VW-Arbeiter fordern Freiheit für Bogdan Syrotjuk

Wir veröffentlichen hier eine Erklärung von VW-Arbeitern für die Freilassung des ukrainischen Sozialisten und Kriegsgegners Bogdan Syrotjuk, der am 10. August zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde. Die Autoarbeiter bei Volkswagen sind derzeit mit einem beispiellosen Angriff auf ihre Arbeitsplätze und der drohenden Zerschlagung von vier Werken in Deutschland konfrontiert, während die Bundesregierung gleichzeitig aufrüstet und ihren Kriegskurs eskaliert.

Die Unterzeichner Thorsten Donnermeier (IGM-Vertrauensmann bei VW Kassel), Michael Werner (VW Wolfsburg) und Majuran Srisegaran (VW Braunschweig) rufen ihre Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben dazu auf, folgende Resolution zu unterstützen:

Freiheit für Bogdan Syrotjuk – Gegen Krieg und für demokratische Rechte

Wir, eine Gruppe von gewerkschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen der IG Metall bei Volkswagen, erklären unsere Solidarität mit dem in der Ukraine zu 15 Jahren Haft verurteilten Sozialisten Bogdan Syrotjuk. Die drakonische Verurteilung eines Kriegsgegners stellt einen schwerwiegenden Angriff auf die Meinungsfreiheit sowie auf grundlegende demokratische Rechte dar.

Als Gewerkschafter und VW-Beschäftigte betonen wir in diesem Zusammenhang folgende Grundsätze:

  • Arbeiter schießen nicht auf Arbeiter: Krieg wird stets auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung und der Jugend ausgetragen, während geopolitische und wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen. Dieser Logik stellen wir uns entschieden entgegen.

  • Kriegsgegnerschaft und Antifaschismus sind kein Verbrechen: Wir bei VW kämpfen aktuell gegen die Umstellung unserer Werke auf Rüstungsproduktion. Das Eintreten gegen Militarismus genauso wie die Kritik an der Verherrlichung von Faschisten sind legitime und notwendige Bestandteile einer demokratischen Gesellschaft. Sie dürfen nicht kriminalisiert werden.

  • Solidarität trotz politischer Differenzen: Auch wenn wir nicht in allen Fragen mit den politischen Positionen von Bogdan Syrotjuk übereinstimmen, verteidigen wir sein Recht auf freie Meinungsäußerung und seinen Einsatz gegen den Krieg uneingeschränkt. Die Verteidigung politischer Gefangener ist für uns eine Frage des Prinzips.

Die Kriminalisierung von Friedensaktivisten betrifft uns alle und zielt darauf ab, kritische Stimmen mundtot zu machen. Wir fordern die sofortige Überprüfung des Urteils und die bedingungslose Freilassung von Bogdan Syrotjuk. Kolleginnen und Kollegen fordern wir auf, dies zu unterstützen und die Petition zu seiner Freilassung zu unterzeichnen.

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