruck hinterlassen. Er genoss hohes Ansehen unter Forschern und Lesern auf mehreren Kontinenten. In den sozialen Medien trauert vor allem eine jüngere Generation von Historikern um Rabinowitch, unter anderem aus Russland, deren Herangehensweise an die Geschichte maßgeblich von seinen Werken geprägt und inspiriert wurde.
Das beachtliche historische Gesamtwerk, das er schuf, ist weiterhin eine unverzichtbare Grundlage für jedes ernsthafte Studium der Russischen Revolution und des Bürgerkriegs. Während neue Generationen von Arbeitern, prinzipientreuen Intellektuellen und Jugendlichen durch die ständigen Krisen des Kapitalismus und den sich entwickelnden Weltkrieg radikalisiert werden, werden die intellektuelle Anziehungskraft und die politische Bedeutung seiner Werke noch weiter zunehmen.
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